Mahlzeit, Wunschbaum und bald auch Foodsharing?

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Verabschiedung von Diakon Lars Wittek
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Diakon Lars Wittek verlässt die evangelische Kirchengemeinde in Heubach. Projekte werden fortgeführt.

Heubach. Sechs Jahre lang war Diakon Lars Wittek Ansprechpartner für viele in der evangelischen Kirchengemeinde in Heubach. Am Sonntag ist er in einem Gottesdienst von seinem Amt verabschiedet worden. Lars Wittek wird ab 1. September als Diakon im Kirchenbezirk Schorndorf mit dem Schwerpunkt in Beutelsbach tätig sein.

Der Abschied aus der Heubacher Kirchengemeinde sei ihm schwer gefallen, weil er als Diakon vielen Menschen in der Gemeinde begegnet sei. Eine spannende Arbeit mit intensiven Begegnungen, wie er findet. Was ihm an Heubach besonders gut gefallen hat? „Dass man so aufgenommen wird, wie man ist“. Die Kultur der Wertschätzung werde in Heubach gelebt, egal, in welchem Bereich sich jemand einbringe. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem die Mahlzeit. Die regelmäßigen Veranstaltungen zum Mittagessen im Stil der Vesperkirche seien vor Corona sehr gut besucht gewesen. Während der Pandemie habe sich das Team Neues einfallen lassen und beispielsweise Mahlzeit-to-go-Tütchen mit Essen und Getränken verteilt. Wie das Team weitermacht? „Darauf bin ich gespannt“, sagt Lars Wittek. Er freut sich, dass das Projekt fortgeführt wird.

Ebenso wird es den Heubacher Wunschbaum mit Wünschen von Kindern und Senioren weiterhin geben. Diese hängen in der Adventszeit an einem Christbaum im Schloss und können von Mitbürgern erfüllt werden. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin wird den Baum weiterführen. Gleiches gilt für den „Schulstart ohne Not“, ein Projekt, bei dem Kinder ihre ausgedienten Schulranzen an neue Erstklässler weitergeben, deren Eltern sich keinen teuren Schulranzen leisten können. Bei Musikprojekten hat der Diakon ebenfalls mitgewirkt. Beim Posaunenchor war und ist Lars Wittek aktiv. Dort wird er noch bis November dabei sein. Ein weiterer Schwerpunkt war die Aktion „Heubach gibt Herberge“ für Flüchtlinge, die in die Stadt ziehen und beim Ankommen Hilfe benötigen. Eigentlich habe er dafür keinen großen Bedarf mehr gesehen. „Dann kam der Ukrainekrieg.“ Seitdem treffen sich ukrainische Geflüchtete und Heubacher regelmäßig im Gemeindehaus zum Austausch. Mittlerweile sei der Treff so gut angelaufen, dass sich die Ukrainer selbst um vieles kümmerten. „Ich würde mich freuen, wenn die Menschen einen aktiven Platz in unserer Gemeinde finden“, sagt Wittek. Beispielsweise bei der Mahlzeit. Er habe sich sehr gefreut, dass einige Ukrainerinnen zu seinem Abschied gekommen waren. 

In Heubach wird es für Diakon Wittek keinen Nachfolger geben. Sein Büro in der Klotzbachstraße steht leer. Über eine mögliche Nachnutzung haben sich die Gemeindemitglieder aber Gedanken gemacht. Zum einen könnte dort eine Anlaufstelle für Foodsharing entstehen, weil der Tafelladen in Heubach nach wie vor fehle. Zu bestimmten Zeiten könnten Menschen dort Nahrungsmittel abliefern, andere könnten sich etwas abholen. Zudem könnte ein Treff für Ehrenamtliche entstehen. Wittek wird nach wie vor mit den Heubachern in Kontakt bleiben. Er wohnt weiterhin mit seiner Familie in Iggingen. ⋌Marie Enßle

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