In Heuchlingen gehen nachts die Lichter aus

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In Heuchlingen gehen nachts die Lichter aus.
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Der drohende Mangel beschäftigt den Gemeinderat, der am Ende einstimmig entscheidet.

Heuchlingen. Eine Entscheidung, „für die wir alle Prügel bekommen werden“, wie Bürgermeister Peter Lang lakonisch feststellte, traf der Gemeinderat am Montag. In Heuchlingen sollen von Mitternacht bis 4.45 Uhr die Straßenlichter ausgeschaltet werden. Dies sei ein Beitrag zu den Energiesparmaßnahmen, die von Bund und Ländern den Kommunen auferlegt worden sind.

Die drohende Energiemangellage sei in greifbare Nähe gerückt. Lang formulierte die Prioritäten, um den Gas- und Energieverbrauch zu reduzieren. Der öffentliche Bereich als Kommune müsse seinen Teil „als Vorbildfunktion“ dazu beitragen. Um die geforderten Einsparungen von 15 Prozent bis 20 Prozent zu erreichen, müsse Heuchlingen jetzt schon mit Sparmaßnahmen beginnen. Zwar seien in Heuchlingen schon einige öffentliche Gebäude durch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen gleichzeitig isoliert worden, der „empfindlichste Bereich“ Kindergarten, Schule und Gemeindehalle werde aber als Heizungsverbund mit Gas geheizt, sollte die Mangellage eintreten „dann steht dort alles still“. Als Option sieht die Verwaltung, zu überprüfen, ob das Mini-Blockheizkraftwerk mit Flüssiggas betrieben werden kann, dies würde lediglich eine Leistung von 15 Kilowatt erreichen, wäre aber ausreichend „dass dort nicht alles einfriert“. Des Weiteren werde sich Heuchlingen den Verordnungen für den öffentlichen Bereich anschließen und die Raumtemperaturen senken, Flure und Foyers werden nicht mehr beheizt. In den Schulräumen werden die Temperaturen auf 20 Grad abgesenkt. Für Sport-, Turn- und Vereinshallen gilt eine Höchsttemperatur von 19 Grad beim Schulsport, für alle weiteren Nutzungen 15 Grad. Durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen konnte die Gemeinde bereits seit 2003 große Einsparungen erzielen, die Umrüstung der Straßenlampen an der Hauptstraße entlang auf LED berge weiteres Einsparpotenzial, sei aber frühestens 2023 umsetzbar. Eine der effektivsten Sparmaßnahmen sei die komplette Abschaltung der Straßenbeleuchtung während der Nachtstunden, führte Lang aus, eine Ansicht, die der Gemeinderat einstimmig mittrug und die Verwaltung ermächtigte, eine entsprechende Umstellung der Beleuchtungstechnik in Auftrag zu geben. „Für die Abschaltung werden wir nicht nur Lob ernten“, sah Lang in die Zukunft. Gerd Hägele war der Ansicht, die Nachtabschaltung sei in anderen Gemeinden bereits eingeführt, und hofft, „davon geht die Welt nicht unter“.

Nichts Neues zur Zehntscheuer

Über die Nachnutzung der Zehntscheuer könne noch nicht entschieden werden, informierte der Bürgermeister während der Bürgerfragestunde. Der Gemeinderat beschäftige sich intensiv mit dem Gebäude, es müsse aber erst mit dem Denkmal- und Brandschutz geklärt werden, was für eine Nutzung möglich wäre.

Der alte Radlader des Bauhofs konnte für 8500 Euro an einen Meistbietenden verkauft werden, das neue Fahrzeug soll in der kommenden Woche geliefert werden.

In Person von Tanja Mack bekommt der Kindergarten „Arche Noah“ eine neue Leiterin, die Einrichtung feiert am kommenden Samstagnachmittag einen Tag der offenen Tür.

Eine fünfköpfige ukrainische Familie wurde neu in der Gemeinde aufgenommen und in einem von der Gemeinde angemieteten Haus untergebracht. Damit sei die Aufnahmeverpflichtung für ukrainische Flüchtlinge mit 15 Personen für das laufende Jahr erfüllt. Wie es im kommenden Jahr weitergehen soll, darüber hat Lang noch keine Kenntnis. Die Aufnahmeverpflichtung sieht noch die Aufnahme eines geflüchteten Menschen aus einem anderen Land vor. ⋌Andrea Rohrbach

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