Rostbraten und Pakete im Pfaffensturz

  • Weitere
    schließen
+
Annette Dominik ist im Oktober nach Lauterburg gezogen und wurde Pächterin des Lokals.
  • schließen

Annette Dominik ist seit Oktober Pächterin des Wirtshauses in der Hasenweide. Nun gibt's dort einen Paketshop. Was die 56-Jährige für die Zukunft plant.

Essingen-Lauterburg

Sie würde gerne so richtig durchstarten. Würde Zwiebelrostbraten servieren. Bier zapfen. Mit den Menschen ins Gespräch kommen. Doch statt geselliger Stimmung herrscht im Wirtshaus „Pfaffensturz“ Leere.

Seit vergangenem Oktober ist Annette Dominik Pächterin der Gaststätte. Etwa vier Wochen hatte ihr Lokal in der Hasenweide geöffnet. Dann war mit dem erneuten Lockdown Schluss. Da die 56-Jährige erst im Herbst startete, habe sie kaum Anrecht auf Soforthilfen. Die Folge: „Ich lebe von der Unterstützung meiner Familie“, sagt die trotzdem gut gelaunte Wirtin, die aus der Lage das Beste macht. Zwiebelrostbraten, Lendchen oder Pizza aus dem Steinbackofen gibt’s nun zum Mitnehmen.

Doch nicht nur der Hunger kann im schwäbischen Lokal gestillt werden. Wer Pakte versenden möchte, ist bei Annette Dominik an der richtigen Adresse. „Seit Ende April habe ich einen Paketshop“, sagt sie. Die Idee dazu hatte einen praktischen Hintergrund. Wer bisher in Lauterburg Pakete abholen oder verschicken wollte, musste nach Essingen oder Bartholomä fahren – nicht gerade praktisch. Eine Freundin habe zu ihr im Spaß gesagt: „Mach doch selbst einen Paketshop auf“, erzählt Annette Dominik, die seit Herbst im Ort wohnt. Wenige Klicks im Netz und Schulungen später, konnte die Pächterin eine „Dhl“-Fahne am Eingang befestigen. Und: Ab September plant sie eine kleine Auswahl an Schreibwaren anzubieten. „Es soll Schulsachen geben, also Hefte, Bleistifte oder Blöcke.“

Zurück zum Wirtshaus. Wie kam die ehemalige Fressnapfmitarbeiterin dazu, ein Restaurant zu betreiben? Bei einer Geburtstagsfeier im „Pfaffensturz“ habe sie zufällig mitbekommen, dass der damalige Pächter, Klaus Pantke, Hilfe für sein Lokal sucht. Eine Zeit lang habe sie im Service gearbeitet. Als Klaus Pantke gesundheitliche Probleme bekam, stand sie vor der Frage: Lokal schließen oder dieses übernehmen. Die 56-Jährige entschied sich für Letzteres – nun ist sie die Pächterin und Pantke steht in der Küche und bereitet Speisen zu.

Trotz Lockdown, trotz schwerer Startbedingungen: Bereut habe sie diese Entscheidung nicht, betont Annette Dominik. „Ich liebe die Kommunikation mit den Gästen, die Gastro hat mir schon immer Spaß gemacht.“ In Lauterburg sei sie gut angekommen. „Mir gefällt es hier unheimlich und ich will auch nicht mehr weg“, betont sie.

Im Moment bereitet Annette Dominik alles für die Lockerungen vor. Innerhalb von fünf Tagen könne sie den Betrieb starten. Für die Zeit nach dem Lockdown hat die Wahllauterburgerin Pläne. Am 24. und 25. Juli will sie ein „US-Car-Roll-In“ starten – mit Amischlitten, amerikanischem Essen, Country-Musik und Line Dance. Denn Autos aus den USA sind ihr Ding.

Nach Pächterwechsel geht es weiter

Gegründet wurde das Wirtshaus „Pfaffensturz“, wie auch der Campingplatz nebenan, 1972 von Familie Maier. Vor Annette Dominik war Klaus Pantke Pächter des Lokals – er arbeitet dort auch weiterhin als Koch.
Das „US-Car-Roll-In“ soll, wenn es die Pandemie zulässt, am 24. und 25. Juli auf dem Gelände starten.

Zurück zur Übersicht: Rosenstein

WEITERE ARTIKEL