Von gesunden Äpfeln und leckeren Himbeeren

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Winterschnittkurs in Mögglingen

Mehr als 20 Interessierte beim traditionellen Winterschnittkurs auf der Streuobstwiese in Mögglingen.

Mögglingen. Traditionell führte der Verein „Bürger für Natur- und Umweltschutz unterm Rosenstein“ seinen Winterschnittkurs in einer Streuobstwiese durch. Über 20 Interessierte trafen sich bei frühlingshaften Temperaturen auf der Streuobstwiese von Familie Epp zum Winterschnittkurs. Kreisfachberater Franz Josef Klement erinnerte an das wenig ertragreiche Jahr 2021, in dem es kaum Obst gab. Umso stärker bildeten die Bäume viel neues Holz, welches nun etwas kräftiger zurückgeschnitten werden konnte. Klement betonte die wichtige Bedeutung des Biotops „Obstbaumwiese“, das auch durch das sie umgebende Refugium in Form von Hecken eine besondere Funktion für Tiere und Pflanzen einnehme.

Das Ziel des Baumschnittes sei immer der Ertrag von Obst und damit die Erhaltung der Gesundheit des Obstbaumes. Zwingend erforderlich sei der Erziehungsschnitt in den ersten fünf bis sieben Jahren.

Vor Ort wurde jedoch ein Erhaltungsschnitt an einem etwas in die Jahre gekommenen Apfelbaum durchgeführt. Klement lobte die bereits erledigten Schnittmaßnahmen der Fachwarte und erklärte weitere notwendige Korrekturen, die umgehend mit der Säge (niemals mit der Schere) erfolgten. So kann der Baum in diesem Jahr erneut Blüten bilden und neue gesunde Äpfel produzieren. Der Fachmann empfahl, alle Baumscheiben frei zu halten, keinesfalls Gras- oder Rindenmulch auszubringen, sondern vorsichtig aufzuhacken und jährlich mit etwa drei Litern Kompost zu düngen. Mit dieser Pflege könne gesundes Obst ohne künstlichen Pflanzenschutz erzielt werden.

Bei den Johannisbeersträuchern nannte Klement die Faustregel: Alle drei Arten - weiß, rot, schwarz - tragen immer am neuen Holz. Geschnitten wird grundsätzlich im Frühjahr nach dem Frost. Es bleiben stehen: zwei einjährige, zwei zweijährige, zwei dreijährige Triebe. Je weniger Triebe umso größer die Beeren. So lebe der Strauch viele Jahre.

Bei den Stachelbeeren müssen wegen des amerikanischen Stachelbeermehltaus im Frühjahr sämtliche Spitzen abgeknipst und in der Hausmülltonne entsorgt werden. Sie dürfen nicht auf dem Kompost landen.

Brombeerzweige, die letztes Jahr Früchte trugen, werden ausgeschnitten. Neue Seitentriebe werden eingekürzt. Bei Befall mit der Brombeermilbe (weiße Flecken auf den Früchten) sollte diese Maßnahme im zeitigen Frühjahr erfolgen.

Sommerhimbeeren tragen ab Ende Juni. Pro Meter sollten fünf bis sechs Ruten stehen bleiben. Geschnitten werde nach dem ersten Austrieb, niemals im Herbst. Denn durch Fröste könnten die Pflanzen Schaden leiden.

Alle Maßnahmen, die Kreisfachberater Klement auf seine ihm eigene, sehr gut verständliche Weise erklärte, wurden sofort in die Tat umgesetzt.

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