Tierischer Hingucker in Lautern

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Nele und Vinzent.
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 Bei der „Sichelhenke“ wurde in Lautern der Garbenwagen eingeholt. Die Vorfreude auf den „Historischen Markt“ am Wochenende, 24. und 25. September, steigt.

Heubach-Lautern

Die Feldarbeit ist fast vorbei, das Getreide ist in Lautern geerntet. Grund genug, sich für die gute Ernte zu bedanken. Und so wie bereits vor 100 Jahren trafen sich am Freitagnachmittag die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins mit vielen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Dorf, zur „Sichelhenke“. Was bedeutet, dass ein prächtig geschmückter Garbenwagen durchs Dorf gezogen wird. Begleitet von Mitgliedern des Musikvereins Lautern sowie vielen Dorfkindern in historischen Schürzen und Kleidern. Mittendrin Ortsvorsteher Bernhard Deininger, der laut darüber nachdachte, dass man diese „Sichelhenke“ eigentlich jedes Jahr machen könnte. Nicht nur als Auftakt zum „Historischen Markt“, der bekanntermaßen nur alle vier Jahre stattfindet.

Vorfreude auf den Markt

Stolz und kraftvoll zogen die beiden Rösser Nela und Vinzent den Garbenwagen vor die „Krone“ in der Dorfmitte. Die beiden Schwarzwälder Kaltblüter konnten sich über viele bewundernde Blicke und manche Streicheleinheit freuen.

Züchterin und Pferdebesitzerin Andrea Hahn, die mit ihrer Familie aus Sontbergen aus der Gemeinde Gerstetten extra für dieses Garbenwagen-Brauchtum angereist war, freute sich. „Durch Corona hatten die Pferde kaum Möglichkeit, in einem Umzug oder ähnlichem mitzugehen. Im vergangenen Juli waren beide Rösser in Ravensburg beim Rutenfest dabei. Und jetzt, in zwei Wochen kommen wir wieder nach Lautern, um am 'Historischen Markt' teilzunehmen“, kündigte sie an.

Mit dieser Vorfreude war die Pferdebesitzerin nicht allein. Auch die Kinder aus dem Dorf sind schon mächtig aufgeregt. Werden doch auch sie den Markt auf ihre Art bereichern. Irgendwie wird ohnehin fast ganz Lautern auf den Beinen sein. Die einen als Waschfrauen, die anderen als Handwerker oder Teilnehmer am Hochzeitszug und vielem mehr. „Jetzt ist es bald soweit“, strahlt auch Ortsvorsteher Deininger. „Noch zwei Wochen.“ Der Garbenwagen wurde durchs Dorf gezogen und vor vielen Haustüren standen die Bewohner. Fröhlich wurde dem Garbenwagen und den Mitgliedern des Musikvereins zugewunken. Mit dem Bozener Bergsteigermarsch, mit dem Juventas Marsch oder auch dem Musikantengruß, kündigten sie das Kommen des Garbenwagens an. Dieser war am Nachmittag von talentierten Händen beladen und mit Blumen geschmückt worden. So entwickelte er sich zum Blickfang bei der „Sichelhenke“.

Jetzt geht's ans Eindünsten

Der Begriff stammt davon, dass nach der Ernte die Sichel an den Nagel in einer Scheune gehängt wird, informierte Brigitte Kuhn. Mit Blick auf die mit Gemüse und Obst beladenen Leiterwagen stellte Margit Haas fest: „Jetzt geht’s ans Eindünsten, Apfelschmarren machen. Denn die Feldarbeit ist getan. Apfelringe werden am Ofen getrocknet fürs Schnitzbrot im Winter.“ Und mit einem Fingerzeig auf den Ortsvorsteher wurde klargemacht: „Die Männer müssen jetzt das Korn dreschen.“ Keine Frage, die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins sind bereits gut in ihre Rollen geschlüpft. Schließlich wird bald das Rad der Zeit um 122 Jahre zurückgedreht.

Der „Historische Markt“ ist am 24. und 25. September in Lautern.

Sichelhenke in Lautern
Dorffrauen in Lautern
Nela und Vinzent.
Der Garbenwagen in Lautern.
Marsch durchs Dorf
Ortsvorsteher Bernhard Deininger (Mitte) freut sich mit der Bürgerschaft aus Lautern bei der "Sichelhenke" auf den Historischen Markt in Lautern.
Die Dorfkinder freuen sich.

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