Ein Mögglinger für Mögglingen

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Jürgen Deininger gibt seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters ab.
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Jürgen Deininger will am 6. Februar bei der Bürgermeisterwahl Adrian Schlenker ablösen. Was er anders machen will als der Amtsinhaber und warum sein Alter für ihn kein Nachteil ist.

Mögglingen

Kurz vor Bewerbungsschluss vor einer Woche gab der Mögglinger Gemeinderat Jürgen Deininger seine Kandidatur für die Wahl des Bürgermeisters am 6. Februar bekannt. Über seine Motivation und Ziele spricht er im Interview.

Herr Deininger, warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Jürgen Deininger: Es gibt nicht den einen Grund, sondern viele. Schon vor acht Jahren hab ich mit dem Gedanken gespielt, aber wegen der jungen Familien wieder verworfen. Meine Familie steht hinter der Kandidatur, sonst würde es nicht funktionieren. Ich trete als parteiunabhängiger Kandidat an, Mögglingen ist mein Heimatort, hier bin ich aufgewachsen, verwurzelt und hier lebe ich. Deshalb ist Mögglingen für mich Herzenssache. Ich möchte Mögglingen in die Zukunft führen.

Haben Sie Ziele und Projekte?

Es stehen wichtige Investitionen an, das neue Feuerwehrhaus, die Kinderbetreuung, die Ortskernsanierung, der Rückbau der B 29, Breitbandausbau, schnelles Internet und Digitalisierung in der Schule. All das muss aber vernünftig finanziert werden.

Was heißt das?

Es geht darum, den Spagat zwischen Investitionen und Verschuldung zu meistern. Nachfolgende Generationen sollen nicht nur „Altlasten“ übernehmen, sie sollen selber Gestaltungsspielraum haben. Ich will die Gemeinde ressourcenschonend in eine nachhaltige, „grüne“, also klimaneutrale, Zukunft führen. Dazu das Ehrenamt, das Engagement der Vereine und der sonstigen Gruppen wie auch den Bund der Selbstständigen, MAG, würdigen und unterstützen. Gemeinsam mit den Mögglingern will ich Perspektiven und Visionen für die Zukunft entwickeln und diese auch umsetzten.

Heißt das, all dies macht der Amtsinhaber nicht?

Das sage ich so nicht, aber ich würde schon manches anders machen. Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die viel ausmachen. Aber natürlich werde auch ich es nie allen recht machen können.

Wie hat Ihr Umfeld auf die Kandidatur reagiert?

Viele waren überrascht, aber ich habe viel Zuspruch bekommen, auch im Vorfeld schon. Das hat mich bestärkt darin, die Kandidatur durchzuziehen. Nur hinsichtlich meines Alters haben manche gemeint, da könnte man sich ja eher auf den Ruhestand vorbereiten. Anderseits habe ich dadurch viel Erfahrung und kenne die schwierigen Zeiten, die die Gemeinde schon durchmachen musste, angefangen von der „Fleischer-Affäre“ als die Gemeinde bankrott war, bis zum Konkurs des Generalbauunternehmens des Pflegewohnheims 2001.

Was mus ein Bürgermeister aus Ihrer Sicht können?

Vieles, und da hilft mir, dass ich seit Jahren im Gemeinderat und dem technischen Ausschuss bin, Mitglied im Gartenschauausschuss und Mitglied im Preisgericht zur „Gestaltung der Hauptstraße und Aufwertung des Umfelds“ war, zudem Mitglied im „Initiativkreis Ortsentwicklung“ und Vorstandsmitglied bei der Flurbereinigung Mögglingen. Da lernt man einiges und bekommt viel mit vom Ort. Außerdem muss ein Bürgermeister „mit den Leuten können“ und im Ort verwurzelt sein. Ich bin Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und den Mögglauer Remsgöckeln.

Ein aktiver Gemeinderat, der sich gegen den Amtsinhaber stellt, ist ungewöhnlich. Könnten Sie im Falle einer Niederlage überhaupt noch mit Herrn Schlenker arbeiten?

Auf jeden Fall. Ich habe mit Herrn Schlenker kein Problem. Außerdem bin ich zu sehr Mögglinger, als dass ich, im Falle einer Niederlage, meinen Ort verkaufen würde. Das ist nicht meine Art.

Jürgen Deininger, 56 Jahre, geboren in Mögglingen, wohnt mit seiner Lebensgefährtin und den beiden gemeinsamen Kindern (6 und 8 Jahren) in Mögglingen.

Er ist gelernter Bankkaufmann mit Weiterbildung zum Bankfachwirt, seit fast 40 Jahren bei der Raiffeisenbank Rosenstein, dort zuständig für die Bereiche Zahlungsverkehr und IT.

  • Kandidaten stellen sich in Mögglingen vor
  • Die beiden Kandidaten, Amtsinhaber Adrian Schlenker und Herausforderer Jürgen Deininger, stellen sich am Donnerstag, 20. Januar, um 19 Uhr in der Mackilohalle vor. Aufgrund der Pandemie sind die Plätze auf 350 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Anmeldezeiträume sind bis 19. Januar von 8 bis 12 und von 14-16 Uhr, telefonisch unter (07174) 89900-24, per E-Mail an info@moegglingen.de oder im Rathaus im Zimmer 3.
  • Fragen an die Kandidaten können vorab im Bürgerbüro oder per Mail an info@moegglingen.de gestellt werden. Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist ab Montag, 24. Januar, auf der Gemeindehomepage verfügbar.

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