400 Jahre bäuerliche Tradition in Heuchlingen

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Jürgen Holl hat sich voll und ganz der Züchtung der Limpurger Rinder verschrieben und Mitglied des Vorstands. In seiner Freizeit, denn hauptberuflich ist er Bauhofleiter in Heuchlingen.
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Als Bauhofleiter, Feuerwehrmann und Züchter des Limpurger Rinds fühlt sich Jürgen Holl in Heuchlingen tief verwurzelt.

Heuchlingen

Eine Handvoll Landwirte setzte sich 1986 für eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse ein, die speziell unter anderem im Leintal in früheren Zeiten sehr gute Arbeitsdienste auf dem Acker verrichtet hatte. Einer dieser „Rasseretter“ ist Josef Holl vom Riedhof in Heuchlingen. Man hauchte dem 1963 aufgelösten Zuchtverband im Sommer 1987 neues Leben ein. Die Züchtervereinigung Limpurger Rind wurde wieder gegründet. Bis jetzt war Gründungsmitglied Josef Holl 28 Jahre lang zweiter Vorsitzender.

Auch sein Sohn Jürgen Holl hat sich voll und ganz der Züchtung der hübschen Rinder verschrieben und Mitglied des Vorstands. In seiner Freizeit, denn hauptberuflich ist er Bauhofleiter in Heuchlingen. Viele Bauprojekte hat er schon begleitet, aktuell machte er sich für einen Wasserspeicher in Tankform stark, damit die Wasserversorgung auf starken Beinen steht. Und auch im Brandfall steht nun genügend Löschwasser zur Verfügung. Keine Frage, da hat auch sein Feuerwehrmann-Herz mitgeschlagen. Seit 2001 ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, zehn Jahre lang war er stellvertretender Kommandant und er ist Zugführer.

Heuchlingen ist seine Heimat und er ist mit dieser tief verwurzelt. Bereits seit 2001 ist er Mitarbeiter im Bauhof, seit drei Jahren ist er der Chef. Was ihm an Heuchlingen besonders gefällt? „Es gibt hier viel Grün in der Ortsmitte“, muss er nicht lange überlegen. Und: „Man kann hier noch einkaufen.“ Für ihn ist es keine Frage, dass er ehrenamtlich engagiert ist. „Ich bin hier schließlich geboren“, argumentiert er. So ist es nicht verwunderlich, dass er auch noch im Obst- und Gartenbauverein sowie dem Schwäbischen Albverein Mitglied ist. Und seine drei Kinder? Sebastian, Benjamin und Franziska sind im Musikverein und im TV Heuchlingen aktiv. Gattin Ursula lächelt verschmitzt, als sie beschreibt, dass sie das „Taxi“ für den Nachwuchs ist. Wobei der 44-Jährige betont, dass der Öffentliche Nahverkehr etwa für den Sohnemann, der in Aalen auf die Berufschule geht, „gut funktioniert“.

Tradition fortleben lassen

Als Bauhofleiter ist Jürgen Holl in Heuchlingen bekannt wie ein bunter Hund. Immer da, wo gebaut wird oder Grünpflege durchgeführt wird, ist er vorne mit dabei. Natürlich kümmert er sich mit seinem Team auch darum, dass etwa das Gelände in bestem Zustand ist, wenn etwa das Wegfest ausgerichtet wird. Und, dass man beim Dreifaltigkeitsfest im Teilort Holzleuten gemütlich am Tisch sitzt und die Bewirtung genießt, ist für ihn selbstverständlich.

„Heuchlingen ist eine tolle Wohngemeinde“, findet er. Und verweist stolz darauf, dass der Riedhof seit dem 16 Jahrhundert besteht. Den Hof hat er vom Vater übernommen. Das Schöne: Auch sein ältester Sohn will diese Tradition fortleben lassen. Sie sind eben alle mit ihrer Heimat verwurzelt. „Liegt im Blut“, lächelt Holl. Offensichtlich, denn das ist seit gut 400 Jahren so. Durch die Zucht der Limpurger Rinder wird am Hof zudem dafür gesorgt, dass es auch Kulturgut auf vier Beinen gibt.

Bekannter Kopf

Irmgard Waidmann kennt in Heuchlingen durch ihr großes, jahrzehntelanges Engagement an der Spitze des katholischen Kirchengemeinderats jeder. Sie war maßgeblich an der Planung des neuen katholischen Gemeindehauses und des Kindergartens „Arche Noah“ beteiligt und aktiv bei der Innensanierung von St. Vitus. Sie ist Mitbegründerin der Nachbarschaftshilfe samt Besuchsdienstes und auch beim Umzug des Kindergartens in den Neubau war sie engagiert.

Instagram-Fotomotiv

Ein christliches Kleinod findet sich im Herzen des Teilorts Holzleuten. Es handelt sich um die Dreifaltigkeitskapelle, die 1747 erbaut wurde. Einmal im Jahr wird das Dreifaltigkeitsfest mit Festgottesdienst gefeiert, das Besucher aller Generationen aus nah und fern anlockt. Der Erlös aus den Festen geht dabei stets an eine Mission in Indien. Der Kontakt entstand über einen indischen Pfarrer, der für Holzleuten seelsorgerisch zuständig gewesen war. 

Schon gewusst?

Die Leintalgemeinde Heuchlingen hat einen ganz besonderen Platz nahe der St.-Vitus-Kirche und dem katholischen Gemeindezentrum. Den „Joseph-Ohnewald-Platz“. Wer war dieser Bürger aus Heuchlingen, der am 29. Oktober 1781 dort geboren ist und am 31. Januar 1856 verstarb? Ein bekannter Kirchenmusikdirektor und Tonkünstler. Ohnewald zählte zu den erfolgreichsten Schöpfern der katholischen Kirchenmusik der Säkularisation.

Irmgard Waidmann
Die Kapelle in Holzleuten
ohnewald-platz

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