Wie geht's im Lauterner Kindergarten weiter?

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Zustand Kindergarten Lautern
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  • Anja Jantschik
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Der Außenbereich beim Kindergarten St. Barbara in Lautern soll in diesem Jahr wieder genutzt werden können. Eltern fordern auch für den Innenbereich ein Sanierungskonzept.

Heubach-Lautern

Einen Maischerz mit Hintergrund gab es im Kindergarten St. Barbara in Lautern. Auf einem Plakat stand die Frage: „Unser Dorf hat Zukunft. Mein Kindergarten auch?“ Dazu eine Uhr, auf der die Zeiger auf fünf nach zwölf standen. Darauf angesprochen, meint Pfarrer Bernhard Weiß, vom Träger der katholischen Kirchengemeinde, er verstehe dies als einen Wink mit dem Zaunpfahl. „Schön, dass der Kindergarten im Blick ist. Man muss ja die Momente fürchten, wenn man nicht einmal mehr einen Maischerz oder eine Karikatur wert ist.“ Zeige aber die Uhr nicht, dass Kirche und Stadt „etwas verschlafen“ hätten? Weiß meint: Da die Trägerschaft mit allem Aufwand betrieben werde, „mit viel ehren- und hauptamtlichem Aufwand seitens der Kirchengemeinde, mit Qualitätsmanagement und der anerkannt guten Expertise des Kindergartenfachberatung in Aalen“, sei die Gefahr nicht so groß, dass Entwicklungen verschlafen werden. Er könne sich guten Gewissens hinter die Arbeit des Teams in Lautern stellen, das einen guten Job mache.

Eltern fordern Konzept

Allerdings gibt es seitens der Elternschaft Kritik. In einem Schreiben aus dem Jahr 2019, das der Redaktion vorliegt, macht der Elternbeirat Kirche und Stadt auf „dringend notwendige Sanierungs- und Renovierungsarbeiten“ aufmerksam. Es reiche nicht, jedes Jahr „eine Kleinigkeit zu erneuern“, sondern es müsse „ein umfassendes Sanierungskonzept mit einem Umsetzungsfahrplan erstellen werden“. Diesen Mai gab es ein weiteres Schreiben, in dem die Elternschaft anmahnte, „der Renovierungsstau [sei] durch kleine Notlösungen nicht mehr aufzufangen. Wir bitten deshalb nochmal eingehend endlich ein Konzept zu erstellen, wie und bis wann der Kindergarten ordnungsgemäß saniert werden kann und die Kosten hierfür in den Haushalt 2023 einzuplanen“.

Pfarrer Weiß meint dazu: „Der Sanierungsstau befindet sich ja im Zwischenraum zwischen dem Notwendigen und dem Wünschenswerten.“ Die Kirchengemeinde investiere über den laufenden Haushalt jedes Jahr rund 10 000 Euro für Inventar und Einrichtung, Reparaturen würden immer sofort vorgenommen. „Eine jährliche Bauschau, in regelmäßigen Abständen durch ein Architekturbüro, dazu noch die regelmäßige Überprüfung durch die Diözesanen Behörden auf die Sicherheitsnormen sorgen dafür, dass hier nichts unter den Tisch fällt“, betont Weiß. „Zur Zeit müssen wir oft länger warten, weil eigentlich alle Handwerker über Lieferschwierigkeiten selbst für einfachste Dinge klagen.“

Im Kindergarten bestünden, was die Sanierungsfrage angehe, zwei Probleme, so Weiß: Erstens: Das kirchliche Gebäude aus den 50er-Jahren wurde in den 80er-Jahren durch das bürgerliche Dorfhaus ergänzt. Eine große Sanierung sei also „sinnvoller Weise gemeinsam“ zu machen. Im vergangenen Jahr habe die Kirchengemeinde mit der Stadt zusammen die Sanitäranlagen im kirchlichen Gebäudeteil komplett erneuert. „Handwerker und Kirchenpflege und Kirchengemeinderat haben dies mit einem tollen Einsatz möglich gemacht“, so Weiß. Zweitens: Das Freigelände sei durch die Erweiterung der benachbarten Mehrzweckhalle erheblich verschoben worden und werde nun teilweise an seinen alten Platz zurückkehren.

Thema im Ortschaftsrat

Der Außenbereich des Kindergartens war am Mittwoch Thema im Ortschaftsrat. Noch in diesem Jahr soll er nicht nur wieder komplett nutzbar, sondern auch mit Spielelementen, einem neuen Hartplatz und vielem mehr ausgestattet werden. Landschaftsarchitektin Sigrid Bombera ging auf das Bauvorhaben ein. Die neuen Spielelemente für Balance und Motorik mit Klettermöglichkeit wurden gemeinsam mit dem Erzieherinnenteam und den Kindern herausgesucht. Bereits im Dezember 2021 habe man diese bestellt. Für März hätten diese geliefert sein sollen, „aber ich kann ihnen aktuell nicht sagen, wann sie kommen“, bedauerte Bombera. Teile der Außenanlagen der Betreuungseinrichtung hatten für die Sicherung der Baugrube abgetrennt werden müssen. Doch jetzt sei die Halle fertig und das Modellieren des Geländes um den Kindergarten soll kommende Woche starten.

Aus Platzgründen und aufgrund der Hanglage, stellenweise gibt es bis zu fünf Meter Höhenversatz, könne nur mit kleinen Baggern gearbeitet werden, beschrieb Bombera. Und bat ebenso wie Ortsvorsteher Bernhard Deininger um Geduld. Manche Sicherungsmaßnahme, etwa das Stellen von Zaunanlagen als Absturzsicherung, wurde bereits getätigt. „Es geht um die Sicherheit der Kinder“, machte Bombera klar.

Auch eine neue Treppenanlage mit Geländer wurde erstellt. Außerdem wird es ein neues Spielhaus in Zusammenarbeit mit JiL geben. Die Stadt Heubach habe allein für das Erstellen von Provisorien im Außenbereich 86 000 Euro ausgegeben. „Und 2022 gibt‘s nochmal 60 000 Euro, etwa für das Anlegen des Hartplatzes“, kündigte Deininger an.

Gespräche über Innenbereich

Zudem habe es eine Begehung des Kindergartens gegeben. „Wir sind im Gespräch, auch im Innenbereich etwas umzusetzen“, kündigte Deininger an. Bürgermeister Dr. Joy Alemazung betonte, dass „Kinder in Heubach die höchste Priorität haben“. Er forderte die Eltern auf, bei Problemen direkt zu ihm zu kommen. „Ich möchte nicht von Problemen über einen Drittweg erfahren“, appellierte er.

„Als Wink mit dem Zaunpfahl“, bezeichnet Pfarrer Bernhard Weiß das mahnende Plakat, das am 1. Mai an St. Barbara hing.

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