Anpacken fürs Mögglinger „Naturparadies“

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Vereinsvorsitzender Roman Epp und Heidrun Epp (links) mit ihren beiden Söhnen und einem einem Teil ihrer Helferinnen und Helfer und Bürgermeister Adrian Schlenker (Zweiter von rechts).
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Was der Verein „Bürger für Natur- und Umweltschutz unterm Rosenstein“ auf einem Grundstück an der Rems plant und wie der aktuelle Stand der Umsetzung ist. Ein Rundgang.

Mögglingen

Das leise Murmeln der Rems, Vogelgezwitscher, viele Arten von Bäumen und Sträuchern und das alles auf einem großen Gelände: Die Zutaten sind da für ein „Mögglinger Naturparadies“, wie es Heidrun Epp formuliert. Sie und ihr Mann Roman sowie weitere Mitstreiter vom Verein „Bürger für Natur- und Umweltschutz unterm Rosenstein“ packen an, um es zu verwirklichen.

Rauf aufs Gelände geht’s zurzeit an den hohen Tannen, die an der Westtangente Richtung Böbingen stehen. Dort hat der Bauhof eine Furt geschaffen, so dass der Besucher halbwegs trockenen Fußes die Rems queren kann. „Die Unterstützung durch den Bauhof ist wirklich super“, sagt Roman Epp. Außer der Furt haben die Gemeindemitarbeiter vor allem dafür gesorgt, dass der Müll abtransportiert wird. Und davon gab und gibt es einiges auf dem Gelände, wie Heidrun Epp erzählt. Ursprünglich war das Gelände als eine Art privates Wildgehege mit Hirschen und Wildschweinen genutzt worden. Danach, berichtet Bürgermeister Adrian Schlenker, sei es einige Zeit als Standort der Straßenmeisterei im Gespräch gewesen, dies habe sich aber zerschlagen. Der dann folgende Pächter habe das Grundstück ziemlich verwildern lassen.

Pflanzen mit Zäunen verwachsen

Heidrun und Roman Epp berichten, dass sie eigentlich auf der Suche nach einem privaten Gartengrundstück gewesen waren. „Das hier ist dann aber doch eine Nummer zu groß für uns“, so Heidrun Epp. Aber eben auch zu einmalig, als dass es brach liegen sollte, finden die Naturschützer. Also haben sie die Ärmel hochgekrempelt und losgelegt. Von der ehemaligen Tierhaltung galt es vor allem, die Zäune zu entfernen. Diese waren stark verwachsen und überwuchert, eine Heidenarbeit, wie die Epps berichten.

Aufs Grundstück geht es durch ein Holztor. „Das ist schön, das wollen wir eigentlich erhalten“, meint Heidrun Epp. Auf einem frisch ausgeschnittenen Wegchen geht es, gesäumt von Bäumen, zu einer alten Hütte mit Gitterzäunen, wo Vögel halten wurden. Man müsse sich klarmachen, betonen die Epps, dass es bis zu ihrem Arbeitseinsatz hier kaum ein Durchkommen gegeben habe, alles war zugewachsen. Neben der Hütte knien drei Mädchen, bewaffnet mit Arbeitshandschuhen und Gartengerät, befreien sie die Steine einer Wegbefestigungsmauer vom Moos. Unten fließt die Rems träge vor sich hin. Dort wollen die Epps einen Wassererlebnispfad einrichten, beim alten Wildschwein-Gehege einen „Wildschweinpfad“. Bei der alten Hütte wäre Platz für ein „grünes Klassenzimmer“, ein Hörsaal im wörtlichen Sinne, in dem Besucher den Vögeln lauschen könnten. Der Verein möchte hier gerne auch eine Wiese mit Wildblumen anlegen. Ansonsten soll der Mögglinger Naturpfad mit seiner jetzt schon vorhandenen botanischen Vielfalt glänzen, meint Heidrun Epp und zeigt auf die verschiedenen Baumarten, Fichten, Lärchen, Kirschen.

Übernachten im Wald?

Der Weg steigt etwas an, dann taucht unter den Bäumen die nächste Hütte auf. Ein massives Bauwerk samt Keller. Das möchten die Epps gerne erhalten. Heidrun Epp kann sich vorstellen, dass später Schulklassen hier sogar übernachten könnten. „Eine Nacht im Wald“, sagt Heidrun Epp und lacht. Ideen, meint sie, habe sie jedenfalls genug. Bestehende Naturerlebnis-Pfade, etwa das „Naturatum“ im Gmünder Taubental oder das „Eins und Alles“ im Welzheimer Wald, könnten durchaus als Inspiration dienen. „Wir wollen aber keine Kopie, sondern etwas ganz Eigenes schaffen“, betonen die Epps. Klar sei aber: „Das hier wird kein Erlebnis-Rummelplatz“, stellt Heidrun Epp klar. Die Natur stehe im Vordergrund. Dinge wie eine Kugelbahn werde es hier nicht geben, auch Mountainbikes oder ähnliches Gefährt sollte nicht erlaubt sein. „Wir wollen etwas Ruhiges und Stilles“, sagt Heidrun Epp.

Linker Hand steigt das Gelände steil an, dahinter rauscht der Verkehr über die Westtangente. Dort, am oberen Rand, möchten die Epps einen Höhenweg einrichten, zum Teil ist schon eine Art Weg vorhanden, der Rest soll mit Baumstämmen stabilisiert werden. Wer hier oben denkt, schon am Ende des Geländes angelangt zu sein, irrt. Weiter Richtung Westtangente kommt der Platz für die Streuobstwiesen. Auch diese sollen in das Konzept integriert werden.

Weg unter der Brücke durch?

Noch einige Schritte weiter und der Besucher steht an einem alten Schafstall und an der Brücke der Westtangente. Jenseits der Straße führen Treppenstufen runter zur Rems und unter der Straße hindurch. Die Gemeinde prüft derzeit, ob sie Stufen auch auf der zweiten  Seite bauen könne. Dann könnten die Kinder der Limesschule über den Damm an der Straße direkt über diese Treppen auf das Gelände. Was optimal ins Konzept passen würde, ist Heidrun Epp überzeugt.

Im vergangenen Sommer sind die Helferinnen und Helfer zum ersten Mal durch das Gelände gegangen, in den Herbstferien haben sie losgelegt. Für dieses Jahr haben sie sich zum Ziel gesetzt, das Areal vollends zu entmüllen. Wer dabei mitmachen will oder sich auf andere Art einbringen, darf sich gerne bei Heidrun und Roman Epp melden.

Kontakt zum Verein: http://www.bnur-moegglingen.bzv-gd.de/

Das hier wird kein Erlebnis-Rummelplatz.“

Heidrun Epp, , Verein „Bnur“
Naturpfad Mögglingen
Naturpfad Mögglingen
Jede Menge Müll kam auf dem Gelände zusammen. Der Bauhof der Gemeinde half beim Abtransportieren.
Naturpfad Mögglingen
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