Tote Buchen als neuer Lebensraum

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Die Stämme der Rotbuchen bleiben stehen.
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Warum das Forstamt die Bäume entlang des Panoramawegs auf dem Rosenstein gekappt hat.

Heubach. Der Panoramaweg auf dem Rosenstein ist seit Dezember wieder frei zugänglich. Das bestätigt Jürgen Sistermans-Wehmeyer vom Forstbezirk Schurwald. Der Waldweg war fast das ganze vergangene Jahr gesperrt gewesen. Der Grund: der schlechte Zustand der Buchen. Nahezu alle Buchenkronen entlang des Weges waren dürr, ständig brachen Äste herunter oder es stürzen sogar ganze Bäume um. Eine Folge der trockenen Jahre 2018 und 2019 und dem anschließenden Befall mit Buchenprachtkäfern und Brandkrustenpilz, so das Forstamt.

Manch Spaziergänger oder Radfahrer mag sich wundern, warum nur die Kronen gekappt wurden und die Baumstämme stehen gelassen wurden. Sistermans-Wehmeyer erläutert, dass es sich um „stehendes Totholz“ handle. Das sei ein wichtiger Lebensraum für viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Häufig spreche man in diesem Zusammenhang auch von „Urwald-Reliktarten“. Je dicker das Totholz sei, desto wertvoller sei es für die Biodiversität. „Wenn dann, wie am Rosenstein der Fall, eine Besonnung stattfindet können sich 'Rote Liste Arten', wie zum Beispiel Körner- und Alpenbock einfinden. Sobald die Baumstämme beginnen, zu vermodern, zieht reges Leben ein“, sagt Sistermans-Wehmeyer. Auch die am Rosenstein bestätigten „Rote Liste Arten“ wie Grauspecht oder Mopsfledermaus profitierten von dieser Maßnahme.

Da es sich am Rosenstein um einen „Naturschutzhotspot“ von Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet handle, sei er für eine solche Aktion prädestiniert. David Wagner

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