Lautern freut sich auf den Markt

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Die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins freuen sich auf den „Historischen Markt“ in Lautern. Foto: Tom
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Nach 2018 ist es am Wochenende, 24 und 25. September, soweit: In Lautern steigt der „Historische Markt“, bei dem sämtliche Vereine des Ortes beteiligt sind. Was die Gäste erwartet.

Heubach-Lautern

Auf einer Wiese zwischen Lautern und Mögglingen schuften an diesem heißen Julitag Männer und Frauen. Sie schwingen Rechen und Heugabeln, manche tragen altertümlich wirkende Kleidung. Denn, zwar „artet das ja in Arbeit aus“, wie einer der Männer zugibt. Aber eigentlich dient das Ganze Werbezwecken. Der Zeitungsfotograf ist gekommen, für ihn posieren sie. Und machen damit aufmerksam auf eine Veranstaltung, die es nur alle vier Jahre in Lautern gibt: den „Historischen Markt“.

Die Geschichte dahinter

Ortsvorsteher Bernhard Deininger legt den Rechen beiseite, um zu erläutern, wie es dazu kam. Den ersten „Historischen Markt“ gab es anlässlich des 650-jährigen Bestehens von Lautern im Jahr 1995. Er sei so gut angekommen, dass sich die Beteiligten einig waren: „Das müssen wir wiederholen.“ Wie Deininger berichtet, brauchen die Organisatoren ein Jahr für die Vorbereitung. An eine jährliche Veranstaltung war also nicht zu denken. Um nicht mit dem Rosstag in Bartholomä, der etwa dieselbe Klientel anspreche, zu konkurrieren, habe man sich auf den Vierjahresrhythmus festgelegt. „So haben wir auch die Corona-Hochzeit umgangen“, meint Deininger schmunzelnd.

Federführend ist der Heimat- und Geschichtsverein, der es sich zum Ziel gemacht hat, Geschichte erlebbar zu machen und das Brauchtum zu pflegen. Der Markt sei mit den Jahren immer beliebter geworden, berichtet Deininger. Der Besucherrekord liege bei 15 000 Gästen, die etwa auch aus Ulm oder Würzburg anreisten.

Die drei Schwerpunkte

Der „Historische Markt" will das dörfliche Leben um 1900 zum Leben erwecken. Drei Themenbereiche werden abgedeckt: erstens die Landwirtschaft. Es wird gedroschen, der Heuwagen zieht durchs Dorf, der Garbenwagen wird eingebracht und die Bauern ziehen singend aufs Feld. Wäschweiber, eine Hochzeitsgesellschaft, die Feuerwehr, die mit historischem Gerät einen Hausbrand löscht, zeigen das „dörfliche Treiben“. Das fahrende Volk von der Jugendinitiative Jil darf dabei nicht fehlen. Dritter Bereich ist das Handwerk: Sattlerin, Küfer, Schmied, Näherinnen und Strickerinnen, Seifensieder, Seiler, Zimmersleute. Natürlich verkaufen auch die Gärtnersleute ihre Waren. Die historische Kegelbahn in der „Krone“ ist geöffnet und ein originalgetreuer Nachbau des ersten Benz-Mobils kann bewundert werden. „Sämtliche Lauterner Vereine sind dabei“, betont der Ortsvorsteher,

Hungern und dürsten muss beim Markt niemand. Deiniger verspricht „reichhaltige schwäbische Küche“, Grombiraspatza und einen Sonntagsbraten.

Der „Historische Markt" steigt am 24. und 25. September. Eintritt: ab 18 Jahren fünf Euro pro Person.

Parkmöglichkeiten sind auf den Wiesen von Heubach, Mögglingen und Essingen kommend ausgewiesen. Einen Pendelbus wird es mangels Nachfrage beim letzten Mal nicht mehr geben. ⋌

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