Wahl in Heubach: Sechs Kandidaten da - einer ist raus

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Die sechs Bürgermeisterkandidaten traten vor 300 Zuhörern in der Stadthalle auf (v.l.): Dr. Joy Alemazung, Tayfun Türkyilmaz, Jörg Pfisterer, Helmut Dannecker, Christian Joswig und Wolfgang Schurr.
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Wen könnte man wählen? Eineinhalb Wochen vor der Bürgermeisterwahl in Heubach stellen sich sechs Kandidaten zum ersten Mal an einem Ort vor.

Heubach

Sechs Kandidaten haben sich am Mittwochabend in der Heubacher Stadthalle vorgestellt, einer ist ausgestiegen: Helmut Dannecker, Dr. Joy Alemazung, Jörg Pfisterer, Christian Joswig, Tayfun Türkyilmaz und Wolfgang Schurr haben versucht, die Bürger von sich zu überzeugen. Florian Bieg hatte gebeten, eine Mitteilung zu verlesen. Das tat Stadtrat Karl Grötzinger, der zusammen mit seinem Ratskollegen Thomas Abele die öffentliche Kandidatenvorstellung leitete: Er sehe aus persönlichen Gründen von einer weiterer Kandidatur ab, ließ Bieg mitteilen. Und hatte hinzugefügt: „Ich bitte Sie, gehen Sie wählen, aber setzen Sie ihr Kreuz nicht bei mir.“

Die sechs Kandidaten, die da waren, durften sich in der Reihenfolge ihrer eingegangenen Bewerbungen jeweils maximal zehn Minuten vor den rund 300 Heubacherinnen und Heubachern im Saal präsentieren, noch mal so viele waren per Livestream dabei.

Helmut Dannecker, Leiter der Rettungs- und Notarztwache in Heubach, versprach „volles Engagement, Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit“, und er betonte, er stehe „für eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Heubach“; bemängelte, dass es keinen Kinderarzt oder HNO-Arzt gebe. „Ich möchte meinen Beitrag leisten, Heubach, Lautern, Buch und Beuren noch lebenswerter zu machen.“

Dr. Joy Alemazung, Referent beim Bundesministerium für Entwicklung, verwies auf seine Erfahrung in und mit Verwaltungen, auch auf kommunaler Ebene. Sein grundlegende Motivation basiere auf einer Devise seines Vaters: „Wie kann ich mich in der Gemeinschaft nützlich machen? Dieses Lebensmotto hat mich ein Leben lang begleitet.“ Er wolle „in der Verwaltung einiges auf den Weg bringen“, so Alemazung. Zum Beispiel wolle er „ein Konzept für nachhaltigen Tourismus rund um den Rosenstein entwickeln“. Und: „Ich kenne und habe schon viele Fördertöpfe verwaltet.“

Jörg Pfisterer, Gutachter im Gesundheitswesen, nannte Politikbereiche, die ihm wichtig seien: Mobilität, Gesundheitsvorsorge, Kinder Jugendliche, Bürgerbeteiligung , dass Heubach so grün bleibe – und „das Gewerbe muss gestärkt werden“. Und er nannte vieles, was er tun will. „Wir brauchen …“, so leitete er viele Sätze ein: Radwege ausbauen, bessere Busverbindungen schaffen, E-Mobilität, „vielleicht erweiterte Kernzeitbetreuung“. Er wolle auf die Wünsche und Ideen der Vereine, der Bürger, der Jugend hören, am besten mit einer Zukunftswerkstatt. „Es brennt in mir, ich bin bereit mich hier einzusetzen.“.

Christian Joswig, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft in Gmünd, lobte erst einmal Heubach. Die Stadt sei „sehr gut aufgestellt“, man habe hier erstaunliches geleistet“. „Aber auch die kommende Jahre halten viel Arbeit bereit.“ Das Wort „Erfahrung“ verwendete er einige Male. Er sei überzeugt, dass er diese mitbringe, so Joswig. „Ich keine die Strukturen der Landes- und einer Stadtverwaltung.“ Und er wolle sich einsetzen für Jugend und Bildung, Wirtschaftsförderung – dabei setze er auf die Gemeinschaft.

Tayfun Türkyilmaz, Fahrlehrer aus Schwäbisch Gmünd, versprach im Fall seiner Wahl „die Ärmel hochzukrempeln“. Bezahlbaren Wohnraum schaffen für alle, Unternehmen und Einzelhändler stärken, mehr Unterstützung Schulen und Kindergärten nannte er als wichtige Anliegen. Bürgernähe sei ein wichtiger Faktor „Ich will die Bürger mit einbinden, ein Beschwerdemanagement ist notwendig.“

Zuletzt war die Reihe an Wolfgang Schurr, Leiter des AOK-Kundencenters in Gmünd. Heubach sei „eine großartiger Ort zum Leben“, den er gemeinsam mit den Heubachern „in eine bessere Zukunft führen“ wolle. Es dürfe „keinen Stillstand geben“. „Ich biete Kompetenz und Erfahrung im Verwaltungs- und Finanzmanagement“, so beschrieb Schurr seine Qualifikation. Seine Ziele: mehr Fachärzte vor Ort, Glasfaser in jedes Haus, bessere Taktzeiten für Busse. Bürgerbeteiligung sei „ausdrücklich erwünscht“. Und: Wir können eine Stadt schaffen, in der sich alle wohlfühlen.“

Und was sagen die Heubacher? "Es ist schwer: es gibt keinen Favoriten", sagt eine Heubacherin. Eine klare Präferenz für einen Kandidaten hat fast niemand, mit dem man spricht. "Ich habe zwei Favoriten", sagt etwa ein Mann aus Heubach. Und ein anderer fügt hinzu: "Positiv ist, dass es mehr ernsthafte Bewerber zur Auswahl gibt als bei der letzten Wahl."

Nach der Vorstellung aller folgt eine Fragerunde - Bürger dürfen Fragen gleichzeitig an zwei Bewerber stellen, um einen Vergleich zu haben. Interessant zu beobachten, wer wie oft drankommt: Schaut man auf die ersten zehn Fragen, dann liegt Joy Alemazung vorne - neunmal wird er um eine Antwort gebeten. Auch Jörg Pfisterer, Christian Joswig und Wolfgang Schurr wird mehrfach auf den Zahn gefühlt. Helmut Dannecker und Tayfun Türkyilmaz kommen nicht dran.

  • Runde zwei folgtgleich in Lautern
  • So geht's weiter: An diesem Donnerstag, 7. Oktober, ist um 19 Uhr in der Pfaffenberghalle in Lautern der zweite Vorstellungsabend. Auch der ist bereits ausgebucht. Die Bürgermeister-Wahl in Heubach ist dann am Sonntag, 17. Oktober. Sollte keiner der Bewerber mindestens die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten, gibt es eine Neuwahl am Sonntag, 31. Oktober.
Großes Interesse: Alle coronakonform zugelassenen Plätze in der Stadthalle waren ausgebucht, rund 300 Heubacher schauten zudem per Livestream zu.

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