Lautern: Betreutes Wohnen ist das Ziel

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Betreutes Wohnen soll an der Hohenroder Straße in Lautern möglich werden.
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An der Hohenroder Straße in Lautern könnte das realisiert werden. Deshalb wurde jetzt die Veränderungssperre verlängert.

Heubach-Lautern

Neubauten auf der grünen Wiese, leerstehende Gebäude in der Ortsmitte, das ist für Lauterns Ortsvorsteher Bernhard Deininger keine Option für die Zukunft. Konkret beschäftigt er sich mit einem innerörtlichen Grundstück, einen halben Hektar groß und für die Entwicklung des Heubacher Stadtteils von Bedeutung.

Für das Grundstück und weitere zusammenhängende Flächen zwischen der Hohenroder Straße und der Unteren Mühlstraße  gleich neben Primalat soll spätestens 2023 ein Bebauungsplan vorliegen. Deshalb steht Bernhard Deininger auch für eine Veränderungssperre für dieses Areal, die der Gemeinderat der Stadt Heubach jüngst um ein Jahr verlängert hat. Leider sei es der Stadt nicht gelungen, das Hauptgrundstück samt ehemaligem Bauernhof zu ersteigern, ein Investor aus der Region ist seither Eigentümer. Mit ihm arbeite man aber gut zusammen, so der Ortsvorsteher.

Dabei verfolgt er vier Ziele.
- „Wir möchten dort einen Ort für Betreutes Wohnen schaffen“, so Bernhard Deininger. Das gibt es bis jetzt in Lautern nicht. Ältere Menschen im Ort sollten weiter in ihrer unmittelbaren Umgebung bleiben können. Das sei auch ein Anliegen des Vereins „Älter werden in Lautern“, der seit vielen Jahren auf Flächensuche für so eine Einrichtung ist. Sie könnte 12 bis 15 Wohneinheiten groß werden.
- Erfreulicher Nebeneffekt: Man schaffe gleichzeitig Wohnraum für jüngere Menschen, denn in der Regel werde beim Umzug ins Betreute Wohnen eine andere Wohnung, ein Haus, frei.
- Betreutes Wohnen stärkt nach Ansicht des Ortsvorstehers auch die Infrastruktur Lauterns. Ältere Menschen kauften weiter am Ort ein, suchten sozialen Kontakt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Geschäfte und Handwerk profitierten.
- Ganz wichtig seien die Auswirkungen auf Umwelt und Landwirtschaft. Jeder Quadratmeter, der auf der grünen Wiese bebaut werde, komme nicht mehr zurück für die Landwirtschaft.
Bernhard Deininger kritisiert in diesem Zusammenhang Kommunen, die locker mal 50 Bauplätze im Grünen erschließen, Leerstände in den Ortszentren übergehen. Davor möchte er Lautern bewahren. Auch die Bebauung von Hanglagen, die landwirtschaftlich nur schwer genutzt werden können, sei in Lautern kein Thema. „Wir kommen da sehr schnell ans Landschaftsschutzgebiet.“

Dörflicher Charakter

Außerdem möchte er die schöne Landschaft als Ort der Erholung nicht antasten.
Ideen, die der Investor nach Worten Deiningers genauso sieht. Mit ihm und den weiteren Eigentümern der Grundstücke soll der Bebauungsplan gemeinsam entwickelt werden. Der Ortsvorsteher kann sich auch vorstellen, dass im nördlichen Bereich des Grundstücks hin zu den benachbarten Gewächshäusern weitere Wohnbauobjekte wachsen. „So könnte ein Generationen übergreifendes Quartier entstehen“, sagt er. Allerdings ist für ihn nicht jede Gebäudeform vorstellbar. Die Architektur sollte sich am dörflichen Charakter der Umgebung orientieren. Geschossbauten, wie sie aktuell in Städten und größeren Orten gebaut werden, mit Penthouse und Flachdach, das passe eher nicht dorthin. Das schließe eine moderne Bauform nicht aus. 
Die Veränderungssperre gibt auch Zeit für Überlegungen der Grundstückserschließung. Die sei im hinteren Bereich für einzelne Parzellen eher schwierig. Im Bebauungsplan soll deshalb auch die Möglichkeit einer Zufahrt über die Untere Mühlstraße geschaffen werden.

Wir möchten dort einen Ort für Betreutes Wohnen schaffen.“

Bernhard Deininger

Eine Veränderungssperre soll der Stadt und den Planern mehr Zeit verschaffen

  • Eine Veränderungssperre soll Ziele einer Bauleitplanung in Städten und Gemeinden sichern. Sie wirkt ähnlich wie eine Bausperre. Ein Grundstücksverkauf wird dadurch aber nicht behindert. Die Sperre kann maximal vier Jahre dauern, nach einer zweijährigen Gültigkeit kann noch zwei Mal um ein Jahr verlängert werden. 

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