Die Weiterentwicklung ist das Ziel

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Ralph Gruber (links, an der Tafel) ist einer von vier Arbeitskreissprechern in Lautern. Er erklärt den Mitgliedern der Landeskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ die bauliche Entwicklung im Heubacher Stadtteil.
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Die Landeskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ nimmt auf einer Besichtigungstour durch Lautern unter die Lupe. Wie das Gesehene und Gehörte ankommt.

Heubach-Lautern. Tanzvorführung der „Dancing-Kids“ des Sportverein und musikalische Weisen der jungen Bläsergruppe bildeten den krönenden Abschluss für die Mitglieder der Landeskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Lautern. Den ganzen Dienstagvormittag über waren diese unterwegs, um sich ein Bild von den Aktivitäten der Arbeitskreise vor Ort zu machen. Etwa auf einem Spaziergang im Lappertal, beim Besuch der Rosenstein-Baumschulen, bei Besichtigung der Jugendinitiative Lautern, durch die Visite in der historischen Schmiede und eben beim großen Finale am Dorfplatz. Um es vorweg zu nehmen: Das Gesehene und Gehörte kam hervorragend an.

Die Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ stellte viele Fragen und war bis zum Abschluss sehr aufmerksam. Allerorten gab es Nachfragen und anerkennende Blicke sowie Kopfnicken. Keine Frage, das 1350-Seelen-Dorf hat alle Trümpfe in Sachen Zusammenhalt ausgespielt und damit gepunktet. Ortsvorsteher Bernhard Deininger brachte es auf den Punkt: „Es geht nicht um Gold, Silber oder Bronze, sondern um echte Dorfgemeinschaft. Um Zusammenhalt.“ Dabei sei erwähnt, dass es für Lautern bereits 2012 eine silberne Medaille fürs ganzheitliche Engagement von der Landeskommission gegeben hatte.

Insgesamt vier Stationen

An vier Stationen meldeten sich die jeweiligen Sprecher der Arbeitskreise zu Wort, die sich für diesen Wettbewerb gefunden haben. So ging etwa Georg Enssle auf Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen ein. Erläuterte Ralph Gruber die Punkte in Sachen Baugestaltung und Siedlungsentwicklung, beschrieb Steffanie Rieg die Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft und erklärte Heike Hieber die sozialen und kulturellen Aktivitäten am Ort.

Viel Aufmerksamkeit erhielt Ralph Gruber, als er beschrieb, dass man aktuell aus einem einstigen landwirtschaftlichen Anwesen in Zusammenarbeit mit einem Investor ein Mehrgenerationenhaus machen möchte. Also sowohl Senioren wie auch junge Familien eine Heimat finden sollen. Gerade bei den älteren Einwohnern gebe es eine große Nachfrage, zumal die Verwurzelung im Dorf stark vorhanden ist. Ortsvorsteher Deininger berichtete, dass es bereits zwei Infoabende zum Thema gegeben hat. „Wir streben Seniorenwohnungen an. Pendler kaufen unterwegs, die Senioren im Ort ein“, erklärte er das Ansinnen, auch den Einzelhandel zu unterstützen. „Und Häuser werden leer für junge Familien.“ Deininger wünschte sich zusätzliche Anreize seitens der Förderungen zu geben, sah ELR (Entwicklung Ländlicher Raum) als Anschubfinanzierung, wollte aber auch von der Stadt Heubach ein Zeichen. „Wir sprechen nicht von riesigen Summen“, betonte er. Der Bürgermeister wiederum nickte verständig und stellte fest: Wir arbeiten dran.“

Mit Herzblut dabei

Bei jedem Arbeitskreis-Sprecher spürte man ein außergewöhnliches Herzblut, mit dem man Lautern voranbringen möchte. „Sehr eindrucksvoll“, wie Josef Strobel voller Anerkennung feststellte. Mittendrin Ortsvorsteher Deininger, der immer wieder noch eine Anekdote anbrachte, etwa die vom Schulmeister, der nebenher Blumensamen züchtete und bis nach Amerika verkaufte. Diese Geschichten kamen gut an und waren das Sahnehäubchen zu den vielfältigen Aktivitäten im Ort. Ganz nach dem Gusto der Landeskommission, die getreu den Wettbewerbsvorgaben das ganzheitliche Bild eines Dorfes auf dem Schirm hat.
Heubachs Bürgermeister Dr. Joy Alemazung bekräftigte etwa, dass Lautern als Dorf nicht Zukunft hat, sondern „das Dorf die Zukunft ist“. Als Vertreter des Landratsamts Ostalb traf man auch Kommunalamtschef Josef Strobel, der mit Blick auf die Tatsache, dass Lautern bereits den Bezirkswettbewerb mit Erfolg hinter sich gebracht, und nun im Landeswettbewerb angekommen ist: „Lautern gehört zur Crème de la Crème.“

Historischer Markt 2022

Ortsvorsteher Bernhard Deininger informierte unter anderem darüber, dass im September 2022 wieder der Historische Markt ausgerichtet wird. Für die Organisation laufen viele ehrenamtlichen Fäden zusammen. Ein Kraftakt fürs ganze Dorf. Fotos von vergangenen Märkten konnten sich die Kommissionsmitglieder auf dem Dorfplatz anschauen. „Hier kennt man sich noch“, hatte zuvor Heike Hieber bekräftigt. Josef Strobel beschrieb Lautern als „leuchtendes Vorbild und Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und Zusammenhalt“.

Wer Mitglied der Landeskommission ist

Die Landeskommission besteht aus dem Vorsitzenden Dr. Norbert-Jakob Ferch vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Stellvertretende Vorsitzende ist Ingrid Bisinger. Ebenfalls Mitglieder sind Alois Henne vom Gemeinde- und Städtetag, Susanne Hirzler vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Landesverband, Sigrid Erhardt vom Landesverband Obst- und Gartenbau, Garten und Landschaft, Dr. Beate Krieg von den Landfrauenverbänden, Werner Bucherer vom Verband Landschafts-, Garten- und Sportplatzbau, Andreas Kloster, Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, Ute Ellwein für den Landkreistag, Werner Gebele vom Landesnaturschutzverband und Werner Oeldorf für Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg.
Der Bundeswettbewerb findet 2023 statt.

Heidi Häffner von der Heubacher Stadtverwaltung hat für die Mitglieder der Landeskommission grüne Schirme mit dabei.

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