Oldtimerfest nach langem Verzicht

+
Das Audi- und Oldtimertreffen Heubach findet am Wochenende 18./19. Juni statt. Samstags ist es Audi-Fahrzeugen vorbehalten, sonntags offen für alle Oldtimer.
  • schließen

Zwei Mal hat Corona das Treffen in Heubach verhindert. Jetzt erwartet Organisator Gunther Holley wieder Teilnehmer aus mehreren Ländern.

Heubach 

Wenn  Falk Osberger aus Kiel im Juni seine Urlaubskoffer packt, geht‘s erst einmal nicht an den Gardasee oder die Riviera. Das Ziel ist, wie schon so oft, Heubach. Dort ist am 18. und 19. Juni das Audi- und Oldtimertreffen. Samstags kommen vor allem die auf den Audi Typ 43 eingeschworenen Oldtimerbesitzer. Jene von 1976 bis 1982 gebaute Limousine, die damals als Beamtenauto abgestempelt wird, sich später aber zum Inbegriff einer automobilen Klasse jener Epoche mausert.

Falk Osberger hat  wie viele Sammler nicht nur ein Exemplar davon. In Heubach erwartet ihn Organisator Gunther Holley mit dem dunkelblauen Audi GL5E, der heute noch aussieht, als hätte er eben noch im Schaufenster gestanden. Holley kennt die Geschichte hinter dem Fahrzeug, das der heutige Eigentümer 1978 neu gekauft, später aber weggegeben hat. Zu seinem Bedauern.

Das Glück kommt zurück, „Falk Osberger findet den Wagen später bei einer Autoverwertung, baut ihn neu auf und ist damit nicht zum ersten Mal in Heubach“, so Holley. Allein für die Heubach-Besuche spult er im Lauf der Jahre 24 000 Kilometer ab. 15 Mal war er schon hier.

Viele Gleichgesinnte kommen ebenfalls seit Jahren, mussten wegen Corona aber zwei Mal verzichten.  Zuletzt gab‘s das Treffen 2019 in Heubach.  Am Oldtimer-Wochenende sind viele  historische Fahrzeuge zu bewundern. „Wir erwarten bei schönem Wetter bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, sagt Initiator Gunther Holley. Sie kommen mit ihren Oldtimern aus Deutschland, Österreich, Belgien, der Schweiz  und den Niederlanden.  Der Samstag ist Autos der Auto-Union-Marken vorbehalten, am Sonntag ab 10 Uhr sieht man alle Marken. Holley ist Sprecher der Interessengemeinschaft Audi Typ 43 und auch Ideengeber für das im September stattfindende Bergrevival unterm Rosenstein. „Bei den ersten Treffen kamen vielleicht 200 Oldtimer in die Stadt unterm Rosenstein. Inzwischen wissen wir, dass es viel mehr sein können“, sagt Holley. Das Ereignis habe sich unter Besitzern historischer Fahrzeuge herumgesprochen, immer mehr brechen zu einer Fahrt nach Heubach auf. Dort herrscht dann Stadtfest-Atmosphäre. Rund um Schlossplatz und Silberwarenfabrik gibt es nicht nur historische Fahrzeuge zu sehen. Kinderkarussell und Imbissstände laden zum Verweilen ein. Die Innenstadt ist  dann sonntags für den Durchgangsverkehr gesperrt.  Auf Einschränkungen für teilnehmende Fahrzeuge verzichtet man in Heubach weitgehend. „Es sollen interessante Autos sein“, sagt Holley. Manche kommen beim offenen Treffen am Sonntag mit ihren Unimogs, andere mit Lieblingsstücken aus den 1950er-Jahren. Vom Pontiac-Chieftain bis zum automobilen Kleinod Goggomobil reicht die Palette. Dieses Goggomobil markiert vermutlich das untere Ende der Skala. 13,6 PS mussten 1955  für den Einstieg in die automobile Fortbewegung genügen.

Keine Anmeldegebühren

Ein Grund für den großen Zuspruch der Oldtimer-Besitzer: Die Veranstalter verzichten auf eine Anmeldung und auf Gebühren. Das führe auch zu einem mehrfachen Wechsel der zur Schau gestellten Fahrzeuge, weil die Oldtimerbesitzer meist nur einige Stunden bleiben. Für Holley und die Besucher – das Ereignis zieht jedes Jahr Tausende aus dem weiten Umkreis an – erhöht das die Spannung. Nicht nur für Insider ist das Treffen jedes Mal ein Leckerbissen. Erinnerungen an die automobile Nachkriegsgeschichte werden dort wach. Auch fein säuberlich restaurierte Lastwagen mischen sich unter die edlen Karossen.

Das Audi- und Oldtimertreffen Heubach findet am Wochenende 18./19. Juni statt. Samstags ist es Audi-Fahrzeugen vorbehalten, sonntags offen für alle Oldtimer.  

Es sollen interessante Autos sein.“

Gunther Holley,, Organisator

Zurück zur Übersicht: Rosenstein

Kommentare