Verzögert sich Schloss-Sanierung?

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Die Gesamtkosten steigen so oder so auf rund 7,9 Millionen Euro.
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Der Gemeinderat hat am Dienstag drei Möglichkeiten: ohne Aufzug, mit Aufzug im Außenbereich oder mit Aufzug im Inneren. Die Gesamtkosten steigen so oder so auf rund 7,9 Millionen Euro.

Heubach

Eigentlich waren die Pläne klar: Das Heubacher Schloss wird saniert und erhält dabei keinen Aufzug. Vorherrschende Meinung nämlich war, dass das altehrwürdige Gemäuer so oder so nicht barrierefrei gestaltet werden könne. Da könne man auf einen Aufzug gleich verzichten und sich so Zeit, Geld und Ärger mit dem Denkmalamt sparen.

Nun doch mit Aufzug?

Wie aus der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat am Dienstag, 19. Juli, hervorgeht, hat sich diese Ausgangssituation nun geändert. Bei einer Klausurtagung Ende März habe der Gemeinderat „die Erschließungssituation noch einmal im Detail durchleuchtet, mit dem Ergebnis, dass das Schloss mit einem Aufzug ausgestattet werden soll“, schreibt die Stadtverwaltung. Dies habe zur Konsequenz, dass die baurechtliche und die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erneut eingeholt werden müssten und sich dadurch der Zeitrahmen nach hinten verschiebe. Zudem müsse diese Änderung mit dem Zuschussgeber abgestimmt werden, da die Kosten sich entsprechend erhöhten.

Der vom Gemeinderat mit dem Konzept für die Sanierung beauftragte Architekt Harald Stock hat sich erneut des Themas angenommen und wird in der Sitzung die verschiedenen Möglichkeiten für einen Aufzug erläutern. Laut Sitzungsvorlage sind das eine Variante im für den zweiten Fluchtweg ohnehin notwendigen Treppenturm, der außen angebaut wird. Oder im Inneren bei der Bibliothek.

Außen-Variante:

Hier läge der Aufzug im Außenbereich und sei der Witterung ausgesetzt. Der Treppenturm selbst werde durch den Aufzug in seiner Gestaltung massiver und auffälliger vor dem Schloss.

Innen-Variante:

Diese könne laut dem Architekten im Bereich der innenliegenden Treppe in der Bibliothek erfolgen. In diesem Bereich gebe es kaum historische Substanz, so dass es aus Sicht der Denkmalpflege eine verträgliche Lösung sein könnte. Ein großer Vorteil dieser Variante sei die Nutzbarkeit des Aufzuges im Innenbereich, da das Personal der Bibliothek innerhalb der Öffnungszeiten vor Ort sei und der Aufzug auch gleichzeitig für den Materialtransport in die Geschosse nutzbar wäre. Die Gestaltung des Treppenturmes könne sehr filigran erfolgen, so dass das Erscheinungsbild des Schlosses kaum gestört sei. Sowohl der Brandschutz als auch die Statik seien bereits auf die grundsätzliche Machbarkeit dieses Vorschlages geprüft worden.

Mehrkosten

Die Mehrkosten für beide Aufzugsvarianten liegen laut den Planern bei rund 200 000 Euro. Eindeutig für den Aufzug im Innenraum sprächen die wesentlich günstigeren Wartungskosten und die Langlebigkeit der Anlage. Die Gesamtkosten der Schloss-Sanierung würden allerdings wegen der „immensen Preissteigerungen“ von im Jahr 2019 geschätzten 6,9 Millionen Euro auf 7,9 Millionen Euro steigen.

Der Gemeinderat Heubach tagt am Dienstag, 19. Juli, ab 18.30 Uhr in der Stadthalle. Weitere Themen sind die Machbarkeitsstudie fürs Freibad und die Neufestsetzung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen.

So sähe der Turm im Außenbereich für Treppe und Aufzug aus. Blick auf die Nordwestseite. Quelle: Brenner, Duttlinger, Stock

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