Der Übungsturm wäre zu teuer

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So hatte der Architekt das Feuerwehrhaus in Mögglingen geplant. Den Turm strichen die Gemeinderäte aus Kostengründen. Quelle: Gaus
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Mögglingen stellt Förderanträge für das neue Feuerwehrhaus. Kosten waren von zunächst 3,8 Millionen Euro auf nun 4,5 Millionen Euro gestiegen.

Mögglingen

Von Heubach kommend links, vor dem Kreisverkehr, und als erstes Gebäude am Mögglinger Ortseingang, soll im Herbst 2024 das neue Feuerwehrgebäude seine Pforten öffnen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, auf dem mit Sicherheit noch manche  Diskussion im Gemeinderat geführt wird. Nachdem im Herbst eine Machbarkeitsstudie vom Architekturbüro Gaus aus Göppingen dem Gremium um Bürgermeister Adrian Schlenker vorgelegt wurde, folgten diverse nichtöffentliche Sitzungen und Abstimmungen mit Unfallkasse Baden-Württemberg, UKBW, Kreisbrandmeister und Feuerwehr. Am Freitag nun, wurde die Entwurfsplanung für das neue Feuerwehrgerätehaus erstmals in einer öffentlichen Sitzung erläutert. Im Besucherbereich dominierten Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr aus Mögglingen mit Kommandant Florian Hofmaier.

Bürgermeister Schlenker informierte darüber, dass die Entwurfsplanung von Kreisbrandmeister und UKBW für gut geheißen wurde.

Architekt Christian Gaus erläuterte, dass es in der Fahrzeughalle vier Stellplätze für Einsatzfahrzeuge geben wird. Der Verwaltungstrakt wiederum beinhaltet im Erdgeschoss die Umkleidekabinen für Damen und Herren sowie sanitäre Anlagen. Im hinteren Bereich der Fahrzeughalle wird es unter anderem ein Hochlager geben. Außerdem ist der Funkraum im Erdgeschoss des Verwaltungstrakts mit kleinem Besprechungszimmer und Lagerraum angesiedelt. Dieser durch Fenster eine Blickachse in die Fahrzeughalle und auf den Vorplatz. Der Verwaltungstrakt verfügt über zwei Etagen. Mittels Treppe oder Aufzug gelangt man in die obere Etage. Auf dieser findet sich unter anderem ein Schulungs- und Jugendraum, das Kommandantenzimmer, Toilettenanlagen und das „Florianstüble als „Herzstück“ für die Kameradschaft, wie es der Architekt beschrieb.

Bitter war für die Gemeinderäte die Erkenntnis, dass aus den 3,8 Millionen Euro an Kosten, die die Machbarkeitsstudie aufwies, mittlerweile in der Entwurfsplanung massiv gestiegen sind. Einerseits durch Ergänzungen in der Planung, andererseits durch die aktuellen Preissteigerungen auf dem Bausektor. Unterm Strich sah man sich dadurch Kosten von nunmehr 4,9 Millionen gegenüber. Zu viel für Mögglingen. Schließlich hat man noch weitere Aufgaben, etwa den Bau einer neuen Kindertagesstätte, die als Nachbargebäude des Florians am Kreisel gebaut werden soll. So mussten die Gemeinderäte am Freitag massiv den Rotstift ansetzen, um letztlich auf 4,5 Millionen Euro an Kosten zu kommen. Man war sich bis auf zwei Stimmen beim Votum einig, dass nun der Förderantrag für den größten Zuschuss, den Ausgleichstock (Landeszuschuss für finanzschwache Kommunen), gestellt werden soll. Mindestens 900 000 Euro werden erhofft. Zudem gibt’s Fachförderung aus dem Feuerwehrwesen mit 230 000 Euro. Und durch nachhaltige Bauweise mit niedrigem Energiestandard möchte man zudem eine KfW 40-Förderung erhalten. Maximal 400 000 Euro.

Dem Rotstift zum Opfer fiel der vorgeschlagene Übungsturm für 317 000 Euro sowie ein Vordach für 70 000 Euro. Allerdings wurde nichts am Mobiliar (75 000 Euro) gestrichen. Weitere Einsparungen sollen die von der Feuerwehr signalisierten Eigenleistungen bringen. Etwa das Verlegen von Parkett, die Übernahme von Maler- und Lackierarbeiten und Montage der Holzfassade. Erst wenn im Sommer der Zuschuss bewilligt ist, erfolgt der Baubeschluss.

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