„Verliebte Gemeinschaft Rosenstein“

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Die fünf Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft feiern am Mittwoch in der Heubacher Stadthalle mit Gästen, Festrednern und einer „humoristischen Einlage“ ihr 50-jähriges Bestehen.

Heubach

Alleine schon die Vorsilbe „Ver“ verheiße nichts Gutes, meinte Peter Wiedmann: Verschlafen, vergraulen, vertuschen. Mitnichten, konterte Ottmar Schweizer: versöhnen, vermitteln, verlieben! Die beiden Mögglinger, der Musiker von „Freile, Franz & Fränz“ und der ehemalige Schultes, lieferten sich als politkritischer Handwerker und altgedienter Oberbeamter einen humorvollen Schlagabtausch über den Sinn und Zweck von Verwaltung im Allgemeinen und der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein (VG) im Speziellen. Am Ende kamen sie auf der Bühne der Heubacher Stadthalle zu dem Schluss, die Buchstaben stünden halt doch für „Verliebte Gemeinschaft Rosenstein“.

50 Jahre gibt es die VG nun. Am Mittwochabend war der große Jubiläumsfestakt mit Vertretern aus den Gemeinden, mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Inge Gräßle und dem Festredner, dem Präsidenten des Gemeindetags Baden-Württemberg, Steffen Jäger. Musikalisch umrahmt von einem sicht- und hörbaren Ergebnis der Arbeit innerhalb der VG, dem Jugendorchester der Musikschule.

Am 18. Februar 1972 wurde die VG von den Gemeinden Mögglingen, Heuchlingen, Bartholomä, Böbingen und der Stadt Heubach gegründet, wie Peter Lang, VG-Vorsitzender und Heuchlinger Bürgermeister, berichtete.

Keine Liebesheirat

Eine Liebesheirat sei es nicht gewesen. Es sei für vor allem für die vier Gemeinden darum gegangen, entweder zusammenzuarbeiten oder ihre Selbstständigkeit aufgeben zu müssen. Heute gebe es viele gemeinsame Aufgaben und Projekte, die Kämmerei und das Bauamt, das Amtsblatt, die Musikschule. Verwaltungsgemeinschaft, das sei zunächst ein trockener und abstrakter Begriff. Doch dahinter stünden Menschen, die ihn mit Leben füllten. Die VG mit ihren 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei „ein großer starker Dienstleister für 22 600 Menschen“, meinte Lang. Es gehe stets darum, zu erkennen, welche Aufgaben die durchaus stolzen Gemeinden selbst erledigen könnten und welche lieber im Verbund angegangen werden sollten. „Immer mit dem Ziel, einen Mehrwert für die Einwohner zu schaffen“, betonte Lang.

Inge Gräßle sagte, die VG-Mitglieder seien gesunde, lebendige Gemeinden mit überwiegend zufriedenen Bürgern. Diese Zufriedenheit komme eben auch daher, dass die Kommunen ihre Selbstständigkeit und ihren ganz eigenen Charme bewahrt hätten. Die zunehmende Verlagerung staatlicher Aufgaben in die Städte und Gemeinden könne auch überfordern, so Gräßle. Umso wichtiger sei es, die Kräfte zu bündeln.

Politik muss Rahmen bieten

Gemeindetagspräsident Steffen Jäger nannte das 50-jährige Bestehen einen „Meilenstein“. Die Gründer hätten „mit Mut und Weitblick“ Kräfte für die Zukunft gebündelt und so die Eigenständigkeit der Gemeinden erhalten. Herausforderungen der Zukunft seien nicht alleine dadurch zu meistern, dass die Politik Ziele formuliere. Sondern sie müssten den Kommunen einen geeigneten Rahmen bieten, den Machern vor Ort zuhören und dafür Sorge tragen, dass sie handlungsfähig bleiben, betonte Jäger. Auf Bundesebene würde die kleinteilige kommunale Struktur in Baden-Württemberg manchmal etwas belächelt. Er sei aber überzeugt davon, dass die mittelständische Wirtschaft genau diese Struktur als entsprechendes Gegenstück brauche. Die Gemeinden seien der Anker für soziale und wirtschaftliche Stabilität. „Dieses Selbstbewusstsein sollten wir uns nicht nehmen lassen“, appellierte Jäger.

Foto: Jan-Philipp Strobel
Die amtierenden Bürgermeister der VG (v.li.): Thomas Kuhn, Dr. Joy Alemazung, Peter Lang, Adrian Schlenker und Jürgen Stempfle beim Festakt in der Stadthalle. Foto: jps

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