„O‘zapft is!“ im neuen Reichsadler

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Die ganze Familie hat beim Umbau des Reichsadlers mit angepackt (v. li.): Michael Dodell, Stefan Dodell, Maria Dodell, Ilona Dodell, Eduard Dodell, Christine Dodell und Tobias Grimmbacher.

Nach einer umfangreichen Renovierung während des Lockdowns hat das Mögglinger Traditionshaus erstmals seit Dienstag wieder geöffnet. Das Warten hat sich für die Gäste gelohnt: der Reichsadler erstrahlt in neuem Glanz und hat noch mehr zu bieten.

Mögglingen. Ein Haus erzählt seine Geschichte. Die Geschichte des Brauerei-Gasthofs Reichsadler geht bis ins Jahr 1430 zurück. Stolz darf sich dieser zu einem der ältesten Gasthöfe unseres Landes zählen. Das Bier ist angestochen, die Tische gedeckt, der Biergarten bestuhlt. Einer Wiedereröffnung steht nichts mehr im Wege. Familie Dodell hat die Corona Zwangspause genutzt und den Reichsadler auf Vordermann gebracht. „Klar mit Corona hat keiner gerechnet, als im Frühjahr 2020 das erste Mal von Corona die Rede war, waren wir bereits mittendrin“, so Sohn Michael Dodell, der nach abgeschlossener Ausbildung als Koch und anschließender Berufspraxis mittlerweile im elterlichen Betrieb arbeitet.

Einen Rückzieher machen? Das kam für Familie Dodell nicht in Frage. Planung und Koordination übernahm Schwiegersohn Tobias Grimmbacher, der als Bautechniker und Zimmerermeister nach dem Motto „Geht nicht gibt's nicht“ froh war, dass alles gut geklappt hat und es bei dem über 500 Jahre alten Gebäude zum Glück keine bösen Überraschungen gab.

So wurde kurzerhand der Kochlöffel gegen das Handwerkszeug eingetauscht und die ganze Familie hat mit angepackt. „Eins hat uns die Krise jedenfalls gelehrt: Zusammenhalten“, so die derzeitige Inhaberin Ilona Dodell.

Mit Liebe Neues geschaffen

Was in nicht ganz einem Jahr an Umbau entstanden ist, kann sich sehen lassen. Die Außenfassade erstrahlt in neuem Glanz, das historische Wappen wurde restauriert. Ein schöner großzügiger Biergarten garantiert gemütliche Sommertage. Eine urige Wirtshausstube mit offenem Eingangsbereich ist entstanden. Ein Highlight ist die mobile Trennwand im neuen Festsaal, hier wurde die Skyline des Remstals von der Quelle bis zur Mündung optisch ausgefräst. Man sieht, hier hat man sich viele Gedanken gemacht, mit Liebe eingerichtet und den ursprünglichen Charakter erhalten. Ein weiterer Renovierungspunkt waren die Hotelzimmer im 1. Stock. Hier sind die Zimmerkategorien „Komfort“ und „Standard“ entstanden. Aufgrund des neuen Remstal-Radwegs und der zentralen Lage mit Bahnanbindung ist Mögglingen auch ein attraktives Ziel für Radfahrer oder Wanderer. Der Reichsadler ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Ort. Die Hotelzimmer sind ein wichtiges zweites Standbein, und für einen ruhigen Schlaf sorgt ab sofort die neue Ortsumfahrung.

Sichtlich begeistert ist auch Seniorchefin Maria Dodell, welche den Reichsadler selbst bis ins hohe Alter geführt hat. „Es ist wirklich toll geworden und ich bin froh, dass es weiter geht“, so die 90-Jährige.

Ein Treffpunkt für Jung und Alt

Familie Dodell stellt sich der Entwicklung, das Haus wurde an die aktuellen Bedürfnisse angepasst und ist somit ein attraktiver Treffpunkt für Jung und Alt. Im Kampf gegen das Gasthaussterben auf dem Land sind sie gewappnet.

Was die Zukunft bringt? Die Dodells sind zuversichtlich und hoffen, dass sich die Lage bald normalisiert. Startklar sind sie jedenfalls. Auch wenn sie sich sicherlich einen anderen Neustart, ohne Corona, gewünscht hätten.

Eins hat uns die Krise jedenfalls gelehrt: Zusammenhalten.“

Ilona Dodell

Inhaberin des Reichsadlers

Nach dem Umbau kann der Reichsadler seinen Besuchern Hotelzimmer der Kategorien „Komfort“ und „Standard“ anbieten.
Hier kann man den Sommer wunderbar genießen: einladend und großzügig präsentiert sich der neue Biergarten.

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