JiL hofft auf Normalität

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Das selbst gebaute U-Boot für die Herbstfreizeit ist zwar noch nicht ganz fertig. Dennoch freut sich das Führungsteam auf die Zeit nach der Pandemie, um wieder Kinder- und Jugendarbeit vor Ort machen zu können. Im Bild: Ortsvorsteher Bernhard Deininger, Elena Gold, Anna-Lena Deininger und Markus Enßle.
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Das Führungsteam der Jugendinitiative Lautern, kurz JiL, muss wegen der Pandemie viele Tiefschläge einstecken. Jetzt hofft man auf Durchführung der Freizeitangebote.

Heubach-Lautern

Wenn man in die traurigen Kinderaugen blickt, wird man selbst traurig“, erklärt Ortsvorsteher Bernhard Deininger.

Tochter Anna-Lena, Elena Gold und Markus Enßle nicken bekräftigend. Manchen Nackenschlag erhielten die Macher der Jugendinitiative Lautern, JiL, durch die Corona-Pandemie. 2019 konnte man noch das 40-jährige Bestehen feiern, 2020 kam dann das Aus für Ausflüge, Jugend-Radfreizeiten oder auch das Betreuungsangebot in den Herbstferien. „Lockdown“ war das Wort, dass allen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. Und auch die diesjährige Jugend-Radfreizeit, die traditionell an den Bodensee führt, musste abgesagt werden.

„Es ist unheimlich schwer, in Pandemiezeiten irgendetwas zu organisieren“, seufzt Bernhard Deininger, der selbst lange Jahre im Vorstand von JIL war und nach wie vor an den Freizeiten mitorganisiert. Dennoch spürt man, dass sich die JiL-Macher nicht unterkriegen lassen. Warum? Weil es um rund 300 Mitglieder geht, denen man etwas bieten möchte. Und einen Stab von etwa 50 Betreuerinnen und Betreuer, die für den Nachwuchs bei Ausflügen und Freizeiten, etwa nach Ravenna auf den Campingplatz, parat stehen.

Dieses Angebot war das Einzige, was 2020 durchgeführt werden konnte. Natürlich unter strengen Hygienevorschriften und Corona-Vorgaben. Aber man zog es durch. Auch wenn man knapp 2800 Euro drauflegte. „Das ist es uns wert. Wir sind immer auf der Suche nach Sponsoren und Geldern. Auch Stadt und Landkreis unterstützen“, ist Deininger dankbar.

Corona bedeutet Mehrkosten

Es geht um viel, denn es geht um Kinder und Jugendliche. Zwischen 150 und 200 an der Zahl, die an den Angeboten teilnehmen. Egal, ob nun die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, die nach Italien mitgehen, oder die acht bis 13-Jährigen, die etwa heuer im Sommer ins Kleinwalsertal gehen möchten. Untergebracht in einem Selbstversorgerhaus. 28 Kinder und fünf Betreuerinnen und Betreuer stehen in den Sommerferien hierfür parat.

Bei allen Freizeiten werden zusätzlich Kleinbusse angemietet, um den Abstand zu wahren. Die Corona-Regeln werden mehr als ernst genommen. „Das bedeutet natürlich immer Mehrkosten“, erklärt Deininger. Aktuell wartet man gespannt die Lage ab. Wie viele Kinder oder Jugendliche dürfen in einen Bus? Danach richtet sich die Planung für die Sommerfreizeit.

„Es läuft wieder an“, freuen sich die Vorstandsmitglieder, dass etwa die Kindergruppe wieder in Präsenz sein darf. „Es wurde bereits eine Bachputzete durchgeführt. Und demnächst gibt’s das Vortreffen für Ravenna. Donnerstags soll sich auch wieder die Jugendgruppe treffen. Volleyball spielen, Filme schauen und mehr ist wieder möglich. Mit Abstand und am besten draußen hält man sich auf.

Einiges hat man sich auch für die Herbstferientage ausgedacht, an der traditionell bis zu 70 Kinder teilnehmen. „Viele Eltern können da keinen Urlaub nehmen“, beschreibt Anna-Lena Deininger. Das diesjährige Motto lautet „unter Wasser“. Ein U-Boot steht bereits im Außenbereich des Jugendhauses. „Es ist noch nicht fertig“, erklärt sie. Diese Tagesfreizeit soll wie gewohnt 3,5 Tage lang sein und viele Unternehmungen bietet. „Wir sind immer so viel wie möglich draußen“, so Deininger.

In den Startlöchern

Bleibt zu hoffen, dass die Pandemie endlich abflacht, dass Begegnung problemlos wieder möglich ist. Und die diversen Freizeitangebote von JiL, an denen Kinder und Jugendliche aus der ganzen Region. Aus der VG Rosenstein, aber auch darüber hinaus, seit Jahrzehnten teilnehmen, wieder durchgeführt und angeboten werden. Das Team von JiL sitzt auf jeden Fall voller Hoffnung in den Startlöchern, die Organisation steht.

Schließlich will man nicht wieder in traurige Kinderaugen blicken. „Wir sind bereit“, versichern alle. Mehrkosten wegen Corona-Regeln und Hygieneauflagen werden billigend in Kauf genommen. „Lieber so, als gar nicht“, lautet die Devise.

Es ist unheimlich schwer, in Pandemiezeiten irgendetwas zu organisieren.“

Bernhard Deininger,, Ortsvorsteher

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