Fluchttreppe fürs „Alte Schulhaus“

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Seit Anfang des 19. Jahrhundert steht das „Alte Schulhaus“ in Mögglingen. Seit den 1990ern wird es auch kulturell genutzt.
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Insgesamt 150 000 Euro soll die neue Steiltreppe in dem denkmalgeschützten Kulturhaus kosten. Bis Ende Juli sind die Arbeiten abgeschlossen.

Mögglingen

Das Dorf- und Kulturhaus „Altes Schulhaus“ in Mögglingen steht normalerweise für Veranstaltungen jeglicher Art zur Verfügung. Seien es für Volkshochschulkurse oder Kabarettabende. Doch im Moment steht das denkmalgeschützte Haus still. Und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Seit März wird hier für Brandschutz an einer neuen Fluchttür gearbeitet. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf 150 000 Euro.

Die Arbeiten wurden in zwei Teile aufgeteilt, erklärt Architekt Patriz Schurr. Der erste Teil sei fast abgeschlossen. „Hier hat die Firma Hieber aus Mögglingen bereits mit den Vorarbeiten am Bestand des Gebäudes gearbeitet“, sagt er. Dies bedeutet, eine der beiden Dachgauben an der hinteren Seite des Gebäudes, in Richtung der Parkplätze, wurde vergrößert, damit die Fluchttür durchpasst und eingebaut werden kann. Das solle Mitte der Woche fertig sein.

Dann gehe es weiter zum zweiten Teil des Bauvorhabens. „Nachdem das gemacht ist, wird die Steiltreppe angebracht.“ Bis begonnen werden konnte, standen die Verantwortlichen vor einigen Herausforderungen. „Da das Haus denkmalgeschützt ist, mussten die Eingriffe schonend durchgeführt werden“, sagt Schurr. Damit keinerlei Schäden entstehen. Schließlich sei das Material aus dem 19. Jahrhundert. Noch aus der Zeit, als das Gebäude gebaut wurde.

Auch beim Standort der Treppe gab es einige Differenzen mit dem Denkmalamt. „Zuerst war die Nordfassade im Gespräch für die neue Fluchttreppe“, erklärt der Bürgermeister. Allerdings sei das nicht die richtige Stelle gewesen, da „so eine Treppe dann einfach nicht schön ins Blickfeld passt“, sagt Schurr.

Schließlich haben sich alle in der Gemeinde zusammen mit dem Denkmalamt geeinigt, dass die Treppe an die hintere Fassade des Gebäudes in Richtung des Parkplatzes kommt.

Ein Architekt mit Erfahrung

Für Bürgermeister Adrian Schlenker ist der Architekt Patriz Schurr genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Da er bereits schon Erfahrung beim Umgestalten des Kulturhauses hat. „In den 90er Jahren hat er das Gebäude schon einmal auf Vordermann gebracht“, sagt der Bürgermeister.

2019 dann die Hiobsbotschaft. „Da musste die Kulturbühne im Dachgeschoss schließen, da kein ausreichender Brandschutz vorhanden war“, sagt Schlenker. Bisher standen nur die drei Fenster der Kulturbühne zur Verfügung. „In einem Notfall sollten die Leute aus den Fenstern steigen und sich auf ein Gitter stellen, bis sie von der Feuerwehr gerettet werden können“, erklärt Schurr.

Ein Gebäude mit Geschichte

Bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts steht das „Alte Schulhaus“ in Mögglingen. Seit den 90er-Jahren kommt es hier häufig zu verschiedenen Veranstaltungen. In den Räumen „Kulturbühne“, „Lichtstube“ und dem „Klassenzimmer“ fanden vor der Corona-Pandemie Tagungen und Versammlungen statt, aber auch kulturelle Programme wie Konzerte, Theateraufführungen oder Kabarettabende wurden hier häufig gezeigt. Eine katholische Bibliothek gibt's noch im Untergeschoss. Etwa 30 bis 160 Personen waren zu solchen Veranstaltungen im Gebäuden, sagt Architekt Patriz Schurr. Deshalb sei der Brandschutz äußerst wichtig.

Da das Haus denkmalgeschützt ist, mussten die Eingriffe schonend durchgeführt werden.“

Patriz Schurr, Architekt
Aus einer der beiden Dachgauben entsteht nun die neue Fluchttür des Kulturgebäudes. Auf dem Bild von links: Geschäftsführer der Firma Hieber, Michael Hieber, Bürgermeister Adrian Schlenker und Architekt Patriz Schurr.

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