Gemeinderat Mögglingen: Diskussionbedarf um den Verkehr

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Mögglingen Ortsmitte
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Mögglinger Gemeinderat befasst sich mit dem Verkehrskonzept. Keine Mehrheit für Antrag, die Stellenausschreibung zur Bürgermeisterwahl zu ändern.

Mögglingen

Das war einfach zu kurzfristig, um sich mit der Materie zu befassen. So die einhellige Meinung der Mögglinger Gemeinderäte darüber, dass das Verkehrskonzept zur Ortskernsanierung erst am Freitagabend als Tischvorlage präsent war. Bürgermeister Adrian Schlenker war dies bereits klar, bevor er mit dem Gremium konkret in diesen Sitzungspunkt einstieg: „Die Unterlagen sind zu spät eingetroffen, das ist unbefriedigend.“ Er schlug daher den Gemeinderäten vor, dieses Konzept als „Entwurf“ zu sehen. Und es auch so an die insgesamt 15 Planungsbüros weiterzugeben, die sich am Architektenwettbewerb zur Ortsmittengestaltung beteiligen werden. Deren Startschuss fällt am 2. Oktober dieses Jahres. Außerdem schlug Schlenker vor, sich nach der Bundestagswahl zu einer außerordentlichen Sitzung zu treffen, um sich über das Thema Verkehrskonzept auszutauschen.

„Mit Sicherheit kein einfaches Thema“, stieg schließlich Ingenieur Frank Schäfer vom Büro BS Ingenieure aus Ludwigsburg in die Erläuterung des Verkehrskonzepts ein. Und bezeichnete es als „Leitlinie“ für die Architekten, die aber auch selbst noch Ideen einbringen würden. Insgesamt an 25 Knotenpunkten in Mögglingen habe man Verkehrszählungen und -analysen vollzogen. Ziel sei die „maximale Verkehrsberuhigung des Ortskernbereichs“, so Schäfer. Allgemein gesehen, sah der Planer eine „drastische Verbesserung“ des Verkehrsaufkommens, denn das habe sich innerorts durch die Umfahrung um 80 Prozent reduziert. Nun gelte es, den Verkehr zusätzlich im Bereich Rathaus, Kirch- und Schulstraße zu minimieren. Sein Vorschlag: in diesem Bereich eine 20er-Zone auszuweisen. Ziel seiner Konzeption war es, den Verkehr, der aus Heuchlingen in den Ort fährt, über die Bahnhofstraße zur Westtangente zu leiten. Ein weiterer Vorschlag war, im jetzigen Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Hauptstraße einen Kreisverkehr anzulegen. Zudem konnte sich Schäfer vorstellen, dass es eine Einbahnregelung Schulstraße/Kirchstraße gibt. Und, dass der Bereich zwischen Rathaus und Reichsadler zur Fußgängerzone wird. Heute gebe es 6000 Fahrzeuge täglich im Ortskern. 2000 Fahrzeuge, also ein Drittel, könne man über die Bahnhofstraße zur Tangente umleiten.

Schnell zeigte sich quer durch alle Fraktionen, dass erheblicher Diskussionsbedarf bestand. Allerdings erst, nachdem man sich eingehend mit dem Konzept befassen konnte. Jürgen Deininger sah eine Sperrung zwischen Rathaus und Reichsadler als „Katastrophe“, und den Vorschlag eines Kreisels Bahnhofstraße/Hauptstraße als „nichts Neues“ an. „Heute ist keine seriöse Entscheidung möglich“, nickte Marc Hudelmaier. „Das muss man sich zu Gemüte führen und sich vor Ort treffen“, befand Irmgard Sehner. Matthias Steinle wollte den Architekten Freiraum geben für eigene Ideen. Jakob Unrath plädierte dafür, sich Zeit zu nehmen. Friedrich Lange sah eine Abstimmung als „kolossal falsch“ an. Sonst gehe man in die falsche Richtung, denn zu viele Leute seien betroffen. Er schlug eine Klausur vor. Doch hier warb der Bürgermeister dafür, eine außerordentliche öffentliche Sitzung einzuberufen. Und schlug dafür den 29. September vor. Mit vorangehender Besichtigung vor Ort. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Für die Architekten gibt es jetzt die Verkehrsanalyse und Prognose zu den Fahrzeuganzahlen.

Die Bürgermeisterwahl ist am 6. Februar 2022. Adrian Schlenker tritt wieder an. Friedrich Lange stellte den Antrag, geheim abzustimmen, ob der Passus „der Amtsinhaber tritt wieder an“, in die Stellenausschreibung aufgenommen wird. Der Antrag wurde bei drei Gegenstimmen abgelehnt.

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