Neue Serie mit elfjährigem Nachwuchs-Schauspieler aus Lautern

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Der elfjährige Marlon Barth aus Lautern posiert während einer Drehpause mit seiner „Filmmutter“, der Schauspielerin Felicitas Woll.
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Der elfjährige Marlon Barth aus Lautern erlebt aktuell Drehtage in München für die neue Fernsehserie „Herzogpark“.

Heubach-Lautern

Marlon lacht gern und mag Eis. Wenn er nicht gerade Fußball spielt, mit Freunden unterwegs ist oder auf Klassenarbeiten lernt. Doch der Gymnasiast hat noch eine weitere Beschäftigung, die alles andere als alltäglich ist: Er lernt seine Rolle für die neue Fernsehproduktion „Herzogpark“. Das Drehbuch auf dem Tisch, paukt er nicht nur Dialoge, sondern hat sich selbst auch Untertitel gemacht. „Es geht darum, welchen Gesichtsausdruck ich bei dem Gesagten habe. Bin ich traurig, oder freu‘ ich mich über etwas“, erklärt Marlon. Erst kürzlich gab es für dreitägige Dreharbeiten in München eine Befreiung von der Schule. Wobei die meisten Drehtage für den Nachwuchs-Schauspieler in die Ferien verlegt werden. Für „Herzogpark“ sind elf Drehtage für ihn eingeplant. Dass Marlon eine Befreiung vom Unterricht erhält, hängt mit seinen Noten zusammen. Denn unterm Strich ist der Schüler des Rosenstein-Gymnasiums in Heubach meist ein Einserkandidat.

Neben Marlon sitzt Mutter Julia und amüsiert sich über ihren Sohn. Wie er Szenen vom Set schildert, wie er von der Pause bei den Dreharbeiten erzählt, die er unter anderem mit Heike Makatsch oder „Filmmutter“ Felicitas Woll verbringt. Das Publikum muss sich etwas gedulden, bis es Marlon Barth aus Lautern im Fernsehen sehen kann. Zuerst auf Sky, da er bereits an einer Fußball-Dokumentation mitgewirkt hat. Zudem hat er bereits einen Kinofilm mit Frederick Lau und Barbara Meier abgedreht. Der Kinostart von „Wolke unterm Dach“ ist im Januar 2022. Gedreht wurden die Passagen mit Marlon in den Herbstferien.

Kann passieren, dass man da zwanzigmal dasselbe dreht.“

Marlon Barth, Jungschauspieler aus Lautern

Fotografisches Gedächtnis

Dass es während der Pandemie sehr lange Homeschooling gab, kam dem Jungen gerade recht. Denn nach seinen Auftritten vor der Kamera ging’s ins Hotel zum Schulaufgaben büffeln. „Ist ja egal, wo man die macht“, zuckt Marlon mit den Achseln. Mutter Julia ist bei den Drehtagen immer an seiner Seite. Und beschreibt, wie rücksichtsvoll mit Schauspielern im Kinder- und Jugendalter umgegangen wird.

Doch wie kam Marlon zum Film? Indem er 2018 an einem Casting für Kinder in Schwäbisch Gmünd teilnahm. Und überzeugte. „Das war der Einstieg“, erinnert sich Julia Bader-Barth. Dass Marlon zum Casting durfte, war in der Familie entschieden worden. „Bereits als Fünfjähriger stellte er sich plötzlich hin und zitierte den Text aus Räuber Hotzenplotz. Ohne Fehler, komplett“, schildert die Mutter. Marlon habe schon immer sehr leicht Texte behalten können. „Mein Lehrer meinte in der Grundschule, dass ich ein fotografisches Gedächtnis habe“, schiebt Marlon nach. Und gesteht unumwunden: „Ich liebe es, im Mittelpunkt zu stehen“ - wenn die Kameras am Set auf ihn gehalten werden. Wenn der Produktionsleiter Anweisungen gibt. Oder sein Kinderschauspiel-Coach Tipps gibt - in diesem Fall Schauspieler Jürgen Trott.

Vor allem beeindrucken Marlon die viele Technik und die kilometerlangen Kabel, die im Film nicht zu sehen sind. „Oder auch die Beleuchtung – einfach wow.“ Es mache ihm auch nichts aus, stundenlang zu mimen, bis eine Szene im Kasten ist. „Da wird die Szene aus unterschiedlichen Winkeln mit unterschiedlichen Kameras aufgenommen. Kann schon passieren, dass man da zwanzigmal dasselbe dreht“, nimmt er es gelassen. Oder erzählt lachend, wie er für eine Szene, in der er von einem Mädchen geschlagen wird, über zehnmal hinfallen musste. „Das ist halt so“, grinst er. Überhaupt scheint er die Ruhe wegzuhaben.

Viele Absagen auf Bewerbungen für Rollen hat Marlon weggesteckt. Deprimiert sei er darüber nie gewesen, sagt seine Mutter. Zumal es nicht an schauspielerischen Leistungen liege, wenn man nicht für eine Rolle genommen wird. „Da muss alles passen“, erzählt Marlon. Das Äußere, die Figur, die Sprache . . . „Apropos Sprache. Sein schwäbischer Dialekt stand ihm anfangs im Weg. Aber durch Sprachunterricht kann er den Dialekt mittlerweile auf ein Fingerschnippen hinter sich lassen und in reinstem Hochdeutsch parlieren. Zudem nimmt er Schauspielunterricht. Meist online – Corona lässt grüßen. Was Marlon immer noch fasziniert ist, dass die Filmfamilie per Du ist. „Das ist ein komisches Gefühl.“. Zumal er im neuen Film mit Heiner Lauterbach, Heike Makatsch und Felicitas Woll zu sehen ist. „Die kennt man ja eigentlich nur aus Kino und Fernsehen“, begründet er. Dann greift er sich wieder das Drehbuch, das zuhause in Lautern sein ständiger Begleiter ist. „Ich muss noch lernen“, sagt er. Denn es gehe nicht nur um Text, sondern auch um die richtige Emotion, die rüberkommen muss. Keine Frage, der Junge nimmt seine Rolle ernst. „Er ist sehr diszipliniert“, nickt seine Mutter. Dies werde auch immer wieder am Set bestätigt. Marlon macht keine halben Sachen.

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