Mögglingen beschließt sein Leitbild - fast

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Mögglingen. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Obwohl viele vieles gut finden, verschiebt das Gremium den Beschluss auf den Herbst.

Mögglingen. Seit 2019 entwickeln Verwaltung, Gemeinderat und Bürger zusammen mit der „imakomm“-Akademie aus Aalen ein Leitbild für die Gemeinde. Am Freitag sollte mit den Worten Bürgermeister Adrian Schlenkers „ein Knopf dran“ gemacht und das Werk, wenngleich es als Prozess nie ganz fertig sein könne, beschlossen werden. Es kam aber anders.

Was beinhaltet das Leitbild?

Grundsätzlich solle das Leitbild als Entwicklungskonzept dienen, als Richtschnur und Leitplanken für die Arbeit von Verwaltung und Gemeinderat. Carina Killer von der „immakomm“-Akademie blickte zurück auf die zweieinhalb Jahre Arbeit in Mögglingen. Dank Bürger- und Unternehmensbefragungen sowie der kontinuierlichen Mitarbeit von bis zu 30 Bürgern in einem „Initiativkreis“ hätten sich mit der Zeit sieben Schwerpunkte herausgebildet:

Baulandentwicklung und nachhaltige Wachstumsstrategie

Gestaltung der Ortsmitte

Stärkung und „proaktives Begleiten“ des Wirtschaftsstandortes

Weiterentwicklung der Grundversorgung

Nachhaltige Mobilität

Soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Senioren

„Besuchsgründe“ stärken, also eine verbesserte Außenwirkung

All diese Punkte sollen umgesetzt werden unter den großen Leitlinien „Nachhaltigkeit“ und „Bürgerbeteiligung“. Insgesamt sah Carina Killer die große Stärke Mögglingens „in einem modernen Dorfleben mit guter Infrastruktur“.

Die Diskussion

Jakob Unrath meinte, er wolle das Leitbild als Gemeinderat „sehr ernst nehmen“. Dafür tauchten ihm aber manche Themen, etwa Klimaschutz oder Integration, zu wenig prominent auf. Auf der anderen Seite seien an manchen Stellen sehr konkrete Vorhaben benannt, etwa eine Gesamtschule, die kaum zu realisieren seien. Er stelle daher den Antrag, das Leitbild heute nicht zu beschließen, sondern sich nochmals Zeit zu nehmen, alles genau durchzugehen.

Marc Hudelmaier meinte, er stehe dem Leitbild von Anfang an kritisch gegenüber. Vor allem, weil nur etwa zehn Prozent der Mögglinger daran mitgewirkt hätten, der Gemeinderat durch seine Wahl da eine ganz andere Legitimität habe. Das bekräftigte Jakob Unrath und verwies auf deutlich sichtbare „Interessen“, die im Leitbild hervorschienen. „Wir im Gremium müssen das Gesamtinteresse wahren“, so Unrath.

Jürgen Deininger sagte: „Wir halten uns ja jetzt schon nicht dran.“ Er meinte, dass im Leitbild ein Kindergarten in der Ortsmitte erwünscht sei, der Neubau aber nun an der Mackilohalle komme. Er frage sich: „Liegt das Leitbild in der Schublade oder ist es unsere Richtschnur?“

Anabel Abele meinte, die Kindergarten-Entscheidung sei eben bei der Erstellung des Leitbilds so noch nicht ersichtlich gewesen. Für den Gemeinderat müsse klar sein, dass geänderte Rahmenbedingungen eben andere Entscheidungen mit sich bringen könnten. Das sah Gabriele Ebbinghaus ähnlich. Das Leitbild sei eine „schöne, von den Bürgern mitentwickelte Zukunftsvision“ und könne als Richtschnur dienen, der Gemeinderat müsse sich aber immer „an den tatsächlichen Begebenheiten orientieren“.

Friedrich Lange lobte zunächst den „dynamischen Prozess“, den die Arbeit am Leitbild ausgelöst habe. Dennoch sehe auch er einige Dinge als „zu verbindlich“ beschrieben. „Da sollten wir nochmal feilen.“

Schlenker bat die Räte darum, bis zur Sommerpause Rückmeldungen zu geben, so dass das Leitbild im Herbst beschlossen werden könne. 

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