Im Notfall 24 Stunden erreichbar

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Helmut Wiedmann geht in Ruhestand.

Helmut Wiedmann geht in Ruhestand und erzählt von seinem Alltag bei der Landeswasserversorgung.

Essingen. Als Helmut Wiedmann sich 1987 bei der Landeswasserversorgung vorstellte, hieß es, man könne seine Bewerbung nur berücksichtigen, wenn er in die Betriebswohnung ziehen würde. So erzählt es der 63-Jährige, der seitdem auf dem Betriebsgelände in Essingen-Dauerwang wohnt. Aus gutem Grund. Denn die Mitarbeiter der Landeswasserversorgung sind nicht nur tagsüber für die Überprüfung und Instandhaltung der Leitungen und Behälter zuständig – sie haben auch regelmäßig Bereitschaftsdienst, falls es nachts zu Rohrbrüchen kommt oder „wenn am Sonntag das Wasser läuft“.

Eine Woche lang 24-Stunden-Bereitschaft, dann drei Wochen frei – so sah auch der Arbeitsrhythmus von Helmut Wiedmann aus. In seiner Anfangszeit gab es nur ein einziges Telefon, erinnert er sich. „Und wenn man Bereitschaftsdienst hatte, konnte man kaum das Haus verlassen, weil man ja immer telefonisch erreichbar sein musste“, erzählt er. Als dann das schnurlose Telefon kam, konnte er in dieser Zeit auch mal im Garten arbeiten. „Ein Riesenfortschritt“, sagt er. Und heute mit dem Handy sei man ohnehin viel freier.

Helmut Wiedmann mag an seiner Arbeit die Vielseitigkeit. „Kein Tag ist wie der andere.“ Zweimal pro Woche kontrollierte er Schächte und Leitungen zwischen Lautern und Bargau. Das war seine Route. Früher hieß das „Streckendienst“, heute TSM, was für Technisches Sicherheitsmanagement steht. Der geprüfte Schweißer hat in der betriebseigenen Werkstatt passgenaue Rohre angefertigt und im Winter die Anlagen der Landeswasserversorgung mit dem Schneepflug freigeräumt. Das Fahren großer Maschinen war ihm vertraut. Der angestammte Essinger kommt vom Bauernhof. „Man hat Traktorfahren gelernt, bevor man seinen Namen schreiben konnte“, sagt er und lacht. Seit 1998 gehörte auch die Verantwortung für die Wasserversorgung in Essingen zu Wiedmanns Tätigkeit. Die Zuständigkeit für Leckortung, Wartung und Reparaturen im Ortsnetz. Das Aufspüren von Rohrschäden war ein Dauerthema. Manchmal sei man nachts losgegangen, wenn es auf den Straßen ruhiger war, und habe mit einer „Horchdose“ in die Schächte hineingehört, um Lecks zu finden, erinnert sich der Betriebsmonteur. Heute hilft die Elektronik beim Aufspüren von Rohrbrüchen.

Am ersten Juni geht er in Ruhestand. Er wird weiter auf dem Betriebsgelände wohnen. Und er hofft, dass der Urlaub in Kärnten bald möglich ist. Der Wohnwagen ist einsatzbereit. bk

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