Mehr Sicherheit für die  Wasserversorgung in Heuchlingen

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Ingenieur Ricky Winter, Bauunternehmer Hans Ebert, Bauhofleiter Jürgen Holl und Bürgermeister Peter Lang auf der Wassertank-Baustelle in Heuchlingen.
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In Heuchlingen wird der Einbau eines Speicherbehälters zum Garant für Trink- und Löschwasserreserve im Notfall. 920.000 Euro werden investiert.

Heuchlingen. Fingerspitzengefühl und ein gutes Augenmaß waren von dem Kraftfahrer gefragt, der vor kurzem die beiden zylindrischen Wassertank-Teile durchs Baugebiet „Gehren“ an ihren finalen Bestimmungsort brachte. Die beiden Speicherkammern mit einem Durchmesser von 3,5 Metern machten einen Sondertransport nötig. Dessen Anmeldung zur Genehmigung bei den Behörden war nur ein Steinchen im großen Aufgabenmosaik, das auf das Ingenieurbüro LK&P sowie das Bauunternehmen Hans Ebert aus Pommertsweiler zukamen. So setzte man sich unter anderem auch mit der Naturschutzbehörde an einen Tisch. Den Grund verrät Bürgermeister Peter Lang: „Wenn alles fertig ist, wird auf der Erdschicht über den Wassertanks eine insektenfreundliche Blumenwiese entstehen sowie Totholzhaufen angelegt. Das bringt einen ökologischen Ausgleich für die Maßnahme.“

Zudem gibt’s eine geotechnische Begleitung, Elektroingenieure sind gefragt und vieles mehr. „Viele einzelne Aufgaben, die es zu koordinieren gilt“, weiß Ingenieur Ricky Winter von LK&P. Peter Lang bestätigt, dass da wirklich ein Rädchen ins andere greift. Er spart nicht mit Lob. Auch für Bauunternehmer Hans Ebert. Um was es im Speziellen geht? Um eine massive Verbesserung für die Trinkwasserversorgung im ganzen südlichen Bereich von Heuchlingen. Denn die Speicherkammer, die in der Erde verschwindet, kann bis zu zwei Tagen eine Notversorgung als Puffer genutzt werden, wenn die Wasserleitung defekt ist. Denn bislang gibt es nur eine solche Versorgungsleitung mit Trinkwasser, herführend vom Hochbehälter in Holzleuten, wie Bauhofleiter und Wassermeister Jürgen Holl erklärt. Diese Leitung liegt in geologisch schwierigem Grund: Knollenmergel. Und sollte es hier zu einem massiven Rohrbruch kommen – kleinere gab es in den vergangenen Jahren immer wieder – stünde der komplette südliche Teil Heuchlingens ohne Wasser da.

Durch die neue Wasserspeichermöglichkeit ist eine Versorgung des Gebiets zu jederzeit möglich. Eine Ausfallsicherheit ist somit gegeben. Die Wasserkammer, die in zwei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengeschweißt wurde, verfügt über ein Volumen von 150 000 Liter. Also 150 Kubikmeter für Frischwasser.

Zu diesem Wasserreservoir gesellt sich eine Druckerhöhungsanlage, die den aktuellen Druck von einem Bar in diesem Gebiet um zwei weitere Bar erhöht. Also verdreifacht. Der bestehende Wasserversorgungsdruck hätte im neuen Baugebiet, das momentan erschlossen wird, nicht mehr ausgereicht. Und eine zweite Komponente spielt noch eine große Rolle für die 920 000-Euro-Investition. „Es geht um Löschwasser im Brandfall“, erklärt Jürgen Holl. Denn das Speichervolumen im Tank wird künftig bei Einsätzen als Löschwasser genutzt. Die Druckerhöhungsanlage wurde hierzu auf die Betriebszustände beim Löschansatz der Feuerwehr ausgelegt.

Bis Ende Juli werden die Bauarbeiten erledigt sein. Dann sieht man nichts mehr von dem zylindrischen Tank, der dann komplett unter einem Meter Erde vergraben liegt. Einzig die angedockten Armaturenkammern, die als Technikraum dienen, ragen dann aus der Erde. In dieser wird die Druckerhöhungsanlage beheimatet. Ausgestattet mit vier Kreiselpumpen, die frequenzgesteuert sein werden.

Zwei Autokräne waren nötig, um die beiden Tankteile an ihren Bestimmungsort zu bringen.

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