Verkehr: Bucher wollen mitreden

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Die beiden Landtagsabgeordneten Martina Häusler und Tim Bückner nahmen am Montag mit Einwohnern in der Bucher Ortsdurchfahrt neuralgische Stellen ins Visier.
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Landtagsabgeordnete Martina Häusler und Tim Bückner folgen der Einladung von Einwohnern des Heubacher Ortsteils und besichtigen problematische Stelle.

Heubach-Buch

Man musste schon ganz genau hinhören, was auf dem Platz vor der Bucher Dorfschenke gesprochen wurde. Denn fast unaufhörlich fuhren Autos, Busse und Lastwagen auf der Ortsdurchfahrt. Dem hohen Geräuschpegel zum Trotz, ging Wolfgang Hieber als Sprecher der Bucher Bürger auf die Verkehrssituation mit ihren unterschiedlichen Problemen ein, bevor man sich bei einem gemeinsamen Gang selbst ein Bild vom Thema machen konnte. Unter die rund 40 Bucher hatten sich Landtagsabgeordnete gemischt. Martina Häusler (Grüne) und Tim Bückner (CDU) waren der Einladung gefolgt, die sie vor knapp zwei Wochen erhalten hatten.

Tempo 100 bis zum Ort

Wolfgang Hieber und Karl Grötzinger legten ohne Umschweife den Finger in die Wunde. „Wir wollen keine Verschönerung, sondern eine Verbesserung für den Ort. Denn es gibt diese Gefährdung in Buch“, hatten beide die Verkehrsproblematiken im Blick. Beim Gang entlang der Ortsdurchfahrt wurde schnell klar, um was es geht. Fahrzeuge, die aus Richtung Heubach kommen, können bis zum Ortsschild Tempo 100 fahren. Es gibt nicht, wie am anderen Ortseingang von Bargau her kommend, ein 70er-Schild einige Meter vor dem Ortsschild. Was zur Folge hat, dass die Fahrzeuge stark herunterbremsen, wenn sie die Verschwenkung sehen. „Oder nachts einfach auf der falschen Fahrbahn fahren, wenn ihnen niemand entgegenkommt“, prangerte Grötzinger an. Es habe auch schon Frontalzusammenstöße wegen dieses Fahrverhaltens gegeben.

Die nächste Problematik: Es gibt viele Ausfahrten oder Parkplätze, von denen man direkt in die Hauptstraße einfahren muss. Und auf dieser werde zu schnell gefahren. Nächster Knackpunkt: Man muss über einen Gehweg fahren, der auch für Radler frei ist. Nicht selten, so beschrieben auch Anwohner, habe man da einen Radler auf der Haube. Vor allem, wenn dieser die abschüssige Strecke von Heubach kommend fahre. „Die werden sehr schnell“, wurde mehrfach beschrieben. Und: Schulkinder sind auch noch auf diesem Gehweg, warten an der Bushaltestelle.

Während die Gruppe entlang der Ortsdurchfahrt ging, kam eine größere Gruppe Radler auf diesem Weg entgegen. „Die haben wir nicht bestellt“, witzelte Wolfgang Hieber. Interessant war, dass eine Radlerin von Weitem „Sorry“ rief, ihre Geschwindigkeit jedoch nicht reduzierte. Die Fußgänger drängten sich schnell aufs Grün, wo möglich.

Nächstes Problem: der zu schmale Gehweg vom Ortseingang von Bargau her links, auf der Seite der Dorfschenke. Einig war man sich darüber, dass möglichst zügig ein beidseitiger Radschutzstreifen angelegt werden muss. Durch die komplette Ortsdurchfahrt. Dass die Gehwege allein den Fußgängern gehören. Die Bucher Einwohner fordern ein Verkehrskonzept. Und wollen mitreden. „Damit nicht wieder so eine Krücke wie die Verkehrsinsel kommt.“ Und man will nicht auf die Heubacher Nordumgehung warten, sondern fordert jetzt Maßnahmen.

„Nicht repräsentativ“

Als stellvertretender Bürgermeister informierte Karl Grötzinger, dass er sich beim Land kundig gemacht habe über die Ergebnisse der Verkehrsüberwachung. Antwort: „Der Verkehr nimmt ab. Die Geschwindigkeit ist im Rahmen und es passiert ja eigentlich nichts.“ Aber diese Kontrollen waren im März. „Lockdown, Homeoffice und Ausgehverbot“, zählte Grötzinger auf. Hieber bekräftigte: „Das war nicht repräsentativ.“

Beide Abgeordneten sicherten zu, sich diesbezüglich mit dem Land in Verbindung zu setzen. Tim Bückner etwa sitzt im Verkehrsausschuss.

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