Mehrheit stimmt für „Stern-Projekt“

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Die Verwaltung möchte auf dem ehemaligen „Stern-Areal“ an der Lauterburger Straße in Bartholomä ein Gebäude für Wohnungen, Betreutes Wohnen, Pflegeplätzen und einer Arztpraxis erichten.
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Der Bartholomäer Gemeinderat wägt Anregungen zum Neubau eines Wohngebäudes samt Pflegeplätzen und Arztpraxis ab. Diskussion um Zahl der Pflegebetten. Plan liegt nochmals öffentlich aus. 

Bartholomä. Mehr als 20 Seiten Anregungen zum Bebaungsplan „Lauterburger Straße“ musste der Gemeinderat Bartholomä in seiner jüngsten Sitzung abwägen. Worum ging‘s dabei? Die Verwaltung möchte auf dem ehemaligen „Stern-Areal“ ein Gebäude für Wohnungen, Betreutes Wohnen, Pflegeplätzen und einer Arztpraxis errichten. Der Gemeinderat hatte den Entwurf des Bebbaungsplans im Januar beschlossen und den Plan öffentlich ausgelegt. Dagegen hatten vor allem Anwohner Einwände erhoben. „Eine umfangreiche Liste“, konstatierte denn auch Bürgermeister Thomas Kuhn. Diese sei den Gemeinderäten bereits am Dienstag vergangener Woche zugegangen, so dass sich diese eingehend damit beschäftigen konnten.

Auch von den Behörden habe es Anregungen gegeben. Zum Beispiel vom Naturschutz des Landkreises, der „den nur relativ schmalen Grünstreifen“ monierte. Laut Kuhn werde dieser auf fünf Meter Breite angepasst.

Bei den Einwendungen der Nachbarn ging es laut Kuhn zum Beispiel um die „enorme Größe und den immensen Umfang“ des geplanten Neubaus, durch die der „dörfliche Charakter Bartholomäs verschwinde“. Die Verwaltung, so Kuhn, habe „bei der Wahl der Gebäudeform und -Höhe ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte betrachtet“. Der Innenentwicklung sie Vorrang einzuräumen. Die Verwaltung ordne das Bauvorhaben als „vertretbar“ ein. Aus Gründen des Nachbarschutzes seien die Baugrenzen im Süden und Norden weiter ins Grundstück hineingerückt, so dass ein größerer Abstand bestünde. Zudem soll an den Außenbereichen niedriger gebaut werden als im Zentrum des Grundstücks.

Regelt das der Markt?

Größter Streitunkt in der Sitzung war die geplante Anzahl der Pflegebetten. Holger Biebl meinte zwar, dass seniorengerechtes Wohnen auch in Bartholomä nachgefragt werde. Aber: „Brauchen wir 100 Betten?“ Es sei doch so, meinte Biebl, dass das dazu nötige Pflegepersonal niemals vorhanden sein werde. „Daran wird es scheitern“, so Biebl. Entweder stünde das Gebäude in großen Teilen leer oder es werde mit wenig Personal betrieben. Dann sei eine menschenwürdige Pflege aber nicht möglich, kritisierte Biebl und meinte: „Wir sollten die Pläne ein bisschen schrumpfen.“

Bürgermeister Kuhn sagte, er warne davor, als Gemeinde Vorgaben zur Anzahl der Pflegebetten zu machen. Das regle der Markt. „Wir geben den Rahmen vor, aber wie der gefüllt wird, das wissen wir nicht.“ Zudem gebe es in der Pflege einen Personalschlüssel. Der liege aber, entgegnete Biebl, bei 80 zu eins plus einer Hilfskraft. Josef Maier meinte, er sehe das wie Thomas Kuhn. „Wir stellen es nur bereit. Die Größe bestimmen wir nicht, das ist nicht unser Problem.“ Bürgermeister Kuhn stellte klar, dass in den planungsrechtlichen Voraussetzungen nichts darüber stehe, wie viele Pflegeplätze angeboten würden. „Wir wollen Betreutes Wohnen und Pflegeplätze in begrenztem, überschaubarem Umfang“, betonte Kuhn.

Rudolf Grimmbacher stellte fest: „Im Vergleich ist das Ding noch klein.“ Wichtig sei zunächst, dass die Ärztin im Ort bleibe und in dem Gebäude eine angemessene neue Praxis finde. Das unterstrich auch Markus Mezger. Tobias Weber riet, „die große Politik von der Planungshoheit der Kommune zu trennen“.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sah vor, den Bebauungsplan als „urbanes Gebiet“ festzusetzen. Hier sei sowohl Wohnen als auch „nicht störende“ Gewerbebetriebe erlaubt. Bei einer Gegenstimme von Holger Biebl nahm der Gemeinderat dies an. Ab 20. Juni wird der Plan nochmals öffentlich ausgelegt und soll möglichst vor der Sommerpause Ende Juli erneut im Gemeinderat beraten werden.

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