Mehrkosten für die Halle muss die Stadt selbst tragen

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Die Erweiterung der Mehrzweckhalle Lautern: jetzt kommt die Dachkonstruktion aufs Gebäude.

Zuschüsse für Sanierung und Anbau in Lautern fallen durch zusätzliche Aufwendungen nicht höher aus.

Heubach-Lautern

Ist eine schwarze Blech-Außenfassade gegenüber einem Kindergarten vertretbar? Mit der Frage beschäftigte sich der Gemeinderat der Stadt Heubach in Zusammenhang mit weiteren Vergaben für die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle in Lautern. Zu einer Entscheidung kam es nicht. Das Gremium will sich kommende Woche gemeinsam mit dem Ortschaftsrat zur Beratung an der Baustelle treffen.

Schon in der Bürgerfragestunde kam die Anregung, die Fassadengestaltung nochmal zu überdenken, die Kinder des dortigen Kindergartens nicht vor einer schwarzen Wand spielen zu lassen. "Holz wäre schöner", meinte Stadtrat Martin Kelbaß. Das lässt sich aber nach Worten von Architekt Matthias Schmid nicht realisieren. Holzverkleidungen sind an "Versammlungsstätten" wegen des Brandschutzes so nicht erlaubt. Bei den Vergaben wurde das Thema deshalb ausgeklammert, es gab lediglich Aufträge für die Geräteraumtore, den Gussasphalt-Estrich, Zementestrich und die WC-Trennwände. Insgesamt sind dafür rund 70 000 Euro fällig. "Günstiger als erwartet", sagt dazu Stadtbaumeisterin Ulrike Holl.

Dennoch muss die Stadt mit weiteren Kostensteigerungen bei der Mehrzweckhalle leben. Architekt Schmid erläuterte zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 75 000 Euro. Unter anderem entstanden sie, weil an der Hanglage mehr Schotter aufgefüllt werden musste, als geplant. Das wiederum führte zu einer notwendigen Verstärkung der Betonwände. Auch die Natursteinquader schlagen höher zu Buche. Für Lauterns Ortsvorsteher Bernhard Deininger "ein Mehrwert, weil dadurch die Freifläche für den Kindergarten größer wird". Er hält das "für berechtigte Mehrkosten". Und weiß von Einsparungen an anderer Stelle: Weil dadurch eine Böschung wegfällt, kann auf eine teure Hangsicherung in den Außenanlagen des Kindergartens verzichtet werden.

Holz wäre schöner.

Martin Kelbaß, Stadtrat, zur Außenfassade der Halle in Lautern

Dennoch sind die steigenden Ausgaben für die Halle Thema im Gemeinderat. Karl Grötzinger erinnerte an die Preisentwicklung. Begonnen habe man mit einer Kostenschätzung von 2,21 Millionen Euro, im März 2019 seien 2,69 Millionen Euro genannt worden, inzwischen rede man von 3,3 Millionen. Bürgermeister Frederick Brütting bestätigte Karl Grötzingers Befürchtungen, dass Mehrkosten bei den Zuschüssen nicht mehr bedacht werden. Die müsse man nun selber tragen, so Grötzinger. Günther Lux bemängelte, dass man nicht von vornherein sicherer kalkuliert habe. "Jetzt haben wir solche Mehrkosten und die Halle ist noch nicht fertig", sagte er im Gemeinderat.

Bürgermeister Frederick Brütting nannte besondere Umstände als Hauptgrund für die Mehrkosten. Unter anderem sei es die schwierige Arbeitssituation, weil alles mit dem Kran übers bestehende Gebäude gehoben werden müsse. Für Mehrkosten, meinte Ortsvorsteher Bernhard Deininger, habe auch die Hangsicherung gesorgt, die nach geologischen Untersuchungen nötig war. Außerdem beschloss der Gemeinderat nachträglich den Einbau einer Entlüftungsanlage. Stadtrat Ralph Gruber hält die aktuellen Mehrkosten von 75 000 Euro für gerechtfertigt. Im Gegenzug seien die aktuellen Angebote für einzelne Gewerke ein Lichtblick, sie liegen unter den Schätzungen. Gruber lobte die neue Architektur mit großzügigen Lichtverhältnissen in der Halle. Dazu passe aber keine schwarze Wand, das sei kontraproduktiv.

Die Erweiterung der Mehrzweckhalle in Lautern: Jetzt kommt die Dachkonstruktion aufs Gebäude.
Ortsvorsteher Bernhard Deininger ist auf der Baustelle fast zu Hause: Steinquader sind Teil der Außengestaltung.

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