Wer reingeht, ist schon verrückt

Sie ist mit 1,2 Kilometern die längste Höhle im Ostalbkreis: der Teufelsklingenbröller bei Heubach. Was Forscher bei ihren Touren alles entdeckt haben, erfuhren Interessierte bei einem Vortrag am Rosensteingymnasium. Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Teufelsklingenbröller erzählten.

Der Teufelsklingenbröller bildete sich einst durch die Schichtung unterschiedlich wasserdurchlässiger Mergel- und Kalkschichten, die in dem Steilgelände der Teufelsklinge auch oberirdisch zu sehen sind. 2007 begann die Arbeitsgemeinschaft mit ihrer Forschung. Auf einem Übersichtsplan konnten die Zuhörer den Verlauf des Teufelsklingenbröllers sehen. Mit über 1,2 Kilometern Ganglänge, die durch drei Siphons blockiert werden, gehört er zu den Großhöhlen. Die Siphons eins und zwei werden in der Regel ausgepumpt, bevor jemand hinein kann. Der dritte Siphon, der sich hinter einer engen Höhlenstrecke befindet, stellte den Forschern eine zunächst unlösbare Aufgabe. Sobald sie versuchten, ihn zu durchtauchen, wurde der gesamte Lehm aufgewühlt. "Die Sicht ist gleich Null", berichtet ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft. Mutige Höhlenbefahrer haben es trotzdem gewagt und sind durchgetaucht. Geschafft! Da der Entdecker des dritten Siphons mit Nachnamen "Witzig" heißt, lag die Benennung des Siphons als "Witziger Siphon" fast auf der Hand. Die Höhlenforscher mussten sich immer darauf einstellen, dass sie krabbeln, tauchen oder den Weg freigraben mussten. Dafür benötigten sie die richtige Ausrüstung. Dazu gehörte nicht nur ein Neoprenanzug, ein Helm und eine Stirnlampe, sondern auch Sauerstoffflaschen, um längere Strecken tauchen zu können und ein schnurgebundenes Telefon, damit sie von außerhalb der Höhle über die Wetterverhältnisse informiert blieben. Bei engräumigen Höhlen wie dem Teufelsklingenbröller besteht nach starken Regenfällen oder bei Schneeschmelze die Gefahr, dass die gesamte Höhle mit Wasser zuläuft. Eine Führungsleine sollte ebenfalls nicht fehlen, um im Lehmwasser sicher den Rückweg zu finden. Eine solche Höhlenbefahrung kann über 20 Stunden dauern. Deshalb wird in dieser Zeit nicht nur geforscht, sondern die Höhlenforscher essen und schlafen auch in der Höhle.

Bei der Erforschung des Teufelklingenbröllers wurden die unterschiedlichsten Höhlenbewohner entdeckt. Zu diesen zählen Spinnen- und Mückenarten, sowie Höhlenflohkrebse und der Siebenschläfer. In einem Film zeigten die Forscher verschiedene Szenen, die während der Erforschung aufgenommen worden waren. Vertreter der Arbeitsgemeinschaft kommentierten diese sehr unterhaltsam. Am Ende stellte das Publikum die Frage, ob man nicht verrückt werde, wenn man so viele Stunden in einer Höhle verbringe. Darauf kam eine einfache Antwort der Forscher: "Wenn man da rein geht, ist man schon verrückt." Die Arbeitsgemeinschaft forschte von 2007 bis ins Jahr 2016 in Heubach. Die Forscher haben die Höhle in ihrer Länge nicht nur befahren, sondern auch vollständig ausgemessen und kartografiert. Darauf seien sie sehr stolz. Deshalb haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft beschlossen, diese aufzulösen und weitere Forschungsarbeiten den kommenden Generationen zu überlassen. Da sich die Höhle am Ende der erforschten Strecke in drei schmale Gänge aufteile, wobei noch völlig unklar sei, wie weit diese für Menschen befahrbar seien, bleibe es spannend um den Teufelsklingenbröller.

Jana Heselich

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