Fasching mit Abstand nicht möglich

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Böbinger Wildsäu und die Remsgöckel
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Was zwei Narrengruppen unterm Rosenstein zur Faschingsabsage sagen und ob möglicherweise doch etwas buntes Treiben geboten wird.

Mögglingen

Der Terminkalender der Mögglinger Remsgöckel war in der Faschingssaison 2019/2020 noch prall gefüllt. Die Teilnahme an Umzügen bei Tag und Nacht, Rathaussturm und Besuche in Kindergärten und Senioreneinrichtungen standen auf dem Plan. Gerade noch kurz vor Ausbruch der Pandemie konnte der Mögglauer Narrenzug und der Jubiläums-Remsgöckelball im Februar gefeiert werden, dann fiel der Vorhang.

Um wenigstens etwas Fasnet in die Stuben zu bringen, gab es im vergangenen Jahr einen „trotzigen“ digitalen Mini-Narrenumzug am Aschermittwoch, liebevoll gestaltet mit kleinen Spielfiguren und dem hoffnungsvollen Gruß am Ende „Auf d' Mögglauer Fasnacht: drei kräftige Helau Mögglau, mir sehad ons 2022!“.

Für diese Saison ist bei den Mögglauer Remsgöckel kein Veranstaltungskalender auf der Homepage zu finden. Vorsitzende Eberhard Bär bedauert dies einmal mehr. Für diese Saison sind die Mögglauer Remsgöckel erneut in die „Arbeitslosigkeit“ gerutscht, „man leidet darunter“, so Bär, aber der Blick auf die anstehende Hoch-Zeit der Fasnet verheiße nichts Gutes, meint Bär. Selbst wenn sich die Situation ändern würde, wären Veranstaltungen bis zur Faschingswoche nicht machbar. Viele Gruppierungen haben seit Monaten nicht mehr miteinander geprobt, Programmpunkte konnten nicht einstudiert werden. „Ohne Vorbereitung geht nichts“, meint Ebe Bär und verweist auf den Anspruch der Mögglauer Remsgöckel, immer professionelle Auftritte zu absolvieren.

Verantwortung geht vor

Zudem lebe der Fasching von den zwischenmenschlichen Kontakten, von Herzlichkeit und guter Stimmung, Fasching mit Abstand und Maske? Für die Mögglauer Remsgöckel ein „No Go“. Die Auflagen für Veranstaltungen seien einfach nicht realisierbar, meint der Vorsitzende, „wenn wir mehr Kontrollpersonal als Besucher benötigen, ist der Spaß vorbei“. Zudem ist den Verantwortlichen das Risiko einfach zu hoch, „wir haben eine Verantwortung unseren Leuten und den Besuchern gegenüber“, meint Ebe Bär, der sich zumindest mit seinen Remsgöckeln in guter Gesellschaft befindet, aus dem ganzen Ostalbkreis habe es Absagen für Faschingsveranstaltungen nur so gehagelt. Dass sich die Einschränkungen jetzt bereits ins zweite Jahr ziehen „damit hat am Anfang niemand gerechnet“. „Mit tränenden Augen“ verabschieden sich die Mögglauer Remsgöckeln für dieses Jahr von der Fünften Jahreszeit und nutzen die Zwangspause um ihr Equipment für die nächste Saison in Schuss zu bringen. Denn 2022/2023 soll es wiederheißen „Helau Mögglau“.

Eine Narrenzunft inmitten einer Pandemie zu gründen, nötigt Respekt ab. Die Bäbenger Wildsaue gehören zu diesen Zünften. Dass sie die kostbaren, professionell handgeschnitzten Masken in ihrer ersten Saison nicht der breiten Öffentlichkeit präsentieren können, kommentiert Zunftmeister Maximilian Wittmann mit einem lakonischen „blöd gelaufen“.

Ein wenig Faschingstreiben

Die Gründung der Narrenzunft ist für den Zunftmeister ein großes Stück „Tradition und Kulturgut erhalten“. Dabei haben die Wildsauen im vergangenen Jahr bei ihrer Gründung nochhoffnungsvoll in die Zukunft geblickt, die Teilnahme an Umzügen war geplant, auch am Böbinger Rathaussturm „hätte man sich sicherblicken lassen“. Die Euphorie des noch überschaubaren Vereins ist dennoch ungebrochen, „wir lassen uns doch von einem Virus nicht die Laune verderben“. Deshalb gehen die Bäbenger Wildsaue ein kleines bisschen in die Offensive und möchten in der Faschingswoche„coronakonform und abgesegnet“ ein wenig Faschingstreiben nach Böbingen bringen. Was genau und wann geplant ist, möchten die Wildsauen noch für sich behalten. Die Zeit zwischen den Saisons werden die Böbinger nicht damit verbringen, ihre Masken zu polieren, der Verein soll durch einige Veranstaltungen ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, neue Mitglieder sind gern gesehen. Für 2022/2023 möchten die Bäbenger Wildsauen „in die Vollen“ gehen, denn Maximilian Wittmann ist überzeugt „alles wird gut“. Bis dahin sendet Böbingens jüngste Narrenzunft den Gruß, „eine glückselige Fasnet und ein dreifaches „Wildsau – grab’s aus!“

Man leidet darunter.“

Eberhard Bär, , Obergockel

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