Die Bürger als Ortskern-Gestalter

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Mehr Grünflächen und Plätze mit guter Aufenthaltsqualität – das wünschen sich viele Mögglinger einer Umfrage zufolge für den Ortskern ihrer Gemeinde.
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Erster Schritt auf dem Weg zu einem Gemeindeleitbild für die Entwicklung der nächsten Jahre: Eine Umfrage unter den Mögglingern zeigt, was den Leuten wichtig ist.

Mögglingen

Mehr als 300 Menschen aus Mögglingen haben sich an einer Umfrage beteiligt, die Grundlage ist für ein neues Leitbild der Gemeinde. Das soll als Wegweiser für die Ortsentwicklung der nächsten Jahre erarbeitet werden. Eines der Ergebnisse: Weiteres Wachstum der Gemeinde an den Rändern ist den Befragten mehrheitlich nicht wichtig, aber der Ortskern sollte nach Ansicht vieler zu einem öffentlichen Raum werden, wo sich Mögglinger gerne treffen.

Dass der Ortskern und dessen weitere Entwicklung das zentrale Thema in der Gemeinde ist – dieses Ergebnis der Umfrage ist alles andere überraschend. "Das war so zu erwarten", sagt Bürgermeister Adrian Schlenker. Wozu dann ein aufwendig ausgearbeitetes Leitbild-Konzept? "Es geht nicht mehr um das Was, sondern ums Wie", sagt Dr. Peter Markert von "imakomm" aus Aalen, dem Büro für kommunale Entwicklungsplanung, das den Auftrag bearbeitet.

Markert hat mit seiner Kollegin Carina Killer das Mögglinger Meinungsbild erforscht. Mit eingeschränktem Methodenarsenal, weil, auch hier, Corona einiges ausgebremst hat. Persönliche Interviews sind ausgefallen, ein Stand beim Josefsmarkt, wo die Fachleute mit Bürgern ins Gespräch kommen wollten, auch. "Und wir wollten schon längst eine Bürgerversammlung zum Thema machen", sagt der Bürgermeister. "Wir hätten mit alldem sicher eine deutlich größere Beteiligung an der Umfrage gehabt", sagt Markert. So haben sich 339 Bürger über eine Online-Befragung mit ihren Anliegen eingebracht.

Wie also die Ortsmitte gestalten? Die Umfrage glich verschiedene Themen ab, die auf einer Skala von "sehr wichtig" bis "sehr unwichtig" eingeordnet werden konnten. Am wichtigsten für die Befragten in Bezug auf die Ortsmitte: viele Grün- und Freiflächen und eine "gute Aufenthaltsqualität". Als ausbaufähig wird die "Einbindung der Rems" gesehen, so ein weiteres Ergebnis der Meinungsforschung.

Das Leitbild soll die Bevölkerung über Jahre begeistern.

Peter Markert, Kommunalplaner

Mehr Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungsangebote im Ortskern fanden die meisten der befragten Mögglinger dagegen weniger wichtig. "Das sehen sie ganz realistisch", sagt Markert, dass nämlich Geschäfte eher nicht der Treiber für die Entwicklung im Ortskern sein können und werden. Dazu passt, dass zwei Drittel der Befragten Wachstum durch weitere Wohnbauflächen ablehnt, weil "die Innenentwicklung" im Vordergrund stehen sollte. Ein ganz starker Wunsch auf dem sozialen Sektor: eine gute medizinische Versorgung. Bei diesem Punkt zeigte sich die größte Abweichung zwischen dem, was die Bürger wünschen und wie sie die aktuelle Lage einschätzen.

Und wie geht's nun weiter? Nach der Sommerpause soll endlich eine Bürgerversammlung folgen, möglicherweise aufgeteilt in verschiedene kleinere Versammlungen an verschiedenen Plätzen, so Schlenker. Die Bürger sollen mitgenommen, ein so genannter "Initiativkreis" als eine Art Kerngremium fürs weitere Ideensammeln soll dann gebildet werden. Dort können sich Bürger von selbst einbringen, "aber wir werden sicher auch Leute gezielt ansprechen", sagt der Bürgermeister. Im Dezember, so der Plan, wird die Studie zum Leitbild fertig sein und im Gemeinderat zum Thema.

Ganz wichtig soll die Teilhabe der Bürger sein: Markert und Schlenker verweisen auf eine sehr gute Kultur der Bürgerbeteiligung in Mögglingen, auf die man aufbauen könne und wolle. Markert: "Da ist durch die Gartenschau eine Aufbruchstimmung entstanden, die wir aufnehmen und verstetigen wollen." Das Leitbild soll "die Bevölkerung über Jahre begeistern" – so, dass die Bürger im Grunde "den Ortskern selbst gestalten".

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