Das geschieht, wenn Frederik Brütting in Aalen im ersten Wahlgang zum OB gewählt wird

Wahlkampf am Wochenende

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Bürgemeister-Sein und für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren? Das geht, meint Frederick Brütting. Von Heubacher Bürgern habe er noch keine negativen Rückmeldungen erhalten, dass er sich zu viel mit Aalen beschäftige. Hier montiert er Wahlplakate.
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Kann Frederick Brütting sein Amt als Bürgermeister in Heubach angemessen ausfüllen und gleichzeitig für sich als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Aalen werben?

Heubach

Plakate aufhängen, Flyer drucken, eine Fahrradtour durch Unterkochen mit dem Ortsvorsteher, ein Spaziergang mit dem Naturschutz-Fachmann durch das Naturschutzgebietes Dellenhäule bei Aalen-Waldhausen. Frederick Brütting hat in diesen Tagen gut zu tun. Bleibt bei so viel Wahlkampf für das Amt des Oberbürgermeisters in Aalen Zeit und Kraft, das Amt des Bürgermeisters in Heubach auszufüllen? Inwiefern darf ein amtierender Bürgermeister Wahlkampf machen? Auf rechtliche Regelungen angesprochen, sagt Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamts: Als hauptamtlicher Bürgermeister habe sich Brütting „voll seinen Dienstpflichten für die Stadt Heubach zu widmen“. Gleichwohl stehe es ihm wie jedermann und jederfrau zu, sich im Rahmen seiner Freizeit, Urlaub, nach Dienstschluss oder ähnliches für eine Kandidatur zu engagieren.

Termine am Wochenende

Brütting sagt, dass er genau das mache und viele Termine auf die Abenden, aufs Wochenende oder die Mittagspause lege. Ohnehin habe sich das Arbeiten durch die Bedingungen der Pandemie verändert, die ständige Präsenz am Schreibtisch stünde schon länger nicht mehr so im Vordergrund. Die Stadt habe bewusst Homeoffice-Regelungen eingeführt und vieles in seiner Arbeit könne er über Telefon, Social Media und die städtische „Cloud“ erledigen.

Der Wahlkampf in Pandemie-Zeiten bringe mehr Einzelkontakte, mehr Zeit und mehr Tiefe für Gespräche. „Qualitativ ist das besser als bei größeren Veranstaltungen mit 50 Zuhörern durchzuhetzen“, meint Brütting. Trotzdem sei er nach wie vor fast jeden Tag im Rathaus, zeige Präsenz und sei für Bürger auf allen Kanälen ansprechbar. „Das ist ja auch eine Stilfrage.“ Er sei mit der Heubach und den städtischen Mitarbeitern viel zu sehr verbunden, als dass er hier nachlässig werden wollte.

Kurz vor dem Wahltermin am 4. Juli wolle er zwar auch Urlaub nehmen, derzeit gebe es aber viel zu viel zu tun. „Wir geben weiter Vollgas in Heubach“, sagt Brütting und nennt als Beispiele die Baustellen an der Stadthalle, der Mehrzweckhalle in Lautern oder dem Triumph-Areal. „Hier besteht ständig Abstimmungsbedarf“, meint Brütting. Viel beschäftigt sei er auch mit privaten Bauanfragen, da gebe es so viele wie nie. „Die Tagesordnung für unseren Bauausschuss am kommenden Mittwoch ist lang.“

Brüttings Stellvertreter müssen ran

Sollte Frederick Brütting am 4. Juli im ersten Wahlgang zum OB in Aalen gewählt werden, könnte der Heubacher Gemeinderat in seiner Juli-Sitzung einen Wahltermin für die Bürgermeisterwahl in Heubach festlegen.

Die Gemeindeordnung (§47) regelt, „dass für den Fall, dass die Wahl des Bürgermeisters wegen Ablaufs der Amtszeit oder wegen Eintritts in den Ruhestand oder Verabschiedung infolge Erreichens der Altersgrenze notwendig wird, sie frühestens drei Monate und spätestens einen Monat vor Freiwerden der Stelle, in anderen Fällen spätestens drei Monate nach Freiwerden der Stelle durchzuführen ist“. Wann die Stelle frei würde, hinge davon ab, wann Brütting sein Amt als OB aufnehmen würde. „Ziel aus Aalener Sicht dürfte sein, dass der neue OB am 1. Oktober das Amt antritt. Dann beginnt die Dreimonatsfrist zu laufen“, so Susanne Dietterle.

Weiter sei zu beachten, dass die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters spätestens zwei Monate vor dem Wahltag öffentlich auszuschreiben sei. Der Heubacher Gemeinderat könnte also nach der Wahlentscheidung in Aalen die Terminplanung für eine Bürgermeisterwahl in Heubach unter Beachtung der genannten Fristen beschließen.

Um kein „politisches Vakuum“entstehen zu lassen, müssten in Heubach wohl für einige Wochen Brüttings Stellvertreter Karl Grötzinger, Gerhard Kuhn und Julia Gaiser übernehmen. Das seien erfahrene Leute, die eine kompetente Stadtverwaltung an ihrer Seite hätten, so Brütting. „Da mache ich mir keine Sorgen.“ dav

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