Rathaus für die Lauterner Vereine

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Baustelle im Rathaus Lautern.
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Welche Sanierungsmaßnahmen derzeit im Bezirksamt in Lautern laufen, welche Pläne die Verwaltung damit verfolgt und was das Ganze kostet.

Heubach-Lautern

Der Raum, in dem sonst der Ortschaftsrat tagt oder der Ortsvorsteher Brautpaare traut, ist leergeräumt. Nur ein großer Tapeziertisch steht in der Mitte des Zimmers. Dafür sind das Foyer und der Flur vollgepackt mit gestapelten Stühlen, Werkzeugen Eimern und Kartons. Im Zimmer nebenan schwingt ein Maler seinen Pinsel. Ganz klar: Das Bezirksamt, oder wie die Lauterner eigentlich sagen, ihr Rathaus, ist eine Baustelle.

Erbaut im Jahr 1963, ist es in den vergangenen Jahren Stück für Stück auf Vordermann gebracht worden, wie Ortsvorsteher Bernhard Deininger berichtet. Zunächst musste der Westgiebel energetisch gerichtet werden, dann wurde das Dach komplett erneuert. Jetzt geht's an die Innenräume. Wobei, und das ist allen wichtig, die an diesem Donnerstag die Baustelle inspizieren, neben Deininger sind das Stadtbaumeisterin Ulrike Holl und Architekt Matthias Schmid, alle Arbeiten mit Fingerspitzengefühl erfolgen sollen. „Wir wollen den Charme der 60er-Jahre auf jeden Fall erhalten“, betont Matthias Schmid. Die Holzdecke soll bleiben, ebenso der geflieste Boden und die Türen. „Baulich ist das Gebäude in einem guten Zustand“, meint der Architekt.

Vereinsarchiv für Lautern

Aktuell seien die Kernbohrungen erledigt, so dass die neue Elektrik eingebaut werden kann. Außer dem neuen Anstrich werden noch die Fenster vollends erneuert. Vor allem aber sollen die frisch renovierten Räume dann anders und vor allem mehr genutzt werden, wie Bernhard Deininger betont. Bis vor einiger Zeit war am Ende des Flurs das Archiv der Stadt Heubach untergebracht. Das ist nun in die Silberwarenfabrik gezogen.

Einige der Aktenschränke sind hiergeblieben. Und sollen auch wieder benutzt werden. Bernhard Deininger weiß aus eigener Erfahrung, wie viele Akten, Dokumente und Zeitungsartikel bei der Führung eines Vereins anfallen. „Wir wollen hier im Rathaus ein Vereinsarchiv aufbauen“, sagt der Ortsvorsteher. Alle Vereine, die Interesse hätten, seien herzlich willkommen.

Der Verein „Älter werden in Lautern“ ist ja sowieso schon im Gebäude, die Jugendinitiative JiL gleich nebenan. Deininger möchte das Rathaus noch mehr zu einer Anlaufstelle für die Vereinsmitglieder machen. „Wir wollen das Haus öffnen“, formuliert es der Ortsvorsteher. Um es ein bisschen wohnlicher zu machen, soll in einem Raum eine kleine, aber feine Teeküche, laut Deininger ein langgehegter Wunsch, eingebaut werden. Barrierefrei wird das Gebäude jedoch nicht, in den oberen Stock geht's nur über eine Treppe.

Toiletten kommen später dran

Architekt Matthias Schmid geht davon aus, dass die Räume Ende September so weit fertig sein sollten. Nur die Toiletten und die Waschbecken müssten zu einem späteren Zeitpunkt erneuert werden. Die Kosten für die jetzt laufenden Maßnahmen beziffert Stadtbaumeisterin Ulrike Holl auf rund 255 000 Euro, davon kamen als Zuschuss aus dem ELR, dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, 86 000 Euro. Insgesamt sei in die Sanierung des Rathauses über die vergangenen Jahre eine knappe halbe Million Euro geflossen, wie Matthias Schmid informiert.

Mehr Bilder finden Sie online auf www.tagespost.de.

Baustelle im Rathaus Lautern.
Baustelle im Rathaus Lautern.
Baustelle im Rathaus Lautern.

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