Manche Böbinger bekommen kostenlosen Anschluss

+
Die Einwohner, die ihr Eigenheim in dem Gebiet haben, das nun vom „Weiße-Flecken-Programm“ profitiert, müssen nichts für ihren Breitband-Hausanschluss bezahlen, sondern bekommen diesen frei Haus verlegt.
  • schließen

930 Häuser erhalten kostenfreie Anschlüsse für Breitband. Dafür muss Vertrag unterschrieben werden.

Böbingen. Das Schwabenherz wird in Böbingen höher schlagen: Die Einwohner, die ihr Eigenheim in dem Gebiet haben, das nun vom „Weiße-Flecken-Programm“ profitiert,  müssen nichts für ihren Breitband-Hausanschluss bezahlen, sondern bekommen diesen frei Haus verlegt. Diese frohe Kunde hält Bürgermeister Jürgen Stempfle bezüglich des Ausbaus fürs schnelle Internet bereit. Aber eines müssen die Böbinger Hausbesitzer, die in diesen Genuss kommen, doch tun: Einen sogenannten Gestattungsvertrag unterschreiben. Denn nur mit diesem kann die Baufirma die Zuleitung in die private Grundstücke einlegen, wie Bürgermeister Stempfle betont. Besagter Mustervertrag wird in wenigen Wochen in die Haushalte kommen, die vom „Weiße-Flecken-Programm“ profitieren. „Und da geht es um insgesamt 930 Gebäude“, beschreibt Stempfle. Vor allem im Böbinger Norden und in den Außengehöften werden die Hausbesitzer von diesem Programm profitieren. Denn dort existiert nachweislich eine Unterversorgung. Im Gegensatz zum Baugebiet Bietwang oder beispielsweise dem Teilort Beiswang, wo bereits jetzt eine gute Internetversorgung vorhanden ist. Oder genutzt werden könnte, bei Bedarf.

Die Gesamtkosten für die kommenden Arbeiten fürs schnelle Internet liegen laut Bürgermeister bei rund zehn Millionen Euro. Davon wird der Bund knapp fünf Millionen Euro bezuschussen. Das Land wiederum schießt knapp vier Millionen Euro zu. „Wir rechnen unterm Strich mit einer Eigenbeteiligung von 1,5 bis zwei Millionen Euro“, rechnet Stempfle vor. Klar ist, dass die Planung zügig vorangetrieben werden muss. Denn um die Fristen, die die Zuschüsse vorgeben, einhalten zu können, wird der erste Spatenstich im September 2022 erfolgen. Und bis Jahresende 2024 muss die Bauzeit und die Abrechnung abgeschlossen sein, informiert der Schultes über das enge Zeitkorsett.

Wiederholt erklärt Jürgen Stempfle, dass dieser kostenfreie Anschluss eine „einmalige Chance“ für die Hausbesitzer ist. Denn, wer jetzt keinen Gestattungsvertrag für die Leitungsverlegung übers private Grundstück bis direkt ans Haus unterzeichnet, später aber irgendwann einen Anschluss will, muss dann selbst ein bis zu fünfstelligen Betrag aus eigener Kasse gestemmt werden, warnt er.

„Schlanke Infrastruktur“

„Wir wollen schlanke Strukturen“, argumentiert Stempfle dafür, dass für diese Maßnahme kein Eigenbetrieb gegründet wird, sondern diese in den allgemeinen Haushalt Einzug hält. Manch andere Kommune tut dies nicht. Grund ist laut Stempfle, dass die geschaffene Infrastruktur abgeschrieben werden muss. Was mehr Aufwand für die Kämmerei bedeutet.

Mit der Planung für das große Leitungsverlegungsunterfangen in Böbingen ist das Wiesbadener Unternehmen S&P beauftragt. Wiederum der Gemeinde Böbingen steht für diese Maßnahme Ingenieur Stefan Kalmus als Berater zur Seite.

Eine kostenlose Verlegung des Hausanschlusses wird nur möglich, wenn die angeschriebenen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer einen Gestattungsvertrag unterzeichnet ans Rathaus zurücksenden. ⋌Anja Jantschik

Zurück zur Übersicht: Rosenstein