Wie Triumph ins ZDF kam

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Für die Händler ein wertvolles Sammlerstück (v.l.): Ferdinand Moors zeigt TV-Gastgeber Horst Lichter und Antiquitätenexperte Sven Deutschmanek seine Triumph-Büste.
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Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen bewirbt sich bei "Bares für Rares" – mit einer Büste des in Heubach gegründeten Unternehmens Triumph.

Heubach/Köln

Meine Frau hat gesagt, ich soll gucken, dass die Sachen wegkommen", erzählt Ferdinand Moors in seinem niederrheinischen Dialekt dem ZDF. Denn sein Keller in Brüggen – eine Gemeinde im Westen Nordrhein-Westfalens – sei voll mit alten Sammlerstücken. Mit einem davon bewarb er sich bei der ZDF-Sendung "Bares für Rares": einer Büste des in Heubach gegründeten Unterwäsche-Herstellers Triumph. Gefunden hatte Moors sie an einem Abbruchhaus, "da lag die oben auf dem Schutt". Die letzten 27 Jahre sei die Büste nun in seinem Keller gestanden, erzählt er Moderator Horst Lichter in der Sendung.

Sven Deutschmanek, der in der Sendung als Experte für die Preisschätzung zuständig ist, erläutert, dass es sich um ein Werbeartikel des Unternehmens handelt. "Der Betrieb wurde 1886 in Heubach bei Aalen gegründet", fährt er fort, "und seit 1960 sind die Marktführer". Die Büste selbst stamme wohl aus den 1950er Jahren und bewerbe einen sogenannten Bullet-Bra. "Das Material ist aus Gips", erläutert Deutschmanek, "und dafür hat sie sehr wenige Beschädigungen". Und so etwas werde durchaus auch gesammelt – und gibt Moors bei seiner Preisschätzung, die sich zwischen 250 und 300 Euro bewegt, recht.

Auch den Händlern gefällt, was sie sehen – angefangen mit einem Erstgebot von 80 Euro geht der Preis schnell in die Höhe. "So was ist einmalig", sagt etwa Ludwig Hofmaier. Letztendlich geht das Sammlerstück jedoch für 300 Euro an Walter Lehnertz. "So ein Ding kriegst du nie wieder", sagt er über seinen Kauf. Und auch Moors freut sich, aber er habe auch damit gerechnet, "dass die Feuer und Flamme sind", wie er am Ende der Sendung erzählt. Wie und wo die Büste hergestellt und gezeigt wurde, erfährt der Zuschauer allerdings nicht. Auf Anfrage der Gmünder Tagespost erzählt Moors, wie er zu dem Werbeartikel kam. Vor gut 30 Jahren habe er als Polizist in Warburg, einer Kleinstadt im Kreis Höxter, gearbeitet. Dort befand sich das Abbruchhaus mit der Büste, die sofort sein Interesse weckte. "Also habe ich gefragt, ob ich sie mitnehmen darf." Wie genau die Büste dorthin kam, weiß Ferdinand Moors auch nicht. Es habe sich bei dem Fundort aber nicht um ein Verkaufsgeschäft oder Ähnliches, sondern ein Privathaus gehandelt.

So ein Ding kriegst du nie wieder.

Walter Lehnertz, Meistbietender

Sein Blick für wertvolle Rarität kommt dabei nicht von Ungefähr. "Ich beschäftige mich schon lange mit Antiquitäten", sagt Moors, sein Schwager sei selbst Antiquitätenhändler. Für ihn selbst sei das Restaurieren und Verkaufen von alten Gegenständen ein Hobby. Und so verschaffte er sich nicht nur 300 Euro, sondern vielleicht auch einem Sammler ein schönes Glücksgefühl.

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