Sanierung der Böbinger Wiesenstraße wird geplant

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Der Technische Ausschuss bei seinem Vor-Ort-Termin in der Böbinger Wiesenstraße im Januar.
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Böbinger Gemeinderat stimmt mehrheitlich zu. Anwohner müssten 95 Prozent der Kosten tragen.

Böbingen. Am Ende des Tagesordnungspunktes wurde es emotional: Ein Anwohner der Wiesenstraße fragte die Gemeinderäte, ob sie eigentlich wüssten, was da finanziell auf ihn zukomme. Bürgermeister Jürgen Stempfle entzog ihm das Wort und betonte, dass dafür in der Bürgerfragestunde Gelegenheit gewesen wäre.

Um was ging es? Der Gemeinderat hat, bei einer Gegenstimme von Gerhard Ziller und zwei weiteren Enthaltungen, zugestimmt, die Sanierung der Wiesenstraße planerisch weiter zu verfolgen. Weil es eine „erstmalige Erschließung“ ist, müssen die Anwohner 95 Prozent der Kosten übernehmen. Die Straße hat laut Stempfle keinen fachgerechten Unterbau, keinen Frostschutz und keine funktionierende Entwässerung. Die Gemeinde sei bei Schäden in der Haftung und sie habe die Straße jahrelang immer notdürftig geflickt, so Stempfle. Das Büro LK&P habe eine Grobkostenschätzung für den Ausbau erstellt, Gesamtkosten: rund 810 000 Euro.

Brutal, aber nötig?

Manfred Gold sagte, der Gemeinderat schiebe das Thema seit fast 20 Jahren vor sich her. Nun sei es an der Zeit für die Sanierung, allerdings nur „nach dem günstigsten Ausbaustandard“, um die Anwohner nicht unnötig zu belasten. Otto Betz betonte, das Gremium wisse, was der Ausbau für den einen oder anderen finanziell bedeute. Allerdings müsse jeder Bürger früher oder später Erschließungsbeiträge bezahlen. Lieber jetzt, als es erneut zu schieben und dann vor noch höheren Preisen zu stehen. Peter Bulling meinte, „800 000 Euro für ein paar Hundert Meter Straße tun weh“. Wenn es technisch erforderlich sei, müsse es gemacht werden. Gerhard Ziller sagte, angesichts der aktuellen Krisen sei es „brutal, den Bürgern so in die Tasche zu greifen“. Er regte an, das Ganze zwei Jahre zu schieben. Das sahen die anderen Gemeinderäte mehrheitlich anders. Die Planung soll im Jahr 2023 erfolgen, der Ausbau 2024. Die Bezahlung der Beiträge soll möglichst weit gezogen werden, wohl bis 2028. 

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