Laufen für die italienischen Freunde

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Der Partnerschaftsverein „Amici di Casola“ und der TSV Bartholomä haben eine Aktion auf die Beine gestellt. Bei der „virtuellen Laufchallenge“ sollten die 750 Kilometer, die zwischen Bartholomä und der Gemeinde in Italien liegen, überwunden werden. Fotos/Collage: privat/ca
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Zweimal bis nach Casola und dann weiter bis ans Meer: Eine virtuelle „Laufchallenge“ überwindet locker die 750 Kilometer in die Partnergemeinde Bartholomäs. Was hinter der Idee steckt.

Bartholomä

Besuche, Feste, Sport: Was so lange selbstverständlich war, alles fällt den Kontaktbeschränkungen zum Opfer. Die Pandemie bringt mitunter aber auch kreative Ideen hervor. So wie in Bartholomä. Der Partnerschaftsverein „Amici di Casola“ und der TSV Bartholomä haben gemeinsam eine Aktion auf die Beine gestellt. Bei der „virtuellen Laufchallenge“ sollten die 750 Kilometer, die zwischen dem Dorf auf dem Albuch und der Gemeinde in Italien liegen, überwunden werden.

Ist das zu schaffen? „Ce la faremo – wir schaffen das“, meinte nicht nur Bettina Ritz, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Es traf sich gut, dass viele Läufer des TSV dies mit dem Erwerb des Ausdauer-Sportabzeichens verbinden konnten. Die Bartholomäer haben knapp einen Monat lang, von 15. März bis 11. April, die Laufschuhe geschnürt und haben dabei 2511 Kilometer zurückgelegt. Sie dachten dabei an Italien, die Sonne, das Meer und unbeschwerte Zeiten in dieser endlos erscheinenden Pandemie. „Gedanklich bei lieb gewonnenen Freunden in der Partnergemeinde sein. Das half dabei, bei fast winterlichen Verhältnissen auf der Ostalb den inneren Schweinehund zu überwinden und die Sportschuhe zu schnüren“, meint Bettina Ritz und bilanziert: „Eine sensationelle Leistung.“ Sogar zweimal bis nach Casola und dann weiter bis ans Meer.“

Die Aktion sollte dazu dienen, die Partnerstadt und den Verein im Bewusstsein der Bartholomäer zu halten. Immerhin gab es seit mehr als einem Jahr keine „echten“ Begegnungen mehr. Außerdem wollten die Organisatoren den italienischen Freunden zeigen, dass sie gedanklich nah bei ihnen sind. Eigentlich sei geplant gewesen, dass auch die Italiener bei dem virtuellen Lauf mitmachen und sich alle sozusagen „in der Mitte“ treffen. Weil die Coronazahlen aber im Februar und März stark anstiegen und Ausgangsbeschränkungen verschärft wurden, wäre dies „ein falsches Signal“ gewesen, berichtet Bettina Ritz. Trotzdem oder gerade deswegen hätten die Italiener die sportlichen Leistungen der Bartholomäer genau verfolgt und jeden Kilometerstand freudig auf Facebook kommentiert. „Der Countdown auf den letzten Kilometern wurde stündlich geteilt und virtuell ließ Sonia Galliani, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Casola, die Bartholomäer am grandiosen Empfang auf der Piazza teilhaben. Wer hatte da nicht gleich die wirklichen Empfänge in Casola, die zu unterschiedlichen Anlässen in fast 20 Jahren Partnerschaftsgeschichte stattgefunden haben, im Kopf und wie schön wäre es, derartiges zurzeit tatsächlich vor Ort zu erleben“, meint Bettina Ritz.

Schwierige Planung

Wie es in nächster Zeit weitergeht, kann die Vereinsvorsitzende noch nicht wirklich sagen. Sobald es die Corona-Situation zulasse, wollten die Italiener versuchen, die 2511 Kilometer zu knacken. Und: „Wir haben zunächst mal am Veranstaltungskalender festgehalten“, sagt Bettina Ritz. Klar sei aber, dass das für Juli geplante Dorffest in Bartholomä zumindest im großen Stil nicht machbar sei. Ob ein im vergangenen Jahr verschobener „Frauenausflug“ drin ist, werde wohl Ende Mai entschieden. Und dann stehe im Sommer noch die vierte und letzte Etappe der großen Wanderung von Florenz bis Rom an. „Alles sehr schwierig gerade“, meint Bettina Ritz. Aber: „Fakt ist, die Pandemie wird enden. In der Zwischenzeit gilt es, auf andere Art und Weise miteinander in Verbindung zu bleiben und die internationale Freundschaft auch ohne persönliche Begegnungen weiterhin aufrecht zu erhalten.“

Mehr Infos gibt es im Internet unter https://www.tsv-bartholomae.de/2021/Laufchallenge2021.htm

Eine sensationelle Leistung.“

Bettina Ritz,, Vorsitzende

Junge und ältere Läufer für die italienischen Freunde

Insgesamt 49 Erwachsene und 31 Kinder joggten, rannten und walkten gedanklich in den sonnigen Süden.

Die Kinder sammelten 417 Kilometer. Wie Bettina Ritz berichtet, gab es Läufer, die über 100 Kilometer geschafft haben: Bernd Fuchs (272,19 Kilometer), Thomas Mezger (147,35 Kilometer), Michael Ochs (138,14 Kilometer) und die „meistgelaufene Frau“ war Marion Mezger mit 95,5 Kilometer.

Bei denunter 18-jährigen war Maris Jüttler mit 83,7 Kilometern der beste männliche und Lena Staudenmaier mit 27,9 Kilometern die beste weibliche Läuferin.

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