Warum Mögglinger Macher sind

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Ein Teil der Dorfblick-Gruppe bei der Arbeit in den Gärten in der Bahnhofstraße. In Mögglingen gibt es viele Gruppen Ehrenamtlicher, die sich, lose angebunden an die Gemeinde, um verschiedenste Themen kümmern, von Jugendarbeit über erlebbare Geschichte bis hin zum Weihnachtsmarkt.
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Ehrenamtliches Engagement wird in Mögglingen großgeschrieben. Es gibt eine Vielzahl an Gruppen, die sich um das Erscheinungsbild des Ortes, um Kultur und Soziales kümmern.

Mögglingen

Zur Remstal-Gartenschau im Jahr 2019 wurde es ganz besonders deutlich: In Mögglingen gibt es viele Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für ihre Gemeinde engagieren, sie schöner machen, anpacken, verändern wollen.

Es entstanden Arbeitsgruppen, die sich regelmäßig zu Sitzungen im Rathaus trafen, um sich mit der Verwaltung abzustimmen. Denn auch die Gemeinde soll und muss ja mit im Boot sein, etwa wenn's um größere Anschaffungen geht oder um Hilfe vom Bauhof. Genau das mache das Spezielle, das Eigene, des Mögglinger Ehrenamts aus, meint Irmgard Sehner von der Dorfblick-Gruppe. Lose angebunden an die Verwaltung, die immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte habe, engagieren sich die Gruppen und Vereine weitgehend selbst.

Café als Treffpunkt

Die Dorfblick-Gruppe beispielsweise kümmert sich vor allem um die sechs dezentral im ganzen Ort angelegten Gärten, von der Bahnhofstraße über die Kirchstraße bis zum Marktplatz. In der Regel immer montags sind die Ehrenamtlichen dort anzutreffen, wo sie harken, rechen, gießen, schneiden. Darüber hinaus kümmert sich die Dorfblick-Gruppe federführend um das ehemalige Gartenschau-Café am Marktplatz. Jeweils im Frühling und im Herbst oder Advent können Künstler aus der Region hier beim Projekt „Hand'gmacht“ selbstgefertigte Produkten ausstellen und verkaufen. Im Sommer stellt das Team dann voll auf „echten“ Café-Betrieb um. In Mögglingen heißt das: An 27 Wochenenden bis Oktober trägt ein anderer Verein oder eine Gruppe die Verantwortung im Café, darf bewirten und sich um die Gäste kümmern, wobei der Erlös wiederum für gute Zwecke bestimmt ist. Ein Blick auf den Dienstplan zeigt: Das Engagement reicht von der Jugendfeuerwehr über verschiedene Vereine, Jugendorganisationen, Kindergärten und Schulen bis zu politisch aktiven Bürgerinnen und Bürger. Geplant und organisiert von der Dorfblickgruppe. Im Café entwickelte sich im Zuge der Ukraine-Krise donnerstags das „Ukraine-Café“, ein rund 20 Mann und Frau starker Helferkreise für Geflüchtete rund um Werner Stanislowski.

Auch für Jüngere ist wieder etwas geboten: Seit vergangenem Herbst ist der Jugendtreff im „JuCa“ am Bahnhof reaktiviert. Es sei, berichtete Mit-Organisatorin Nicole Gerner im Gemeinderat, immer freitags von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Bis zu 30 Jugendliche kämen vorbei, es gebe Stammgruppen und immer auch neue Gesichter, die jungen Leute kommen aus Mögglingen genauso wie aus Aalen, Böbingen oder Essingen.

Mögglinger Museumsinsel

Oder Heimatpflege und Geschichte: Gut zu erleben im Micheleshaus, einem der ältesten Häuser in Mögglingen, wie VijayaGopalan berichtet. Rund 500 Jahre alt. Von 1513 bis 1755 wurde es als Pfarrhaus genutzt. Die letzten drei Bewohner waren Landwirte. Der Letzte trug den Namen Michael Schweizer. Genannt „Kirchenmichele“. Daher der Name: Micheleshaus. 2006 kaufte die Gemeinde das Gebäude. Seitdem sorgt VijayaGopalan mit seinem Team dafür, dass alles gut in Schuss bleibt. Gemeinsam mit der Pfarrscheuer bildet das Micheleshaus die „Mögglinger Museumsinsel“ in der Pfarrgasse, auch hier eine Mischung aus ehrenamtlicher Arbeit sowie finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch die Gemeinde.

Wenn nicht gerade eine Pandemie einen dicken Strich durch die Rechnung macht, läuft es beim Mögglinger Weihnachtsmarkt ähnlich. Auch hier war Vijaya Gopalan lange tätig, 2019 übernahmen Lena Schillaci und Dieter Vaas die Organisation des ehrenamtlichen Teams.

Bekannter Kopf

Seit 2018 trifft man Franz Tuschl fast täglich während der Blühsaison im Rosengarten in Mögglingen. Unermüdlich kümmert sich der 80-Jährige um die Pflege und das Gießen der duftenden Blütenpracht, die einst 2018 von Karl Unrath und ihm angepflanzt wurde. Er ist einer der insgesamt rund 15 ehrenamtlichen Mögglingern mit „grünem Daumen“, die sich um die Floristik in der Remstalgemeinde kümmern.

Instagram-Fotomotiv

Der Aussichtsturm am Grubenholz, am Waldrand Richtung Heuchlingen, ist selbst ein tolles Fotomotiv, wie er sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Aber auch vom Turm herunter, auf etwa zehn Metern Höhe, bieten sich natürlich wunderschöne Ausblicke auf den Albtrauf bis zu den Kaiserbergen. Der Turm wurde 2019 auf Initiative des Schwäbischen Albvereins und der Gemeinde Mögglingen von Holzbau Hieber errichtet. 

Schon gewusst?

Woher kommt eigentlich der Name FC Stern? Hat es was mit dem nahe gelegenen Sternhof zu tun? „Diese Frage lässt sich leider nicht final mit einer Aussage beantworten“, meint Vorsitzender Heiko Hegele. Aus den alten Dokumenten lasse sich aber ableiten, dass die Gründungsväter die Absicht hatten, dass der Verein wie ein Stern am Himmel glänzen oder dass der Verein für die Zukunft wie ein Stern am Himmel leuchten solle.

Franz Tuschl
Der Aussichtsturm am Grubenholz
FC Stern-Sportplatz

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