Mögglinger Naturkindi läuft gut

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Die Sprösslinge in Mögglingen genießen ihren Naturkindergarten sichtbar in vollen Zügen. Leiterin Birgit Buchinger (rechts) freut sich über die gute Zusammenarbeit mit Gemeinde, Kleintierzüchtern und Eltern.
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Ende August 2020 öffnete der Naturkindergarten neben den Kleintierzüchtern seine Pforten. Mittlerweile genießen 16 Sprösslinge den besonderen Alltag.

Mögglingen

Bei dem Begriff Naturkindergarten sieht man oft immer noch viele Fragezeichen in den Augen der Nachfragenden. Dabei ist diese alternative Betreuungsform mittlerweile fest verankert in vielen Kommunen. Was hinter dem Begriff steckt, kann man seit knapp einem Jahr in Mögglingen in Augenschein nehmen.

„Es geht darum, vor allem Leben Respekt zu haben“, erklärt Leiterin Birgit Buchinger. Gemeint ist, dass auch noch der kleinste Käfer oder Grashalm nicht einfach zertreten oder niedergetreten wird. Sensibler Umgang mit der Natur wird in der Betreuungseinrichtung von Kindesbeinen an gelehrt.

Und diese Bemühung trägt Früchte. So wissen die aktuell 16 Kinder, dass man nicht einfach ziellos über eine Wiese geht, sondern immer an deren Rand. Zudem hat man bei seinen Ausflügen immer den Bollerwagen dabei. Und auf dem ist auch ein kleiner Müllsack. Denn unliebsame Hinterlassenschaften werden von den Jungs und Mädchen eingesammelt.

Zum beliebtesten Spielzimmer ist das direkt ans Kindergartengelände grenzende „Wäldle“ geworden. Hier werden Ritterburgen, Prinzessinnen-Wohnzimmer, Flugzeuge und vieles mehr mit Ästen und Blättern gebaut. Ein Paradies für die Kinder und deren Fantasie. Das kleine Rinnsal darf jedoch nur mit Matschhosen und Gummistiefel gequert werden. Klar, auch im Naturkindergarten gibt es Regeln. Und wenn die Erzieherinnen rund um Birgit Buchinger nicht dabei sind, gibt es kein Betreten des Wäldle. Dann bleibt das Tor verschlossen.

„Wegen Regens mussten wir noch nie nach drinnen“, deutet die Leiterin auf das hölzerne Vordach am bunten Holzwagen. Hier nehmen die Kinder auf kleinen „Holzhurgel“ Platz, erleben den Morgenkreis, singen und vespern. Nur im Winter geht’s in den Schutzwagen. Zum Aufwärmen oder Essen. Aber der Rest des Alltags spielt sich draußen ab. In der Natur.

„Tierische Kooperation“

Und es gibt ja auch einiges zu tun. Etwa nach den fünf Hühnern und Hahn Günter schauen. Möglich ist dieser „tierische“ Alltag durch eine Kooperation mit den benachbarten Kleintierzüchtern. Auch die Meerschweinchen freuen sich, wenn sie in ihrem Freigehege vor sich hin kauen dürfen. Nebenan steht die Vogelstation, an der sich gern Eichelhäher, Meisen, Spatzen und mehr gefiederte Freunde gern aufhalten. „Hier kommt alles vorbei“, schildert die Leiterin. Regelmäßig auch zwei Eichhörnchen, wie sie zwinkernd verrät. Die Futterstation ist eine Spende von der Kinderbedarfsbörse, berichtet Buchinger. Und zeigt sich allgemein begeistert, wie sich der Naturkindergarten in dem knappen Jahr zum Kinderparadies gemausert hat. Dank hilfreicher Hände. Mal vom Bauhof, der sich um die Weiden-Iglus gekümmert hat. Mal von Eltern, die drei Hochbeete gebaut haben. „Es ist ein toller Zusammenhalt.“

Kein Tag ist wie der andere für Birgit Buchinger und ihre Erzieherinnen Nicole Schulz und Tina Feil, zu denen momentan Noah Schmid vom Bundesfreiwilligendienst gehört. Denn jeden Morgen stimmen die Kinder darüber ab, was unternommen werden soll. „Jedes Kind hat einen Stein. Der Vorschlag, der die meisten Steine erhält, wird umgesetzt.“ Aber halt, am Freitag gibt es einen Punkt, der immer auf der Agenda steht: gemeinsames Kochen. Am liebsten Gemüsesuppe – auch von den Kindern rausgesucht. Dann wird gemeinsam das regionale Gemüse geschnippelt und verarbeitet. Um gemeinsam zu genießen.

Der Naturkindergarten „Johanniter-Wichtel“ unter der Trägerschaft er Johanniter am 30. August 2020 eröffnet. Er hält 20 Betreuungsplätze für über Dreijährige bereit. Momentan sind 16 Plätze belegt, nach den Sommerferien ist er mit den verlängerten Öffnungszeiten von 7 bis 14 Uhr, voll belegt.

Es geht darum, vor allem Leben Respekt zu haben.“

Birgit Buchinger,, Leiterin

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