Raiffeisenbank in Lautern ist geschlossen

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Hier gibt es keine Bank mehr: die Filiale der Raiffaisenbank in Lautern ist geschlossen. Kunden müssen zukünftig nach Heubach oder Mögglingen ausweichen.
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In der Filiale der Raiffeisenbank in Lautern arbeiten keine Mitarbeiter mehr. Der Geldautomat soll vorerst bleiben. Darüber hinaus sind weitere Angebote für die Kunden geplant.

Heubach-Lautern

Die Zweigstelle der Raiffeisenbank Rosenstein in Lautern ist seit 17. Februar dauerhaft geschlossen. Das bestätigt Vorstandsmitglied Matthias Hillenbrand auf Nachfrage. Als Grund nennt Hillenbrand in erste Linie die zu niedrige Kundenfrequenz und die daraus resultierende fehlende Wirtschaftlichkeit.

Hillenbrand betont, die Raiffeisenbank habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Er selbst sei als Auszubildender in der Filiale in Lautern gewesen, der Schritt zur Schließung falle ihm auch persönlich nicht leicht, so Hillenbrand. Aber: Was habe er als Azubi damals gemacht? Bargeld und Kontoauszüge herausgegeben oder Schecks ausgeschrieben. All diese Dienstleistungen gebe es entweder kaum noch oder würden online erledigt. 81 Prozent der Kundenmachen mittlerweile Online-Banking, so Hillenbrand.

Alle zwei Jahre führe die Raiffeisenbank eine Kundenfrequenzanalyse durch. Schon seit Jahren sei Lautern diesbezüglich ein Sorgenkind gewesen, lange habe die Bank versucht, die Entscheidung zur Schließung abzuwehren. Im Frühjahr 2021 sei es dann passiert: der erste Tag ohne einen einzigen Kunden, erinnert sich Hillenbrand. Klar, auch die Corona-Situation habe dazu beigetragen und müsse berücksichtigt werden, betont der Bank-Vorstand. „Hätte ich irgendwie Hoffnung, dass es in Lautern nach Corona besser wird, dann hätten wir anders entschieden“, betont Hillenbrand. Diese Hoffnung aber gebe es nicht.

Dennoch: Die Raiffeisenbank wolle die Kundinnen und Kunden in Lautern, die auf direkten Kontakt angewiesen seien, nicht alleine lassen. Es habe diesbezüglich sehr viele Gespräche gegeben, vor allem mit Ortsvorsteher Bernhard Deininger und der Vorsitzenden des Vereins Älter werden in Lautern (ÄWIL), Marie-Luise Zürn-Frey. „Sie brennen für Lautern und haben so leidenschaftlich gekämpft“, erzählt Matthias Hillenbrand.

Es gebe nun verschiedene Angebote für die Lauterner: Zum einen soll der Geldautomat im Bankgebäude bis auf Weiteres bleiben. Dazu gibt Hillenbrand die Zusicherung, dass die Raiba das Gebäude beziehungsweise das Grundstück für die Weiterentwicklung der Infrastruktur in Lautern zur Verfügung stellen werde, wenn es dazu in Zukunft Ideen gebe. Außerdem soll ein Bank-Mitarbeiter durch die Möglichkeit des mobilen Arbeitens nach Terminvereinbarung in Lautern vor Ort sein. Zwar nicht in der Bank, aber dafür im Vereinszimmer im Lauterner Rathaus. Und dann gebe es da noch die Zusammenarbeit mit ÄWIL, berichtet Hillenbrand. Zum einen habe die Bank dem Verein einen VW-Caddy überlassen, mit dem die ehrenamtlichen Fahrer Kundinnen und Kunden auch nach Heubach bringen könnten. Zum anderen könnten die Kunden aus Lautern, die Bargeld brauchen, in der Hauptgeschäftsstelle anrufen. Die ÄWIL-Fahrern könnten das dann abholen und nach Lautern bringen. „Homebanking nach Rosenstein-Art“, nenne das Marie-Luise Zürn-Frey, sagt Matthias Hillenbrand.

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Matthias Hillenbrand,, Vorstand

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