Bauplatz-Punkte für Kinder und Ehrenamt im Ort

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Heuchlingens Bauplätze sind begehrt Vergabekriterien werden beschlossen.

Heuchlingen. Nachdem für das Baugebiet „Lindenbrunnen“ die Aufträge für die Tiefbaumaßnahmen vergeben worden sind und mit den Arbeiten Ende August begonnen werden soll, hat der Heuchlinger Gemeinderat in seiner Sitzung am 5. Juli den Bauplatzpreis pro Quadratmeter auf 170 Euro festgelegt. Daran erinnerte Bürgermeister Pater Lang in der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Nun stehe die Kür, der Verkauf der Bauplätze, an. Für die 20 Bauplätze hätten sich bereits mehr Interessenten gemeldet als berücksichtigt werden können. Diese Interessenten haben in den vergangenen Monaten bereits Anfragen gestellt und wurden seitens der Verwaltung auf einer Interessentenliste notiert. Zeitgleich sei den Interessenten lediglich zugesichert worden, dass sie, sobald die konkreten Vergabekriterien vorliegen, zum Sachstand und zum weiteren geplanten Vorgehen Informationen erhalten. Auf eine, früher im Land teilweise praktizierte, „freie Vergabe“ oder auf das „reine Einheimischenmodell“ möchte Heuchlingen verzichten und lehnt sich an die Empfehlung des Gemeindetags an, bei der Vergabe der Bauplätze ein Punktesystem durch gemeindegeeignete Vergabekriterien anzuwenden.

Diese Kriterien standen am Montag zur Diskussion. Wichtig ist es der Verwaltung, dass der Verkauf nur an private Bauinteressenten erfolgt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Eigennutzung verbindlich zusagen.

Soziale Kriterien zählen

Das Punktesystem definiert, welche sozialen und ortsbezogenen Kriterien mit welcher Punktzahl gewertet werden. Diese Punktzahl entscheide über das Ranking, nach dem die Vergabe erfolgen soll, informierte Bürgermeister Lang, schloss aber ein Losverfahren bei Punktegleichstand nicht aus. Der Entwurf der Gemeinde sieht bei den sozialen Kriterien eine hohe Punktzahl für Paare vor, die verheiratet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben. Je nach Anzahl der Kinder sind weitere Punkte möglich. Bei drei und mehr Kindern können so 15 der Höchstpunktzahl von 30 erreicht werden. Timo Altrock empfand diese Einstufung als zu hoch. Viele Paare würden sich erst etwas aufbauen wollen, bevor die Familie gegründet wird. Er empfahl hier Nachbesserung. Thomas Mach hielt dagegen. Er befinde die Gewichtung von Familie und Kindern als gut, schließlich habe die Gemeinde mit dem neuen Kindergarten „viel Geld für die Kinder in die Hand genommen“. Auch die Wertung der ortsbezogenen Aspekte, wie der Hauptwohnsitz des Antragstellers oder dessen Eltern in den vergangenen fünf Jahren im Ort und die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit, sei ausgewogen bemessen. Corona habe gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft sei.

Außerdem einigte sich das Heuchlinger Gremium darauf, den Bebauungsplan „Sandgrube“ auf eine mögliche Änderung prüfen zu lassen. Die Gemeinde möchte dazu vorab ein Angebot einholen, was eine solche Änderung kosten würde. Mit der Änderung würde der Weg frei, die bauliche Nutzung einiger, an der Schechinger Straße gelegenen Flächen, zu erweitern und den Anfragen nach innerörtlichen Bauplätzen entgegen zu kommen. Andrea Rohrbach

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