Urban Gardening geht 2022 weiter

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Urban Gardening in Heubach

Die Hobbygärtner in Heubach dürfen das Grundstück an der Hauptstraße 15 auch im kommenden Jahr nutzen. Wann die Johanniter dort ihr Pflegezentrum bauen, ist noch offen.

Heubach

Wenn Familie Wurmbrand von ihrem Beet auf dem Urban-Gardening-Gelände in Heubach erzählt, dann strahlen alle vier Familienmitglieder. "Himbeeren, Erdbeeren, Radieschen und Tomaten haben wir dieses Jahr geerntet", berichtet die neunjährige Carla und pflückt eine der letzten Himbeeren vom Strauch, ihr sechsjähriger Bruder Julius mag die kleinen Walderdbeeren besonders gern. Die Familie hat das Beet in der Hauptstraße während des ersten Lockdowns 2020 übernommen, obwohl die Wurmbrands einen eigenen Garten am Haus besitzen. Der Gang zum Pflanzen, Unkraut jäten, Gießen und Ernten sei eine willkommene Abwechslung für alle Familienmitglieder gewesen, berichtet Mama Sanja Zeller-Wurmbrand. Beeren, Tomaten und Salate seien meist direkt in den Mund oder als Rohkost auf dem Vesperteller gelandet. "Wir wären zwar von der Ernte unseres Beetes allein nicht satt geworden", ergänzt Familienvater Holger Wurmbrand lachend. Aber geschmeckt habe alles prima, vor allem die - fast vegetarischen - gefüllten Paprika. Die Wurmbrands wollen auch in der kommenden Saison weitergärtnern.

Ob das klappt? Daumen hoch, sagt Heidi Häffner, die beim Heubacher Bauamt unter anderem fürs Urban Gardening zuständig ist. Der Pachtvertrag mit den Johannitern sei nun bis November 2022 verlängert worden. Die Johanniter haben das Grundstück zwar vor vier Jahren gekauft, um dort ein Pflegezentrum zu bauen. Dieses Projekt müsse aber nach hinten geschoben werden, sagt Jutta Krauss, Einrichtungsleiterin des Pflegewohnhauses Kielwein in Heubach. "Durch die Änderungen der Landesheimbauverordnung sind in Baden-Württemberg im Moment sehr viele Bauvorhaben am Laufen oder stehen noch an, um die Pflegewohnhäuser auf den geforderten Stand zu bringen", erläutert sie. Beispielsweise müssten den Bewohnern Einzel- statt Doppelzimmer angeboten werden. Erst wenn diese Projekte abgeschlossen seien, könne es mit dem Neubau an der Heubacher Hauptstraße losgehen. In einem ersten Entwurf waren 13 Wohnungen und 24 Kurzzeitplätze geplant. Angedacht waren auch ein Café, eine Kneippanlage und eine Physiopraxis.

Bis es soweit ist, bleibt es bunt und vielfältig auf dem Gelände. "Das Urban Gardening ist eine sinnvolle Idee", sagt Jutta Krauss und freut sich, wenn die Hobbygärtner 2022 weitermachen. 30 Beete, größere und kleinere, eingefasst mit dicken Baumstämmen, haben die Bauhofleute auf der Grünfläche eingerichtet. Bohnen, Kartoffeln, Salate, Kürbisse, Erdbeeren, Sonnenblumen und Narzissen haben die Beetbesitzer eingepflanzt - je nach Jahreszeit blüht das eine oder wird das andere reif. Privatpersonen, Vereine, aber auch Schüler des angrenzenden Rosenstein-Gymnasiums kümmern sich um die Beete. Die Bauhofleute mähen den Rasen in regelmäßigen Abständen. Dieses Jahr sind eine neue Sitzgelegenheit und zwei Spieltische mit "Mühle" und "Vier gewinnt" installiert worden. Für die kommende Saison ist laut Heidi Häffner bislang nichts geplant. Es seien aber jederzeit neue Beetbesitzer willkommen.

Wenn die Johanniter bauen, muss das Urban Gardening weichen. Wohin die Hobbygärtner dann umziehen, ist laut Heidi Häffner noch offen. Das müsse dann mit dem neuen Bürgermeister Dr. Joy Alemazung besprochen werden. Sie wünsche sich ein Grundstück, das auch im Herzen der Stadt liege, weil das jetzige Urban Gardening zu einem schönen Treffpunkt geworden sei. Bis dahin können Carla und Julius und all die anderen Hobbygärtner schon mal die Blumenzwiebeln für Tulpen und Krokusse in die Erde stecken, denn der nächste Frühling auf dem Urban-Gardening-Gelände kommt bestimmt.

Das Urban Gardening ist eine sehr sinnvolle Idee.“

Jutta Krauss, Einrichtungsleiterin
  • Mitmachen beim Urban Gardening
  • Schwäbisch Gmünd: In der Römerstraße treffen sich die Gärtner seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr als Gruppe im Weststadt-Treff, sondern arbeiten autark an den einzelnen Beeten. „Diese haben wunderschön geblüht und wohl auch reiche Ernte getragen“, freut sich Stadtteilkoordinatorin Eva Bublitz. Im kommenden Jahr wollen die Hobbygärtner rund um die Beete verschiedene Beerensträucher pflanzen. In der Schwerzerallee hat 2020 und 2021 eine Bürgerin die Patenschaft über die Hochbeete übernommen, sie mit Blumen, Kräutern und Salat bepflanzt und gegossen. Lorch-Waldhausen: Knapp zehn Freiwillige kümmern sich seit diesem Jahr ums Urban Gardening in Waldhausen. Das Projekt sei gut angelaufen, freut sich Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk. Daher werde es auch im kommenden Jahr weitergehen. Es gebe bereits einzelne, neue Interessenten.Heubach: Wer Interesse am Urban Gardening 2022 hat, kann sich an Heidi Häffner wenden. E-Mail: heidi.haeffner@heubach.de.

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