Ärger über die Post in Mögglingen

+
post symbolbild
  • schließen

Bürgerin erhält Briefe nach eigener Aussage viel zu spät. Post bestätigt kurzfristigen Personalmangel.

Mögglingen. Eva Wentnagel hat sich richtig geärgert, erzählt sie. 14 Tage habe die Mögglingerin auf Post gewartet, nichts kam. Bis dann eines Tages gleich zehn Briefe auf einmal im Briefkasten lagen. Besonders auf ein Rezept eines Arztes aus Ulm, das der mit der Post verschickt hatte, sei sie angewiesen gewesen. Außerdem sei ihre Versichertenkarte abhanden gekommen. „Damit hatte ich einen Riesentrubel“, sagt sie. Bei der Post in Mögglingen habe man „mit der Schulter gezuckt“. Die Mitarbeitenden hätten berichtet, dass sie kein Einzelfall sei. Wegen Personalmangels müssten die Briefe „nach Priorität“ verteilt werden. „Nach welchen Kriterien soll das bitteschön entschieden werden?“, fragt Eva Wentnagel.

Post bittet um Entschuldigung

Die Redaktion hat die Post gefragt: Stimmen diese Vorwürfe? Wie bewertet die Post die Aussage der Postmitarbeiter, dass sie „eben nur nach Priorität ausliefern“ könnten? Und: Wie will die Post die Situation verbessern? Eine Post-Sprecherin meint dazu: Bei gewöhnlichen Briefen würden weder Ein- noch Auslieferung dokumentiert - daher könne die Post in diesem konkreten Fall keine Rückverfolgungen anstellen. Allerdings: „Bedauerlicherweise konnten in den vergangenen Tagen infolge unerwarteter Personalknappheit nicht alle Zustellbezirke besetzt werden. Daher wurden manche Sendungen leicht verzögert an die Empfänger ausgeliefert. Seit dieser Woche konnte die Deutsche Post das Personal in diesem ZSP wieder aufstocken, sodass die Sendungen wieder normal ausgeliefert werden sollten.“ Für die Kundinnen und Kunden entstandenen Unannehmlichkeiten bitte die Post um Entschuldigung.

Grundsätzlich, so die Sprecherin der Post, werde der Zustellbereich Mögglingen durch den Zustellstützpunkt (ZSP) in Böbingen beliefert. Dort bereiten die Postboten ihre Zustelltouren vor. Der größte Teil der Briefe, die morgens vom entsprechenden Briefzentrumangeliefert werden, sei schon nach der Gangfolge der Zusteller sortiert. Nur geringe Mengen müssten noch im Zustellstützpunkt von Hand in die Reihenfolge gebracht werden, in der die Postboten die Straße entlang ihre Tour fahren. Auch die Päckchen und Pakete, die morgens mit mehreren Lastwagen vom Paketzentrum kommen, müssten den Touren entsprechend in die Zustellfahrzeuge geladen werden, bevor die Postboten zu ihrer täglichen Runde aufbrechen.

Keine „Laufzeitzusage“

Die Frage nach der Priorisierung beantwortet die Pressestelle der Post so: „Wir bieten unterschiedliche Briefprodukte, auch mit unterschiedlichen Laufzeiten, an.“ So gebe es beispielsweise vollbezahlte Briefe, etwa den Standardbrief 80 Cent, die in der Regel ein Tag nach der Einlieferung zugestellt würden. Dies sei aber keine Laufzeitgarantie, es handle sich „um ein Qualitätsziel und nicht um eine Laufzeitzusage“. David Wagner

Zurück zur Übersicht: Mögglingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare