Mögglinger Finanzen (noch) ok

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Gemeinderat beschließt Plan für 2022 bei einer Gegenstimme. Wenig Spielraum in den Folgejahren.

Mögglingen. Nach dem neuen Haushaltsrecht mus jede Gemeinde bestimmte „Ziele“ fürs jeweilige Jahr benennen. In Mögglingen sind das, kurz gesagt: der Neubau des Feuerwehrgebäudes (4,5 Millionen Euro), der Neubau eines Kindergartens (knapp 4 Millionen Euro) und die Entwicklung eines Klimaschutzkonzepts. Mit dieser Art der Zielsetzung sei er noch nicht so ganz warm geworden, gab Jakob Unrath in der Gemeinderatssitzung am Freitagabend in der TV-Halle zu. Schließlich passiere in der Gemeinde ja noch viel mehr.

Das konnte jeder hören, der Kämmerin Melanie Sturm bei ihren detaillierten Bericht zuhörte. Investitionsschwerpunkte im Haushaltsjahr 2022 sind in Mögglingen zum Beispiel die Renovierung der Limesschule für 100 000 Euro, neue Büroräume im Rathaus (50 000 Euro), die Ortskernsanierung (150 000 Euro), Straßen- und Kanalsanierungen (knapp 466 000 Euro) oder Planungen für die barrierefreie Umgestaltung von Bushaltestellen ( 50 000 Euro).

Wenig Spielraum

Positiv jedenfalls sei, so Sturm, dass in diesem Haushaltsjahr keine Kreditaufnahmen nötig seien. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrage 278 Euro. Allerdings: Werde alles unter gleich bleibenden oder sich verschlechternden Rahmenbedingungen verwirklicht, steige diese auf 1060 Euro im Jahr 2025. Ab 2024 seien dann Kreditaufnahmen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro nötig. „Wir haben bis jetzt in den Folgejahren wenig Spielraum“, mahnte Melanie Sturm. Friedrich Lange betonte, „ein permanentes Minus in dieser „Größenordnung“ gehe gar nicht. Das müsse de Gemeinderat und die Verwaltung schnell unter die Lupe nehmen, gegebenenfalls müssten eben die Hebesätze erhöht werden. „So ehrlich muss man zu den Bürgern sein“, meinte Lange.

„Absolution für Verwaltung“

Jürgen Deininger kritisierte, dass im Haushalt nun 500 000 Euro für ein Provisorium des neuen Kindergartens eingestellt seien. Und zwar nur, weil es die Verwaltung versäumt habe, hier rechtzeitig zu planen und gegenzusteuern. „Hier zuzustimmen, wäre eine Absolution für die Verwaltung“, so Deiniger. Bei seiner Gegenstimme und einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat die Haushaltssatzung 2022.

Das ordentliche Ergebnis beträgt Minus 498 200 Euro. Durch ein positives Sonderergebnis von 49 000 Euro verbessert sich das Gesamtergebnis auf Minus 449 200 Euro. Der Zahlungsmittelüberschuss des Finanzhaushalts (260 000) Euro reicht zur Finanzierung der Kredittilgung. ⋌David Wagner

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