Piratenschiff erobert die Ortsmitte

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Unverkennbar die Vertreter der Jubiläumszunft: Die Remsgöckel beim sicher unvergesslichen Umzug zum närrischen "2x11-Jahre-Fest" mitten durch die Gemeinde.

Ein Riesen-Gaudiwurm mit 59 Gruppen schlängelte sich am Sonntag durch Mögglingen. Rund 2000 Vertreter von Zünften, Guggen und Hexen genießen das optimale Wetter.

Mögglingen

Um Punkt 13.30 Uhr signalisiert ein lauter Kanonenschuss, dass sich der Faschingsumzug zum närrischen Jubiläum "2 X 11 Jahre" der Mögglauer Remsgöckel in Bewegung gesetzt hatte. Was dann folgt, ist eine harmonisch abgestimmte, närrische Mixtur aus unterschiedlichen Gruppen, die Tausende hellauf begeistert. Der "Dreiradgockel" macht den Auftakt für einen Faschingsumzug, der den Mögglingern alle Ehre macht.

Das Wetter tut sein Übriges, ausgelassene Stimmung macht sich unter dem blauem Himmel in Windeseile breit. Schwungvolle Gardemädels, wilde Hexen mit schaurigen Masken nach schwäbisch-alemannischem Vorbild, Guggengruppen aus dem ganzen Ostalbkreis und darüber hinaus, närrischer Hochadel aus Weiler, Herlikofen, Untergröningen, Essingen und beispielsweise Neresheim begeistern das Publikum. Die Landeier aus Spraitbach legen gar den roten Teppich für die Mögglinger aus. Doch den Vogel schießen die Pfahlheimer ab: Mit einem von der Jugend selbst gebauten Piratenschiff "stechen sie in See", vorbei und um die Ecke beim Rathaus in Richtung Marktplatz. Dort allerdings muss der Mast eingeholt werden, da das Schiff sonst mit dem Sternenhimmel kollidiert wäre. Der Fahrer leistet Milimeterarbeit und rauscht dann weiter gen Mackilohalle.

Schön anzusehen auch der Nachwuchs der Limes Schule. Denn der trägt selbst gebastelte Kopfbedeckungen unter dem Motto: "Kreative Köpfe". Kurzerhand erfindet Alt-Bürgermeister Ottmar Schweizer als Moderator am Rathaus einen Schlachtruf für die Schülerschar: "Limes …. Ritter". Warum Ritter? Weil der Rektor auf diesen Namen hört.

Wiederum beim Alten Schulhaus und an der Ecke zur Hegle-Straße agieren Manfred Brenner und Dominik Bernhard als Moderatoren. So wissen die Zuschauer stets, wen sie sehen.

Rauchend und zischend biegt da beispielsweise die fahrbare Rakete der Altersgenossen 66/67 um die Ecke, kündigen die "Waldstetter Lachabatscher" mit schrägen Tönen ihr Kommen an, treiben die Schlossgeister aus Mühlhausen ihr Unwesen und meckern die Ziegen vom "Sauren Meckereck" in Aalen um die Wette – wenn sie nicht gerade im Rhythmus der Guggentruppe "Vom Riegelberg Gugga" hüpfen, die dahinter marschiert.

Immer wieder gibt es Sonderapplaus für Tanzeinlagen der Gardemädels oder für aufwendige Kostüme und Larven. Nicht selten sind die einer sehr langen Tradition entsprungen. Apropos entsprungen – des Öfteren wähnt man sich nicht in Mögglingen, sondern in Rottweil. Der Grund: Immer wieder hüpfen die Masken-Fußgruppen mit Schellen an den Füßen rhythmisch in Narrensprung-Manier. Die Choreografie sitzt hörbar.

Schön ist, dass etliche der mindestens 4500 Zuschauer selbst kostümiert sind. Kunterbunt und bestens gelaunt verfolgen sie den Umzug und sparen nicht mit Applaus. Als schließlich die Oschtalb Ruassgugga und die Virngrundkrähen als Schlusslicht des Umzugs vorübergehen, traut man beim Blick auf die Uhr den Augen kaum. Über zweieinhalb Stunden vergingen im Flug. Dieser Umzug ist ein Meilenstein in der Historie der Mögglauer Remsgöckel.

Den Eiskristallen ist es in der Sonne ganz schön warm.
Die Spraitbacher Landeier mit guter Laune und rotem Teppich.
Rund 4500 Besucher säumten die Straßen, schätzt die Polizei.
Die Pfahlheimer Limesnarren mit dem von der Jugend selbst gebauten Piratenschiff sind einer der Höhepunkte des Gaudiwurms in der Mögglinger Ortsmitte.

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