Ziel: Mögglingen fit für die Zukunft

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Teil des Ortskerns: Die Feuerwehr braucht einen Neubau an einem neuen Standort. Zwei Grundstücke stehen zur Auswahl, wobei eines nicht im Besitz der Gemeinde ist . Trotzdem soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, was wo möglich wäre.
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Das Mögglinger Gremium befasst sich am Freitagabend mit den ersten konkreten Schritten im Rahmen des Leitbildes. Bürger sind gefragt, sich langfristig einzubringen.

Mögglingen

Wie soll sich Mögglingen entwickeln? Wie soll die Ortsmitte aussehen, nachdem die Bundesstraße raus ist? Welche Themen sind den Bürgern und den Unternehmen wichtig? All diese Fragen sollen in einem Leitbild beantwortet werden, dass die „imakomm Akademie“ aus Aalen gemeinsam mit Gemeinderat, Verwaltung und Bürgern entwickelt.

Ende 2019 war der Prozess gestartet und dann ziemlich schnell von der Corona-Pandemie verzögert worden, wie Bürgermeister Adrian Schlenker in der Sitzung des Gemeinderates am Freitag sagte. Immerhin sei es vor einigen Tagen gelungen, ein echtes Treffen abzuhalten. Dabei kam der sogenannte Initiativkreis aus rund 30 Bürgern zusammen, um „von abstrakten Ideen zu konkreten Maßnahmen zu kommen“, so Schlenker. Deren Entwurf stellte Carina Killer von imakomm in der Sitzung vor.

Bürgerbeteiligung als Start

Trotz der Pandemie sei man jetzt auf einem guten Weg, betonte Carina Killer und verwies auf die verschiedenen analogen und digitalen Beteiligungsformen, die in der Vergangenheit von den Bürgern „mit konkreten Ideen sehr positiv“ angenommen worden seien. Daraus habe sich eine Analyse von Stärken und Schwächen Mögglingens ergeben. Stärken seien die „harten Standortfaktoren“, etwa die Verkehrsanbindung und die Lage genauso wie das überdurchschnittliche bürgerschaftliche Engagement. Schwächen etwa fehlender Wohnraum und Pflegeplätze sowie die derzeit brach liegende Ortsmitte. Letztere sei aber eben auch eine enorm große Chance, betonte Carina Killer.

Was erarbeitet wurde

Laut Carina Killer gebe es zwei „Querschnittsthemen“, die sich durch sämtliche Projekte und Ideen durchziehen. Zum einen die „soziale und ökologische Nachhaltigkeit“, zum anderen die Identität durch Machen und Anpacken, also bürgerschaftliches Engagement im weitestes Sinn. Folgende Schwerpunkte wurden bisher erarbeit:

Baulandentwicklung: Neben den herkömmlichen Bebauungsplanverfahren sollen kreative Modelle ausprobiert werden, etwa eine Immobilienplattform von Mögglingern für Mögglinger.

Ortsmitte: Wie können die Risiken durch fehlende Frequenz und Kaufkraftverlust aufgefangen werden? Auch die Entwicklung des jetzigen Areals der Feuerwehr zu Wohnraum gehört dazu, wenn diese an einem anderen Standort neu baut.

Gewerbe: Wie kann Mögglingen ein zukunftsfester Wirtschaftsstandort werden? Eine Idee ist die Einrichtung eines Wirtschaftsförderers.

Grundversorgung: Wie kann der lokale Handel mit regionalen Produkten gestärkt werden? Ideen sind ein Hofladen und ein Wochenmarkt oder auch ein Reparatur-Café.

Verkehr: Wie kann die Gemeinde von Verkehr entlastet und nachhaltige Mobilität gestärkt werden? Ideen sind Tempo 30, seniorengerechtes Car-Sharing, Mitfahrbänke und insgesamt die Verbesserung des Geh- und Radwegenetzes.

Soziale Infrastruktur: Wichtige Themen sind etwa der Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung oder auch der Jugendarbeit.

Carina Killer schlug die Einrichtung eines „Koordinierungsrates“ aus Verwaltung, Bürgern und Gewerbetreibenden vor, die den Gesamtüberblick behalten sollen und die Vorschläge, was wie priorisiert werden soll, an den Gemeinderat weitergeben. Bis Ende August sollen die Gemeinderäte den gut 100 Seiten starken Entwurf sichten und Rückmeldungen geben.

Bürgermeister Adrian Schlenker betonte, das Leitbild sei ein langfristig angelegter, laufender Prozess. Dabei gehe es vor allem darum, die Bürger an der Entwicklung Mögglingens zu beteiligen. Diese sollen Wünsche und Ideen äußern, dann aber auch bereit sein, bei der Umsetzung ehrenamtlich mitzuhelfen, ähnlich wie das schon bei der aus der Remstal-Gartenschau hervorgegangenen Dorfblick-Gruppe gelungen sei. Wenn möglich, sollten sich „nicht nur die üblichen Verdächtigen“ einbringen, sondern auch Bürger, die vielleicht bislang „nicht als Vereinsmeier“ aufgefallen seien. Irmgard Sehner bekräftigte: „Das ist ein laufender Prozess der ständigen Einbindung.“

Es sollten sich nicht nur die üblichen Verdächtigen einbringen.

Adrian Schlenker,, Bürgermeister

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