Unternehmen haben Heubach im Blick

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Bürgermeister Frederick Brütting schätzt das Interesse von Unternehmen am neuen Gewerbegebiet "Erlen", Aber auch an weiteren Standorten in der Stadt Heubach.

Neuansiedlungen und Erweiterungen in den Gewerbegebieten der Stadt. Auch in der Innenstadt füllen sich leere Flächen wieder.

Heubach

Gut 100 neue Arbeitsplätze erwartet Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting für die Stadt durch Neuansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen. Veränderungen soll es in den kommenden Monaten sowohl in den Gewerbegebieten als auch im Innenbereich geben.

Der Stahlhandel EHG strebt nach Heubach. Bis jetzt ist die Firma in Waldstetten mit einem Verkaufsbüro und in Göppingen mit einem Bearbeitungszentrum vertreten. "Wir werden diese Standorte aufgeben und sie in Heubach zusammenführen", sagt Standort-Chef Jürgen Wolf. Geplant sei ein Neubau an der Benzstraße ganz in der Nähe des Flugplatzes. Auf zwei Hektar Gelände baut das Unternehmen neue Räume für die Verwaltung, die Logistik und die Konfektionierung des Stahls. Nach Worten von Jürgen Wolf erwarte man in diesen Tagen die Baugenehmigung. Mit einem Baubeginn rechnet er gegen Ende 2021.

EHG ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Rumänien vertreten. Die Standorte garantierten, sagt das Unternehmen, Kundennähe und eine höhere Flexibilität. EHG mit Sitz im österreichischen Dornbirn hat insgesamt zehn Standorte, unter anderem in Waldstetten (künftig Heubach), Baienfurt, Odelzhausen, Bad Oeynhausen, Altstätten (Schweiz) und Bukarest (Rumänien). 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen zum Gesamtunternehmen.

Ein weiteres Unternehmen der Metallbranche will sich beim Flugplatz Heubach etablieren: Auf den ehemaligen Scholz-Flächen zieht eine Niederlassung der BGH-Edelstahlwerke ein, die ihren Sitz in Freital nahe Dresden hat. Nach Worten von Lars Niemeier aus der BGH-Niederlassung Schorndorf soll mit dem Vorhaben im September begonnen werden. "Die Hallen sind vorhanden, gewisse Anpassungen und Renovierungen sind aber nötig", sagt er. Zur Produktpalette gehören Edelstahl, Werkzeugstahl und Sonderlegierungen, "alles kommt aus eigener Produktion und ist Made in Germany", betont Lars Niemeier. In wenigen Wochen will er Details zum Engagement in Heubach bekannt geben. Für Bürgermeister Frederick Brütting eine "erfreuliche Entwicklung", die den Standort Heubach weiter stärke.

Im Gewerbegebiet "Erlen" an der Mögglinger Straße rechnet Bürgermeister Frederick Brütting mit weiteren Gewerbeansiedlungen. Eine ist schon da, das Unternehmen "allnatura". Die Firma, die auch Ausstellungsräume in Berlin unterhält, konnte sich in Heubach etablieren und will mit einer Erweiterung der Räume auf die Entwicklung reagieren. Im Trend liegt auch ein anderes Unternehmen, das bis jetzt sein Domizil an der Gmünder Straße hat. Das Bikehouse lässt sich, so Bürgermeister Frederick Brütting, ebenfalls im Gewerbegebiet Erlen nieder. "Mit einer großen Investition", wie er sagt. Die weiter steigende Nachfrage der Fahrrad-Branche – nach Worten von Bikehouse-Chef Jan Kopf werden derzeit zu 80 Prozent Elektroräder verkauft – ermögliche diese Veränderung.

Frederick Brütting hofft, dass damit zusätzliche Arbeitsplätze verbunden sind. Jan Kopf geht davon aus, dass "wir in diesem Jahr mit dem Neubau starten und im nächsten Jahr dort eröffnen werden". In der Gmünder Straße ist für den Rad-Spezialisten nicht mehr genug Platz. "Wir sind auch stark im Online-Handel vertreten, diesen Bereich werden wir dann komplett in Heubach ansiedeln. Bisher laufe der Online-Handel vor allem über die Niederlassung in Fellbach.

Eine schöne Entwicklung für die Innenstadt.

Frederick Brütting Bürgermeister

In der Innenstadt zeigt sich künftig das Unternehmen Betten.de. Durch den Kauf des "weißen Hauses" in der Heubacher Hauptstraße rüstet sich Betten.de für die Zukunft. Bislang war dies vor allem ein Onlineshop, gegründet von Ulrich Carsten. "Wir hatten seither nur eine kleine Ausstellungsfläche in der Ziegelwiesenstraße", sagt er und sieht im neuen Geschäft bessere Synergieeffekte. "Unsere Berater sind vor Ort, können online beraten oder Kundschaft im Haus Fragen beantworten. Auch wenn der jährliche Zuwachs im Online-Geschäft bei 100 Prozent liegt, schätzt Ulrich Carsten den stationären Handel. Künftig werde man alles unter einem Dach haben.

Mit neuem Schaufenster

Das weiße Haus sei ein repräsentatives Gebäude. In diesen Tagen wurde es auch äußerlich für die kommende Nutzung verändert. Eine große ums Eck verlaufende Schaufensterfront wurde eingezogen. Der Eröffnungstermin steht noch nicht wirklich fest, musste wegen Corona schon mehrfach verschoben werden.

Leben könnte auch schon bald in die Räume des ehemaligen Modehauses Rieg einziehen. "Uhrzeit 4 You" startet dort und beschäftigt sich mit handwerklicher Uhrenproduktion. Weitere Leerstände in der Innenstadt will nun ein Handwerksbetrieb füllen, der sich mit dem Thema Fußboden beschäftigt. "Eine schöne Entwicklung für die Innenstadt", meint Frederick Brütting. Das sei gerade jetzt in einer Zeit bemerkenswert, in der Geschäfte in anderen Innenstädten auf dem Rückzug sind.

"Eiswiesen" gibt es nun das ganze Jahr in Heubach

Im Gebiet "Erlen" liegen die neuen Gewerbeflächen Heubachs. Die Erschließung läuft, zurzeit werden dort 1200 Quadratmeter Straße gebaut, dazu 180 Meter Wasserleitungen sowie 320 Meter Kanal verlegt.

Die Gesellschaft für Energieversorgung Ostwürttemberg (GEO) hat sich bereit erklärt, das Nahwärmenetz vom benachbarten Triumph-Areal bis ins neue Gewerbegebiet zu verlängern und den Firmen dort anzubieten.

"In den Eiswiesen" heißt künftig die Erschließungsstraße im Gewerbegebiet "Erlen". In diesem Bereich lagen früher die sogenannten Eisweiher der Heubacher Brauerei, aus denen Eis für die Bierkeller gewonnen wurde.

Auch im Gewerbegebeit Kohleisen-Au tut sich etwas: Für die endgültige Erschließung muss die Stadt einen Regenwasser-Kanal bauen. Das ist nötig, damit die Firma EHG dort auf dem erworbenen Grundstück bauen kann. kust

Kuno Staudenmaier

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