Metzgerei Beck in Mögglingen schließt Ende Mai

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Sie sind noch bis Ende Mai für ihre Kunden in Mögglingen da: Christa Beck (rechts) und Mitarbeiterin Carmen Geppart hinter der Theke in der Metzgerei Beck.
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Eine Ära geht zu Ende: Seit 1905 gibt es den Familienbetrieb in der Mögglinger Ortsmitte neben dem Rathaus. Warum Chefin Christa Beck ihren Laden am 28. Mai zum letzten Mal aufmacht.

Mögglingen

Noch ist es auf einem Schild am östlichen Ortseingang zu lesen: Hier in Mögglingen gebe es den „vielleicht besten Leberkäse der Welt“. Den von der Metzgerei Beck nämlich.

Seit 1986 ist die gebürtige Künzelsauerin Christa Beck die Chefin in der Metzgerei in der Mögglinger Ortsmitte. Zum Monatsende schließt der Betrieb. „Wir finden einfach keinen Nachfolger“, sagt sie. Sie werde in diesem Jahr 67 alt, da sei es eben an der Zeit, ans Aufhören zu denken. Spätestens seit Anfang des Jahres habe sich abgezeichnet, dass es mit der Metzgerei wohl nicht weitergeht. Dennoch habe sie den Verkaufs- und den Imbisswagen zunächst behalten, um einem potenziellen Nachfolger einen eventuellen Neustart zu erleichtern. Vergebens.

1903 hatte der Großvater ihres vor drei Jahren verstorbenen Mannes Gerold, Adolf Beck, das Gebäude in der Bahnhofstraße 2 gekauft, erzählt Christa Beck. 1951 übergab er den Betrieb an seinen gleichnamigen Sohn Adolf. Als dieser 1970 starb, übernahm Gerold Beck die Metzgerei, seit 1986 stand Christa an seiner Seite. „Es war nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung für uns“, erzählt sie. Klar: die Arbeit sei auch anstrengend und an einen richtigen Urlaub in 30 Jahren kaum zu denken gewesen.

Dennoch möchte sie nichts davon missen. Sie habe drei Generationen an Kunden erlebt, Freud und Leid mit ihnen geteilt, eine enge Bindung und ein starkes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Alleine der Beistand, den die Mögglinger ihr entgegengebracht hätten, als ihr Mann Gerold verstarb, sei für sie eine echte Stütze und Hilfe gewesen. „Wir hatten immer ein offenes Ohr für die Kunden und umgekehrt“, sagt Christa Beck, die auch gerne an die zahllosen großen und kleinen Festle zurückdenkt, wo sie das Catering geliefert haben. Die Kunden hätten die Qualität, das Engagement und die Zuverlässigkeit der Becks immer sehr geschätzt, das habe sie gespürt, meint Christa Beck. „Da fällt einem das Aufhören doppelt schwer.“

Zukunft des Gebäudes ungewiss

Auch für das gesamte Mitarbeiterteam tue es ihr leid. „Das war für mich wie Familie.“ Immerhin müsse sie sich um die Zukunft der Mitarbeiterinnen keine Sorgen machen, die Fachkräfte seien gefragt und kämen in anderen Betrieben unter. Das Gebäude in der Ostmitte sei bereits verkauft, was der künftige Eigentümer damit vorhat, ungewiss.

Am Samstag waren die Becks zum letzten Mal auf dem Gmünder Wochenmarkt. Auch das könnten sie wegen Personalmangels nicht länger machen, bedauert Christa Beck. Viele der Kunden, die von dem bevorstehenden Ende erfuhren, seien sehr geknickt gewesen. „Sie vermissen jetzt schon die Salate, die Sülze und den Fleischsalat.“ Auf der anderen Seite hätten auch alle Verständnis für die Entscheidung, meint Christa Beck dankbar. Sie kramt in ihren Unterlagen und fischt eine E-Mail heraus. Ein Kunde aus Herrenberg, den sie einst an einem Feiertag mit einem Leberkäs' beglückt hatte, bedankt sich. Es habe ihm „hervorragend geschmeckt“. Und: Das „vielleicht“ könne man getrost weglassen.

Wir haben Freud und Leid mit den Kunden geteilt.“

Christa Beck,, Chefin

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