Wünsche an den neuen Heubacher Bürgermeister

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Heubach von oben im November 2021. Links unten die vor zwei Jahren sanierte Gmünder Straße, oben in der Mitte das neu bebaute ehemalige Triumph-Areal an der Mögglinger Straße.
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Mit mehr als 66 Prozent haben die Heubacher Dr. Joy Alemazung zu ihrem neuen Stadtoberhaupt gewählt. Welche Erwartungen haben sie an ihren neuen Verwaltungschef? Die GT hat sich umgehört.

Heubach

Was erwarten die Heubacher von ihrem neuen Bürgermeister? Was sollte er anders machen als sein Vorgänger, was beibehalten? Die Gmünder Tagespost hat sich in Heubach umgehört. Hier eine Auswahl an Antworten.

Pfarrer Thomas Adam: „Ich wünsche dem neuen Bürgermeister die Kraft, weiterhin so aufmerksam zuzuhören wie ich ihn im persönlichen Gespräch erlebt habe. Ich halte es für eine herausragende Fähigkeit, erst zu verstehen und dann Vorschläge zu machen für Lösungen. Der Druck, schnell/e Lösungen zu bieten, wird hoch sein, deshalb mein Wunsch: Kraft zur Langsamkeit und zum Zuhören. Oft schlummern die Lösungen schon in den Fragen/ Problemen. Weg von den 'dringenden Dingen' zu den 'wichtigen Dingen'. Ich gehe davon aus, dass es über die faktischen Berührungspunkte wie Kinderbetreuung am Ort gemeinsame Anliegen gibt zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger und bin sicher, dass wir auch mit ihm als Bürgermeister zu einem guten, konstruktiven und kreativen Miteinander von Kirchengemeinde und Stadt finden. Ich wünsche ihm, dass er sich nicht vom Schatten des Vorgängers fangen lässt, sondern seinen eigenen Stil und seine eigenen Themen sucht, findet und angeht – auf seine Weise.“

Jugendreferent Manuel Huber: „Wir würden uns freuen, wenn Dr. Alemazung ein offenes Ohr für die Jugend hat und die Wünsche und Bedürfnisse ernst nimmt. Dies hat er schon im persönlichen Gespräch und bei den Wahlkampfveranstaltungen als wichtigen Punkt seiner Arbeit erwähnt. Wir hoffen auf eine weiter starke und dynamische Jugendarbeit in Heubach und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Wir sind gespannt, welche Projekte wir zusammen mit dem neuen Bürgermeister an den Start bringen werden.

Anne Schührer vom Familienzentrum MüZe: „Frederick Brütting hat das Familienzentrum MüZe ideell sehr stark unterstützt und uns nie das Gefühl gegeben, als ehrenamtlich betriebener Verein weniger professionell oder weniger bedeutend in der sozialen Landschaft zu sein. Diese Haltung und Einstellung wünschen wir uns auch von seinem Nachfolger. Die ersten Gespräche mit ihm während des Wahlkampfes bei Besuchen im Second-Hand-Laden und am Hauptstandort Adlerstraße 7 deuten darauf hin, dass Herr Alemazung eine ähnliche Grundhaltung sowohl in Bezug auf bürgerschaftliches Engagement als auch in Bezug auf Familien mitbringt, was uns sehr hoffnungsvoll stimmt. Wichtig wäre uns als Familienzentrum, dass sich Familienpolitik nicht nur auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gute Kinderbetreuung beschränkt, sondern dass Familie ein Querschnittsthema ist. Das heißt, dass das gute Aufwachsen von Kindern und die Unterstützung von Familien bei allen kommunalen Entscheidungen berücksichtigt wird, ob bei der Verkehrsplanung, der Baupolitik, ökologischen Fragen, der lokalen Armutsbekämpfung oder weiteren Themen.

Für uns als Familienzentrum wünschen wir sowohl eine ideelle als auch eine finanzielle Unterstützung, so dass die Weiterentwicklung und Professionalisierung vom ehemaligen Mütterzentrum zum Familienzentrum fortgeführt und auf Dauer gesichert werden kann.“

Thorsten Krischke, neuer Schulleiter der Schillerschule: „Als Schule hoffen wir natürlich, dass gerade wir eine zentrale Rolle in der von Herrn Dr. Alemazung beschworenen Gemeinschaft spielen werden. Dazu sollten die angestoßenen und teilweise schon weit fortgeschrittenen Prozesse etwa im Bereich der Digitalisierung fortgeführt werden, aber die Schulen auch noch stärker zu Orten werden, an denen die Kinder sich wohlfühlen können. Ich würde mich freuen, wenn die Schillerschule noch mehr zu einer Schule für alle Heubacher werden könnte, in der sich möglichst viele Menschen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten einbringen. Das können Kooperationen mit Firmen im Rahmen der Berufsorientierung oder verschiedener Projekte sein, noch vielfältigere Angebote der Vereine im Rahmen der Ganztagesschule oder auch das Engagement Einzelner als Jugendbegleiter, Lesepate und vieles andere mehr. Einiges davon ist längst begonnen und muss nun auf Dauer sichergestellt werden. Frederick Brütting hat auch im Bereich der Schulen zweifellos vieles bewegt. Dr. Alemazung wird hoffentlich darauf aufbauen und, was nach meinen persönlichen Begegnungen sicherlich eine seiner wesentlichen Stärken ist, nun noch stärker auch die Menschen bewegen.“

Matthias Hillenbrand, Vorstandsmitglied des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV) sagt, er habe Dr. Alemazung in ersten Begegnungen als „sympathischen, kompetenten und beeindruckenden Mann mit Weitblick“ erlebt. Dass ein Mann mit afrikanischen Wurzeln gewählt wurde, wertet Hillenbrand als „tolles Zeichen der Toleranz“, über das er sich sehr freue. Was die Unterstützung des Handels in Heubach angehe, habe Frederick Brütting „die Latte sehr hoch gelegt“. Man habe gespürt: „Jeder einzelne Leerstand tut ihm weh“. Natürlich könne eine Kommune nicht alleine die Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Einzelhandel setzen. Wenn Alemazung sich ähnlich wie sein Vorgänger um die Strukturen und den Handel kümmere, und eben das beisteuere, was ein Bürgermeister machen könne, sei schon viel gewonnen. Hillenbrand setzt darauf, dass Alemazung mit seinem ganz anderen Hintergrund und seiner Lebenserfahrung eine persönliche Note in seine Arbeit bringen könne. „Und wenn er, als Neuer, die anfängliche Motivation gleich voll reinbringt und nichts unversucht lässt, den Handel zu stärken, kann das super werden“, meint Hillenbrand.

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